Chanel präsentierte seine neue Haute Couture Kollektion nicht wie gewohnt mit spektakulärer Kulisse, sondern verwandelte den Salon d’Honneur im Grand Palais in ein intimes, fast privates Atelier, das an die legendäre Rue Cambon erinnert.
Die Atmosphäre war eine Hommage an 110 Jahre Chanel Haute Couture: Ein Rückzug ins Herz der Marke, wo Handwerk und Kreativität im Mittelpunkt stehen. Statt aufwändiger Showeffekte rückte die Kollektion den kreativen Entstehungsprozess selbst ins Rampenlicht: Bouclé-Stoffe mit kunstvoll ausgefransten Kanten, voluminöse Federn auf den Schultern und funkelnde Kristalle als unverzichtbare Eyecatcher erzählten von der Liebe zum Detail und der Lust am Experiment.
Tweed neu interpretiert
Chanel bleibt seinen Klassikern treu, denkt sie aber konsequent weiter: Der ikonische Tweed erscheint als gestrickte Variante in Schwarz, Weiß und Beige, und wird mit flachen Overknee-Stiefeln kombiniert. Selbst die Braut schreitet in cuissardes und trägt dabei einen Strauß goldener Ähren. Die Kollektion spielt mit Kontrasten: Seiden- und Voileröcke mit Volants sorgen für Leichtigkeit, während Layering und breite Gürtel mit Taschen einen modernen, fast urbanen Touch einbringen. Das Ergebnis ist ein „new Chanel Wardrobe“, der Komfort und Glamour auf ein neues Level hebt – ganz im Sinne eines zeitgemäßen Luxus, der sowohl tragbar als auch spektakulär ist. Dieses „Mix & Match“ macht die Kollektion besonders spannend.
Front Row mit Starpower
Die Gästeliste spiegelte die Strahlkraft des Hauses wider: Im Front Row saßen internationale Stars wie Lorde, Gracie Abrams und Marion Cotillard. Doch das eigentliche Gesprächsthema war der Ausblick auf die Zukunft: Mit dieser Kollektion verabschiedet sich das Chanel-Kreativstudio, bevor im Oktober der neue Kreativdirektor Matthieu Blazy übernimmt. Nach den Epochen von Virginie Viard und Karl Lagerfeld steht Chanel vor einem spannenden Neubeginn. Die Erwartungen an Blazy, der als Innovator gilt, sind hoch.
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