
Schwarz geht immer. Genau deshalb landet man bei Mänteln, Tailoring oder Leder so schnell wieder dort. Auf den Runways für Herbst/Winter 2026/27 zeigt sich aber eine deutlich spannendere Alternative: Burgund, Oxblood und dunkle Violetttöne tauchen bei Celine, Ferragamo und Miu Miu nicht nur als kleine Farbakzente auf, sondern bestimmen ganze Looks.
Man könnte fast von neuen Neutrals sprechen. Nicht, weil Burgund oder Purple plötzlich genauso universell wären wie Schwarz, sondern weil sie ähnlich eingesetzt werden. Dunkel, satt und erstaunlich easy zu kombinieren. Lange war die Rollenverteilung ziemlich eindeutig: Schwarz, Braun, Grau oder Navy bilden die Basis, Farbe kommt dazu. In den aktuellen Kollektionen ist diese Trennung weniger klar. Ein Mantel darf komplett violett sein. Leder wird statt Schwarz in Oxblood gezeigt. Burgund steht neben Braun, Rosa oder Purple, ohne dass der gesamte Look deshalb sofort wie ein Farbexperiment aussieht. Die Töne sind dunkel genug, um sich zurückzunehmen. Gleichzeitig bringen sie mehr Nuancen mit. Das wird vor allem dann sichtbar, wenn mehrere davon miteinander kombiniert werden.
Celine: Purple und Burgund im selben Look

Wie wunderbar dieses Styling funktioniert, bewies Celine auf dem Laufsteg: Ein langer, violetter Mantel traf auf einen Rollkragenpullover in Burgunder. Während Mantel und Tasche in derselben Farbfamilie blieben, setzte Schwarz nur noch bei den Schuhen und der Kopfbedeckung Akzente. Beide Töne sind ähnlich dunkel und intensiv gesättigt. Statt miteinander zu konkurrieren, harmonieren sie deshalb perfekt. Das Ergebnis ist ein Outfit, das auf jeden Fall spannender ist als der klassische All-Black-Look.
Ferragamo: Purple von Kopf bis Fuß

Dass Violett auch als Komplettlook richtig gut aussieht, zeigte Ferragamo. In der Herbst/Winter-Kollektion waren Oberteil, Rock und Pumps in genau derselben Nuance gehalten. Dazu gab es nur eine dunkelblaue Tasche. Das Coole an diesem Allover-Styling: Die Farbe drängt sich gar nicht erst auf. Von Kopf bis Fuß getragen, verliert Violett diesen Statement-Charakter. Damit das Outfit am Ende nicht flach wirkt, kommt es auf das Material an. Weil der leichte Stoff das Licht bricht, changiert der Ton ständig. Genau dieses Spiel mit der Textur macht die Farbe gerade so spannend.
Miu Miu: Burgund kann vieles sein


Wer eine andere Alternative zu Schwarz sucht, landet in dieser Saison schnell bei Burgund. Der satte Ton ist weniger auffällig als klassisches Rot und extrem wandelbar. Den besten Beweis dafür lieferte Miu Miu. In der Herbst/Winter-Kollektion 2026/27 tauchte Burgund in zahlreichen Looks auf und wurde immer wieder anders eingesetzt. Mal stand die Farbe fast für sich, etwa bei einem langen Ledermantel mit glänzender Oberfläche. An anderer Stelle wurde sie mit Rosa, Dunkelbraun und weicheren Materialien kombiniert. Dadurch bekam Burgund innerhalb derselben Kollektion sehr unterschiedliche Rollen. Einmal eher streng und dann wieder verspielter. Gerade diese Bandbreite macht den Ton so gut für jede Garderobe. Hinzu kommt die große Auswahl an Nuancen. Kühles, violettstichiges Burgund und wärmere Varianten mit mehr Braunanteil harmonieren mit ganz unterschiedlichen Hautuntertönen und Haarfarben. So findet sich für fast jeden Typ eine passende Abstufung.
Warum das Material so viel ausmacht
Wer Schwarz mit Schwarz kombiniert, muss sich über kleine Farbunterschiede kaum Gedanken machen. Bei Burgund, Oxblood oder dunklem Violett sieht das anders aus. Je nach Material kann derselbe Farbton sehr unterschiedlich aussehen. Auf glattem Leder wirkt Oxblood meist dunkler und kräftiger. Velours lässt dagegen den Rotanteil stärker hervortreten. Auch bei Violett macht das Material viel aus: Transparente Stoffe lassen die Farbe kühler erscheinen, während Wolle sie dunkler wirken lässt. Gerade deshalb müssen Ton-in-Ton-Looks nicht perfekt aufeinander abgestimmt sein.
Schwarz bekommt Gesellschaft
Natürlich wird Schwarz deshalb nicht aus der Garderobe verschwinden. Dafür ist die Farbe zu vielseitig. Doch wir merken uns ab jetzt, dass „dunkel“ nicht automatisch „schwarz“ bedeuten muss.
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