Energy Treatments boomen und liefern tatsächlich schnelle, sichtbare Ergebnisse. Dabei wird die Haut mittels Laser, Radiofrequenz oder Ultraschall verjüngt. Eine kleine Revolution.
Eine Gesichtsbehandlung, hach, was war das entspannend. Reinigung, Dampfbad, leichte Massage, vielleicht sogar selig wegnicken zwischendurch? Doch diese Ausführung gehört zunehmend der Vergangenheit an – und weicht einem neuen Anspruch: dem Ruf nach mehr Wirkung. In einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, suchen viele von uns nach unmittelbaren, sichtbaren Ergebnissen. Immer mehr Menschen entscheiden sich deshalb für intensivere Behandlungen wie Laseranwen- dungen, Microneedling mit Radiofrequenz oder Ultraschall. Der Bericht »Reinven- tion of Beauty« der Unternehmensberatung Accenture prognostiziert, dass die Nachfrage nach nicht invasiven Beauty- Treatments bis 2030 um 12,4 Prozent und die nach entsprechenden Geräten sogar um 25 Prozent steigen wird. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Methoden: Sie setzen auf Energie, Strom oder Licht, um die Haut gezielt zu verletzen – minimalinvasiv, aber so kontrolliert, dass die Wunde zum Heilungsversprechen wird. Mikrover- letzungen, die das Gewebe reizen, sollen die Kollagenproduktion ankurbeln und die Haut sichtbar straffen. Neu sind diese Technologien nicht. Radiofrequenz gibt es seit den 1990ern, Laser schon länger, und auch Ultraschall hat eine medizinische Vorgeschichte. Doch erst in den letzten Jahren sind die Geräte feiner, präziser und hautfreundlicher geworden – so, dass sie nicht mehr nur in Kliniken, sondern auch in High-End-Studios und Arztpraxen eingesetzt werden.
Warum Prävention der neue Beauty-Trend ist
Den Hype bestätigt auch die Frankfurter Dermatologin Dr. Leonie von Grawert: »Unsere Patienten wünschen sich natürliche Ergebnisse und sind offen für neue Technologien wie Laser, Radiofrequenz, Ultraschall, Microneedling oder LED.« Sie beobachtet einen klaren Trend: »Viele starten heute schon früh mit minimalinvasiven Behandlungen, um vorzubeugen, statt später große Eingriffe machen zu müssen.« Was einst den Stars vorbehalten war, ist heute für ein breiteres Publikum zugänglich. Fortschritte in der Technologie und die wachsende Sichtbarkeit in sozialen Medien haben die Hemmschwelle zusätzlich gesenkt. »Clinical oder Medical Facials bieten eine langfristige Hautverbesserung und sind gezielt auf die Hautprobleme der Patienten abgestimmt, indem moderne Technologien kombiniert werden. Überwacht von Dermatologen, werden sie von medizinisch geschultem Fachpersonal durchgeführt«, erklärt die Expertin. »Diese Verfahren arbeiten mit Geräten, die Energie in die Haut leiten, um biologische Prozesse zu aktivieren. Das Ziel ist es, die Produktion von Kollagen und Elastin zu stimulieren und damit die Hautqualität, ihre Straffheit und Struktur langfristig zu verbessern.« Die meisten hautstraffenden Behandlungen nutzen unterschiedliche Energiearten, um kontrollierte Mikroverletzungen zu erzeugen. Die neuesten auf dem Markt: Emface (Radiofrequenz und hochintensive elektromagnetische Impulse), Sofwave und Prolift HIFU (beide arbeiten mit hochfrequenten Ultraschallwellen). Auch ist die Nachfrage nach bewährten Optionen wie Ultherapy (ebenfalls Ultraschall) und Thermage (hochfrequente Radiofre- quenzwellen) aber weiterhin sehr hoch.
Ideales Alter und realistische Erwartungen
Die Dermatologin betont, diese Behandlungen seien ideal für Patienten mit beginnenden oder moderaten Hautveränderungen. »Wir können damit leichte bis mittlere Falten, Elastizitätsverlust, Pigmentstörungen, Sonnenschäden sowie Aknenarben und große Poren effektiv behandeln.« Allerdings stoßen die Energy- Treatments bei starker Hauterschlaffung an ihre Grenzen, dann wäre ein chirurgisches Facelift eine Option, die zwar bessere Ergebnisse verspricht, aber natürlich auch mit weitaus größeren Risiken verbunden ist. Die Verfahren eignen sich daher besonders gut für Menschen zwischen 30 und
50 Jahren, die präventiv der Hautalterung entgegenwirken wollen. Geduld ist dabei entscheidend: Eine einzelne Behandlung reicht in der Regel nicht aus, und die Ergebnisse stellen sich erst nach und nach ein. Das Investment in Zeit und Geld zahlt sich jedoch aus, denn die positive Wirkung auf das Hautbild hält danach ein bis zwei Jahre.
Der Blick in die Zukunft
Auf die Frage, was die anspruchsvoller werdende Klientel in den kommenden Jahren im Bereich der nicht invasiven Hautstraffung erwartet, antwortet Dr. Leonie von Grawert: »Ich gehe davon aus, dass wir durch eine Kombination von Radiofrequenz und Ultraschall noch effektivere Straffungsergebnisse erzielen können. Zudem erwarte ich, dass neue Technologien die Energie präziser platzieren, wodurch sich die Ausfallzeit für die Patienten weiter verkürzen wird.« Ihre Prognose lässt hoffen: Vielleicht gehen die Behandlungen in naher Zukunft ja vielleicht doch wieder ein wenig mehr in Richtung Wellness.
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