Sammelfieber und Influencer-Kult: Der Hype um Labubus

Geschrieben am 11. August 2025 von Monroe Rei Vogel
Credit: Unsplash

Ob auf TikTok oder an High-End-Bags, an Labubus kommt man in diesem Sommer kaum vorbei. 

Dieses frech grinsenden Monster haben sich vom geheimen Tipp aus der Designer-Toy-Szene zum globalen It-Piece entwickelt. Kein Wunder: Labubus sind nicht einfach „nur“ ein Anhänger, sondern eine Mischung aus Kunstobjekt, Sammelfieber und Influencer-Must-Have. Zwischen niedlich und ein bisschen creepy, zwischen Luxus-Accessoire und Popkultur-Ikone – genau dieser Mix macht den Reiz aus und erklärt, warum gerade alle eins wollen.

Wie Labubus die Welt eroberten

2015 stellte Kasing Lung die Labubu-Figuren erstmals als Teil seiner „Monsters“-Trilogie vor. Doch erst die Zusammenarbeit mit Pop Mart ab 2019 katapultierte die Figuren in die globale Sammlerszene. Pop Mart perfektionierte das Blind-Box-Prinzip: Du kaufst ein Überraschungspaket und weißt erst beim Öffnen, welches Labubu drinsteckt. Ein cleveres Marketing, das Sammeltrieb und Lust auf das Unbekannte weckt. Das macht Labubu zum ultimativen „gotta catch ‘em all“-Erlebnis für Sammler und Fans auf der ganzen Welt. Zusätzlich pushten Influencer und Celebrities wie Lisa von Blackpink, Rihanna und Dua Lipa den Hype, indem sie ihre Labubus stolz an exklusiven Designer-Taschen präsentierten. So wurde aus dem kleinen Nerd-Spielzeug ein Statussymbol, das Streetstyle, Luxus und Social Media perfekt verbindet.

Die Schattenseiten des Kults

Der große Hype hat auch eine Schattenseite: Weil Labubus so begehrt sind, tauchen auf dem Markt viele billige Fälschungen auf. Die Community achtet genau auf Details wie die Anzahl der gezackten Zähne (meist neun) und die hochwertige Verarbeitung, um echte Originale von Nachahmungen zu unterscheiden. Diese „Authenzitätskrise“ zeigt, wie Fanleidenschaft und Kapitalismus manchmal aufeinanderprallen. Auch die aggressive Sammelkultur rund um Blind Boxes trägt zur Überproduktion bei – was nachhaltigkeitskritisch gesehen problematisch ist. Die kleinen Figuren sind meist aus nicht-recycelbarem Material und belasten damit Umweltressourcen, was in Zeiten von Klimakrise und wachsendem Umweltbewusstsein immer wieder diskutiert wird.

Soziale Verbindung in unsicheren Zeiten

Labubus sind mehr als Spielzeug oder Schmuck – sie sind ein soziales und kulturelles Statement. Die Mischung aus etwas Groteskem und Niedlichem trifft den Nerv vieler junger Menschen, die in einer unübersichtlichen Welt nach kleinen Fluchten, Kreativität und Zugehörigkeit suchen. In Online-Communities, sozialen Medien und lokalen Treffen wird getauscht, diskutiert und der eigene Stil mit Labubu und Co. gefeiert. Das macht die Figuren zu einem modernen Mythos und einer neuen Art von „Idolen“ für eine Generation von sogenannten „Kidults“, die kindliche Elemente bewusst in ihren erwachsenen Lifestyle integrieren.

Zwischen Kunstobjekt, Lifestyle-Accessoire und Kapitalismus

Labubus sind ein gutes Beispiel dafür, wie Trends heute funktionieren: kreativ, auffällig und mit einer starken Community im Rücken – aber eben auch eingebettet in ein System, das ständig nach neuen Hypes, Verknappung und Umsatz strebt. Für viele sind Labubus einfach Spaß, Style und ein bisschen verrückt, für andere auch ein Symbol dafür, wie Konsum und Kultur inzwischen Hand in Hand gehen.

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