
Zum 75. Jubiläum des Pebble Beach Concours d’Elegance schauen wir mal ganz genau hin: Automobile sind Designobjekte. Neben Leistung und Geschichte machen vor allem Karosserie, Materialien und clevere technische Details den Look aus. Kein Wunder, dass sich auch die Mode von dieser Ästhetik beeinflussen lässt.
Wie weit man das treiben kann? Thierry Mugler hat es 1992 mit seinem Motorcycle Bustier vorgemacht. Er verwandelte Motorradteile, Lenker und Scheinwerfer in ein Korsett, bei dem Körper und Maschine verschmolzen. Bis heute ist das Design eine Referenz, die in der Modewelt und Popkultur ständig zitiert wird.
Mugler war allerdings erst der Anfang. Mal ist es die Linienführung einer Karosserie, mal High-Tech-Material vom Rennsport oder einfach der Spirit von Motorsport, der Designer inspiriert. séduction blickt auf Kollektionen, in denen das Auto das Steuer in der Mode übernimmt.
Balenciaga Herbst/Winter 2017: Autoteile werden zu Accessoires


Für seine Herbst/Winter-Kollektion 2017 hat Demna Gvasalia das Thema Auto verdammt wörtlich genommen: Er hat Fußmatten beispielsweise zu eng anliegenden Röcken, Abdeckungen für Ersatzreifen zu oversized Taschen und Seitenspiegel zu Clutches umfunktioniert. Statt nur Farben oder Formen von Fahrzeugen zu zitieren, hat Balenciaga hier echte Autoteile direkt in die Garderobe geholt. Ein genialer Twist.
Chanel Cruise 2022/23: Motorsport in Monte-Carlo


Anders als Balenciaga verwendete Chanel keine realen Fahrzeugteile, sondern orientierte sich an der Kleidung und Bildwelt des Motorsports. Für die in Monte-Carlo präsentierte Cruise-Kollektion 2022/23 verband Virginie Viard Rennanzüge und Helme mit typischen Materialien und Details des Hauses. Ein schwarzer Jumpsuit mit heller Rasterzeichnung wurde mit Cap und Rennhelm kombiniert. Ein weiterer Look übertrug dieselbe sportliche Silhouette auf weißen Tweed.
Ferrari: Die eigene Designsprache als Vorlage


Schon für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2024 hat sich Ferrari stark an der eigenen Ästhetik bedient. Rocco Iannone mixte Racing-Einflüsse mit Workwear und Tailoring. Highlight war die Maranello Clutch, die die geschwungene Form des Ferrari Daytona perfekt in Taschenform übersetzte. In der darauffolgenden Herbst/Winter-Kollektion 2026/27 lief der Bezug dann subtiler: Statt direkter Autozitate ging es eher um Linien, Oberflächen und das Gefühl einer schützenden Hülle.
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