
Bei Courrèges beginnt mit der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 eine neue Ära. Am Mittwoch präsentierte Drew Henry im Pariser Palais de Tokyo seine erste Kollektion für das französische Modehaus und richtete den Blick dafür stärker auf die farbenfrohen Archive der Marke. Statt der zuletzt dominierenden futuristischen und minimalistischen Ästhetik setzt Henry nun auf mehr Farbe, Volumen und einen spielerischen Umgang mit den ikonischen Codes von Courrèges.
Neo-60s statt Space Age
Die 1960er-Jahre bleiben der wichtigste Ausgangspunkt, werden bei Henry jedoch weniger futuristisch interpretiert. Statt sich ausschließlich auf die bekannte Space-Age-Ästhetik zu konzentrieren, greift der Designer auf eine freiere Phase des Jahrzehnts zurück. A-Linien, verkürzte Silhouetten und grafische Formen erinnern an die frühen Courrèges-Jahre, während ein neu aufgegriffenes Logo aus dem Jahr 1967 die Verbindung zum Archiv zusätzlich unterstreicht. Auch Vinyl, PVC und Strick tauchen wieder auf, allerdings in neu zusammengesetzten Formen.

Knallfarben treffen auf klare Silhouetten
Der wohl auffälligste Unterschied zu den vergangenen Saisons ist die Farbpalette. Neongelb, leuchtendes Orange, Pink, Bordeaux und Marineblau bringen eine deutlich poppigere Energie auf den Laufsteg. Besonders spannend wirkt die Kombination kräftiger Töne mit reduzierten Schnitten: Ein leuchtend orangefarbener Hosenlook trifft auf Weiß, während ein sattgrüner Rock-Anzug die Eleganz der 60er-Jahre aufgreift. Henry selbst verwies auf die farbenreiche Geschichte des Hauses als Inspiration für die Kollektion.

Layering und bewegte Volumen
Auch bei den Silhouetten löst sich Courrèges vom streng grafischen Minimalismus. Henry arbeitet mit mehreren Lagen, unterschiedlichen Proportionen und bewegten Elementen. Stoffbahnen lösen sich von Tops und Röcken und bewegen sich mit dem Körper, während aus verschiedenen Materialien konstruierte Kleidungsstücke für zusätzliche Tiefe sorgen. Auch Mäntel, Jacken und ungewöhnlich geformte Accessoires tragen zu diesem neuen, weniger statischen Look bei. Das Ergebnis ist eine Silhouette, die nicht mehr nur über klare Linien funktioniert, sondern über Bewegung und bewusst gesetzte Kontraste.

Courrèges denkt seine Codes neu
Mit seiner ersten Kollektion für Courrèges verschiebt Drew Henry damit den Blick auf die DNA des Hauses. Die bekannten 60s-Referenzen, Vinyl und grafischen Formen bleiben erhalten, werden jedoch durch Farbe, Layering und neue Proportionen erweitert. Aus der futuristischen Strenge der vergangenen Jahre entsteht ein verspielterer, farbenreicherer Look, und damit eine neue Interpretation dessen, was Courrèges heute ausmachen kann.
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