Salone del Mobile 2026: Highlights zwischen Kunst und Design - séduction Magazin Germany
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Salone del Mobile 2026: Highlights zwischen Kunst und Design

Von Online Redaktion 25/04/2026
Credit: Tacchini (PR)
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Der Salone del Mobile 2026 in Mailand zeigt sich in diesem Jahr mit einem spürbar anderen Fokus. Zu den Highlights zählen weniger einzelne Produkte als vielmehr Installationen und Konzepte, die Design in einen größeren Zusammenhang stellen. séduction informiert.

USM x Kasing Lung – „Beautiful Thing!“

Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von USM mit Kasing Lung, dem Schöpfer von Labubu – einer Figur, die vor einiger Zeit weltweit für Sammlerfieber sorgte. Seine verspielte Bildwelt überträgt er jetzt auf die bekannten USM-Haller-Module, wobei Sideboards und Regale ihre klassische Form behalten, aber durch vollflächige Illustrationen einen ganz eigenen Charakter bekommen. Ein Collectible rundet das Ganze ab: Labubu thront gemütlich auf einem Mini-USM-Stuhl. So findet die Kultfigur erstmals ihren Weg ins Interior Design.

Jil Sander x Apartamento

Im Kontrast zu spielerisch aufgeladenen Objektwelten setzt die „Reference Library“ von Apartamento und Jil Sander auf Entschleunigung und Konzentration. Bücher werden hier als physische Träger von Erinnerung verstanden – an Empfehlungen, Leseorte und persönliche Momente. Vom 20. bis 24. April im Showroom an der Via Luca Beltrami versammelte die Installation 60 kuratierte Titel von Persönlichkeiten wie Simone Bellotti, Jasper Morrison, Lykke Li und Hans Ulrich Obrist. Das von Studioutte gestaltete Setting überführte diesen Ansatz in eine reduzierte Raumarchitektur aus Chrompulten, warmem Licht und Spiegeln. Besucher buchten feste Zeitslots, erhielten weiße Handschuhe zum Blättern und durften diese behalten als bewusst ritualisierte Form des Zugangs, die den Blick auf Buch und Idee schärfte.

Issey Miyake – „The Paper Log: Shell and Core“

Bei Issey Miyake stand ein Material im Mittelpunkt, das ursprünglich gar nicht für Gestaltung gedacht war. Es handelt sich um gepresste Papierzylinder aus der Produktion, also eher ein Nebenprodukt. Unter der Leitung von Satoshi Kondo wurde daraus ein Ausgangspunkt für Experimente. Zusammen mit Ensamble Studio entstehen zwei Richtungen: Einerseits Objekte, die stark bearbeitet werden und fast hart oder steinartig wirken, andererseits eher rohe Möbel, bei denen man den Entstehungsprozess noch gut erkennt. Man merkt hier ziemlich deutlich, dass es weniger um fertige Produkte geht, sondern eher darum zu zeigen, was mit dem Material überhaupt möglich ist.

Bottega Veneta x Kwangho Lee

In der Via Sant’Andrea Boutique, einem echten Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert, zeigten Bottega Veneta und Kwangho Lee ihre „Lightful“-Installation. Geflochtene Lederobjekte, Chrommöbel und dezente Lichtquellen sorgten dafür, dass der Ladenraum plötzlich viel mehr wie eine Kunstinstallation wirkte als wie ein normales Schaufenster. Die Zusammenarbeit lief schon seit drei Jahren. Lee hatte sich intensiv mit Bottegas berühmter Intrecciato-Flechttechnik im Montebello-Atelier auseinandergesetzt, Teile in Seoul handgefertigt und dann zwei Tage vor Ort mit dem Team präzise zusammengesetzt. 

Tacchini – Offener Messestand

Tacchini setzte auf dem Salone del Mobile 2026 auf einen Stand, den Studio Cameranesi-Pompili und Studio LYS als leichte Zeltstruktur entwarfen. Statt klassischer Messearchitektur entstand ein offenes Setting, in dem Innen- und Außenraum sanft ineinander übergingen und die Grenze zwischen Raum und Präsentation bewusst offen blieb. Die Möbel und Objekte standen locker verteilt und nicht streng arrangiert. Man bewegte sich sozusagenfrei durch den Raum und entdeckte die Designobjekte fast schon nebenbei.

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