Digital Aging: Welchen Einfluss Blue Light auf unsere Haut hat
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Anti-Aging

Digital Aging: Welchen Einfluss Blue Light auf unsere Haut hat

Von Redaktion 29/11/2020
Credit: Gettyimages
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Von überall strahlen sie uns an. Jeden Tag, stundenlang. Gleich nach dem Aufstehen, in der Arbeit, in den Pausen, vor dem Schlafengehen. Bildschirmen können wir uns längst nicht mehr entziehen. Egal ob PC, Smartphone oder TV – viele Stunden täglich verbringen wir vor den leuchtenden Rechtecken, die das sogenannte HEV-Licht abstrahlen. Letzteres ist besser bekannt als Blue Light, Bildschirm- oder Ultrablau-Licht und lässt unsere Haut nachweislich schneller altern. Stichwort: Digital Aging.

Blue Light macht 50 Prozent des Sonnenlichtspektrums aus

Wir setzen uns Blue Light nicht erst seit dem Zeitpunkt aus, in dem Smartphones zu unserem treuen Alltagsbegleiter geworden sind. Denn das blau-lila leuchtende HEV-Licht (High Energy Visible Light), stellt das kurzwellige sichtbare Spektrum des Tageslichts dar und macht 50 Prozent des Sonnenlichtspektrums aus. Wir sind also daran gewöhnt und verfügen sogar über ein körpereigenes Schutzsystem, das die Ausschüttung eines Reparatur-Proteins (Opsin) stimuliert, wenn blaues Licht auf die Haut trifft. Bei zu langer HEV-Bestrahlung greift dieser Eigenschutz der Haut nicht mehr – und im Gegenzug kommt es zur Bildung mehr freier Radikale. Und genau die sind das große Blue Light-Problem. Denn ähnlich wie die UVA-Strahlung dringt HEV-Licht in die unteren Schichten der Haut ein und löst dort oxidativen Stress aus, was Photoaging, also vorzeitige Hautalterung, begünstigt. Das blaue Licht setzt freie Radikale, chemische hochaggressive Sauerstoffmoleküle, in der Haut frei und zerstört Bindegewebsfasern wie Elastin und Kollagen. Zudem wird die Hautbarriere gestört und Hyperpigmentierung, wie Alters- und Pigmentflecken können verursacht werden. Die Folgen? Ein „Screen Face“, das sich durch erschlaffte, faltige Haut, vor allem im Wangen- und Kinnbereich auszeichnet.

Blaulichtfilter in Kosmetikprodukten können helfen – und die richtige Ernährung

Um das zu verhindern, können bestimmte Kosmetikprodukte mit Blaulichtfiltern helfen. Bei der Produktwahl sollte man auf die Inhaltsstoffe wie Licochalcone und Glycyrrhetinsäure achten. Beide Stoffe sind für ihre Fähigkeit bekannt, Zellen in den tieferen Hautschichten vor Schäden schützen zu können, die durch freie Radikale aus der Sonnenstrahlung erzeugt werden. Zudem sind die Wirkstoffe aus Kakao, Tagetes, Süßholz, Argan und dem Schmetterlingsflieder „Buddleja officinalis“ hilfreich. Sie befinden sich in speziellen Produkten, die die Folgen der HEV-Strahlung bekämpfen sollen und die oft den Zusatz „Anti Blue Light“ oder „Photoaging“ im Namen tragen. Auch mit der richtigen Ernährung kann das Risiko von Blue Light-Schäden reduziert werden: unter anderem Mais, Äpfel, Brokkoli, Grünkohl, Nüsse, Avocados und Blaubeeren sollen gegen das „Screen Face“ helfen. Blue Light schadet aber nicht nur der Gesichtshaut, sondern auch unserer Netzhaut und unserem Wohlbefinden, da es den Schlaf- Wach-Rhythmus negativ beeinflusst und die Produktion von Stresshormonen fördert.

HEV-Strahlung des Sonnenlichts stärker als Smartphone-Blue Light

Trotz all dieser möglichen Schäden gibt es keinen Grund zur Panik vor dem Smartphone-Gebrauch. Denn Untersuchungen der Beiersdorf Forschung ergaben, dass die HEV-Emissionen der elektronischen Geräte vernachlässigbar sind, wenn sie in Relation zum natürlich auftretenden Blue Light des Sonnenlichts gesetzt werden. Kein Grund also, sich extra fürs Screen-Wischen und Fernsehen einzucremen, sondern am besten die Haut bewusst und reichlich vor den Sonnenstrahlen schützen. Und den Begriff „Digital Aging“ etwas lockerer sehen.

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