Jonny Johansson sprengt die Mode-Grenzen – nordische Waldromantik trifft bei Acne Studios auf urbanen Exhibitionismus.
Während die Welt am Abgrund taumelt, zelebriert Acne Studios den Widerspruch: Mammut-Teddymäntel, die aussehen, als hätte man Omas Plüschsammlung geplündert, kollidieren mit Nackt-Bodysuits, die mehr zeigen als verhüllen. Johanssons Herbstkollektion ist ein Tanz zwischen skandinavischem Hygge und 80er-Jahre-Powerdressing.
Vorne Bär, hinten bar
Der Auftakt setzt den Ton: Ein Mohair-Einteiler, vorne flauschig wie ein Grizzly auf Valium, hinten nur ein kühner Faden zwischen den Pobacken. Dazu gesellen sich Pullover, in denen sich ganze Elchherden verstecken könnten, und Filzstiefel, die selbst den wildesten Yeti-Fantasien Konkurrenz machen. Doch Johanssons Acne-Frau ist kein scheues Waldwesen – kaum wittert sie Großstadtluft, verwandelt sich der Plüsch-Look in messerscharfe Blazer, die unter der Brust enden, und in durchsichtige Kleider, die an finnische Saunakultur erinnern.
Mode als Schutzschild und Provokation
Johanssons Kollektion ist eine Liebeserklärung an die Widersprüche unserer Zeit. Einerseits der Wunsch, sich in übergroßen Strickwaren vor der Welt zu verstecken, andererseits der Drang, mit kühner Nacktheit zu provozieren.
Auch interessant: Dries Van Noten FW25 – Sinnliches Manifest















































