Spitzenzustand: Was bei Spliss wirklich hilft - séduction Magazin
Haarpflege

Spitzenzustand: Was bei Spliss wirklich hilft

Von Pia Scheiblhuber 03/01/2021
Credit: imaxtree
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Trocken, spröde und gespalten – und das oft zwei- oder dreifach. Wenn Spliss unsere Spitzen wie kleine Gabeln aussehen lassen, dann ist es höchste Zeit Sie wieder im wahrsten Sinne des Wortes auf Spitzenzustand zu trimmen. Wie das am besten funktioniert, erfahren Sie hier.

Ein Friseurbesuch. Wie immer nur zum Spitzenschneiden. Ein Haarbüschel zwischen Zeige- und Mittelfinger, ein kritischer Blick, ein sich zuspitzender Mund und dann des Friseurmeisters Verdikt: „Zwei, drei Zentimeter müssen da schon weg bei dem ganzen Spliss“. In dieser Situation finden sich viele Frauen wieder. Wenn man aber ein paar Alltagsgewohnheiten umstellt und die richtige Pflege verwendet, werden stark gespaltene Spitzen kein großes Beauty-Problem mehr sein.

Splissverursacher im Winter: Trockene Heizungsluft und Mantelreißverschlüsse

Das Problem beginnt an der Kopfhaut. Wenn die Talgdrüsen der Kopfhaut nämlich zu wenig Fett produzieren, reicht das nicht aus, um auch die Spitzen mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie somit gesund, und vor allem unbeschadet zu erhalten. So entsteht leicht Spliss, der durch viele weitere Faktoren verstärkt wird. Zu den natürlichen, umweltbedingten Ursachen kaputter Spitzen zählen trockene Luft, UV-Strahlung und Salzwasser. Chemische Ursachen sind häufiges Färben und Tönen sowie die Verwendung von aggressiven Shampoos. Bei den mechanischen Ursachen setzen Reibung und Hitze dem Haar zu, was durch zu heißes Waschen, Föhnen und Glätten geschieht.

Es ist wohl kaum zu verhindern, sich einigen dieser schädlichen Umstände und Gewohnheiten auszusetzen. Vor allem im Winter: Die trockene Heizungsluft lässt unsere Haare spröde werden, auf heißes Wasser beim Duschen und Haarewaschen möchte man bei eisigen Temperaturen nicht verzichten und Föhnen ist ein Muss, bevor man aus dem Haus geht. Dazu kommen noch die dicken Wintermäntel mit ihren oft gefährlichen Reißverschlüssen, in denen sich Haarsträhnen einklemmen.

Haaröl und Spitzenseren: Kleine Mengen bringen die größere Wirkung

Viele dieser Situationen sind unvermeidbar. Eine gute Pflege kann Schäden wie Spliss jedoch vorbeugen. Die gängigen Pflegeprodukte sind Haaröle und Spitzenseren sowie -fluide. Öle können schnell die Haare beschweren oder sogar fettig aussehen lassen, wenn Sie etwas zu viel in die Spitzen gibt. Am besten arbeiten Sie diese immer ins feuchte Haar ein. Wenn Sie es zur Auffrischung ins trockene Haar geben, ist Vorsicht geboten, denn ein Tropfen genügt bereits, um den Spitzen etwas Gutes zu tun. Besonders effektive Öle sind Argan-, Jojoba-, Kokos- und Leinsamenöl, die auch als pflegender Hitzeschutz fungieren können. Spitzenseren und-fluide sind ebenfalls in erster Linie für handtuchtrockene Haar gedacht, lassen sich aber auch sehr gut in trockenes Haar einmassieren und ziehen in der Regel schneller ein als Öle.  Zu viel Pflege kann aber schaden: Was für die allgemeine Haarpflege gilt, sollte man auch für die Spitzen beherzigen. Zu häufiges Verwenden von Öl verursacht strähniges Haar, auch größere Mengen an Seren können die Spitzen verkleben.

Alltägliche Angewohnheiten ändern und Haarpracht auf Seide betten

Anstatt sich zu sehr auf die speziellen Produkte zur Splissbekämpfung zu fixieren, sollte man auch gewisse Angewohnheiten überdenken. Denn einige Verhaltensweisen können die Spitzen entlasten: Die Haare sollten nach dem Waschen nicht frottiert sondern lieber in einen Turban gepackt oder das Wasser aus den Haaren sanft herausgedrückt werden. Zudem sollten die Haare auf einer kälteren Stufe geföhnt werden, um zu starke Hitzebelastung zu vermeiden. Holzbürsten mit Naturhaarborsten können Wunder bewirken, da sie die Haare bis in die Spitzen mit natürlichem Fett versorgen können. Wer vegane Produkte bevorzugt, sollte auf Metallborsten verzichten, da diese aufgrund ihrer scharfen, starren Eigenschaften die Haare schädigen können. Ein weiterer Trick ist, die Mähne in einem Zopf zu bändigen, damit die Spitzen nicht an den Schultern aufstoßen und Reißverschlüsse keine allzu große Gefahr mehr darstellen. Wer seinen Haaren eine luxuriöse Auszeit gönnen möchte, der bettet seine Haarpracht am besten auf Kissen mit Seidenbezug. Der große Vorteil: Seide entzieht weder Haut noch Haar Feuchtigkeit.

Sind die Splissschäden aber erst einmal da, führt der Pflegeweg an der Schere nicht mehr vorbei. Hat man sich aber gut um seine Spitzen gekümmert, dann kann man sich bestimmt auch mal auf ein Kompliment beim Friseur freuen. Und dann heißt es vielleicht auch: „Heute reicht ein Zentimeter“.

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