Adéla: Mit „Ain’t in LA“ auf dem Weg zum neuen Popstar

Geschrieben am 23. September 2026 von Siene Karim
Credit: Spotlight Launchmetrics

Vom Bratislava in der Slowakei über die „Dream Academy“ bis auf die großen Bühnen: Adéla Jergová schreibt gerade ihre ganz eigene Popstar-Geschichte. Nachdem sie beim Casting für die spätere Girlgroup KATSEYE ausschied, hat sich die Slowakin längst als Solo-Künstlerin etabliert. Mit ihrem Debütalbum „PRIMA“ und dem viralen Song „Ain’t in LA“ steht sie 2026 nun selbst im Mittelpunkt – und macht aus ihrem vermeintlichen Umweg ihre größte Stärke.

Vom Ballett zur Popmusik

Adéla wurde 2003 in Bratislava geboren und stand bereits als Kind auf der Bühne. Einen großen Teil ihrer Jugend widmete sie dem Ballett und absolvierte eine professionelle Ausbildung, unter anderem in Wien und London.

Der nächste große Schritt führte sie nach Los Angeles. 2023 nahm sie an „The Debut: Dream Academy“ teil, dem internationalen Castingformat von HYBE und Geffen Records, aus dem später KATSEYE hervorging. Adéla schaffte es jedoch nicht in die finale Besetzung. Während ihre ehemaligen Mitstreiterinnen als Gruppe durchstarteten, begann für sie damit ein anderer Weg.

Ein eigener Sound statt Casting-Schablone

Nach „Dream Academy“ begann Adéla, ihre Identität als Solo-Künstlerin konsequenter auszubauen. Mit „The Provocateur“ erschien 2025 ihre erste EP bei Capitol Records. Songs wie „Homewrecked“ und „Superscar“ zeigten bereits eine deutlich eigenständige Handschrift und eine Vorliebe für provokante, selbstbewusste Themen.

Mit „PRIMA“ geht sie diesen Weg nun weiter. Das am 4. September 2026 erschienene Debütalbum umfasst elf Songs und verbindet Pop mit Hip-Hop-, Club- und experimentelleren Elementen. Dabei verarbeitet Adéla unter anderem Liebe, Selbstzweifel, Sexualität, Ambitionen und ihren eigenen Weg in die Musikbranche. Auch der Titel „PRIMA“ ist persönlich gewählt: Er verweist auf die „prima ballerina“ und damit auf Adélas Vergangenheit im Ballett. Gleichzeitig beschreibt sie das Album als ihren ersten großen Schritt auf dem Weg, selbst eine Art „prima ballerina of pop“ zu werden.

„Ain’t in LA“: Ein Song gegen den Traum vom perfekten Ort

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt derzeit „Ain’t in LA“. Der Song spielt mit der Vorstellung, dass Erfolg, Schönheit und ein erfülltes Leben zwangsläufig mit Los Angeles verbunden sein müssen. Der zentrale Gedanke: Die interessantesten, talentiertesten und selbstbewusstesten Menschen müssen nicht dort leben, wo die Entertainmentindustrie sie vermutet.

Die Idee dahinter ist eng mit Adélas eigener Familiengeschichte verbunden. Für den Song ließ sie sich von einem Foto ihrer Mutter inspirieren, das diese als junge Frau vor einer Wand voller Popkultur-Poster zeigt. Ihre Mutter habe selbst davon geträumt, nach Los Angeles zu gehen und dort ihre Vorstellungen vom Leben zu verwirklichen. Für Adéla wurde daraus die Frage, wie viele Menschen ihre Träume nie verwirklichen konnten, weil sie am vermeintlich falschen Ort oder zur falschen Zeit geboren wurden.

Genau daraus entwickelt der Song seine besondere Botschaft: Man muss nicht in Hollywood leben, um außergewöhnlich zu sein. Und vielleicht muss man auch gar nicht versuchen, in ein bestimmtes Bild von Erfolg zu passen. Im Musikvideo kehrt Adéla deshalb bewusst nach Bratislava zurück. Zwischen Plattenbauten, slowakischen Trachten und Referenzen an Hollywood entsteht ein visuelles Spiel zwischen ihrer Herkunft und dem Ort, an dem sie heute lebt.

Von der Außenseiterin zur eigenen Pop-Identität

Dass ausgerechnet Adéla heute mit einem Song über das Nicht-Dazugehören Aufmerksamkeit bekommt, verleiht ihrer Geschichte eine besondere Verbindung. Sie war Teil eines Castings, das eine der derzeit bekanntesten internationalen Girlgroups hervorbrachte – wurde aber selbst nicht Teil dieser Gruppe. Stattdessen hat sie ihre Karriere Schritt für Schritt als Solokünstlerin aufgebaut.

Dabei setzt sie nicht darauf, ihre Vergangenheit bei „Dream Academy“ zu verstecken. Im Gegenteil: Die Castingshow ist ein Teil ihrer Geschichte, aber längst nicht mehr ihre Definition. Nach der EP, Auftritten in London, New York und Los Angeles sowie einer Tour als Support für Demi Lovato folgt mit „PRIMA“ nun ihr erstes eigenes Album.

Auch interessant: