Gesundheits-Tracking über Uhren, Apps und andere innovative Gadgets hilft uns dabei, uns bestmöglich zu kennen, um individualisiert zu essen, zu schlafen, zu trainieren, zu leben. Customised Skincare ist ein Teil dieses hoch individualisierten Lebens.
One size fits all? Nicht, wenn es um unsere Haut geht. Sie ist so einzigartig wie wir selbst. Auf diesem Gedanken basiert die Idee der Customised Skincare: Hautpflege, die optimal auf die Hautbedürfnisse abgestimmt ist. Der Vorteil: Die Haut bekommt genau das, was sie braucht. Individuell optimierte Produkte machen sie gesund und schön.
Beginnt man frühzeitig mit der passgenauen Skincare, kann sogar die vorzeitige Hautalterung im Keim erstickt werden. Das Konzept ist nicht ganz neu, entwickelt sich aber dank immer neuer technischer Fortschritte und Innovationen rasant weiter, das Potenzial ist groß.
In der DNA-basierten Hautpflege werden Produkte entwickelt, die möglichst genau auf den genetischen Aufbau der Haut abgestimmt sind. Begonnen hat alles mit Blutanalysen, die von Dermatologen vorgenommen wurden. Mittlerweile werden DNA-Analysen über Speichelproben durchgeführt. Der Gang zum Arzt ist
nicht mehr nötig: Direct-to-Consumer-Tests können einfach zu Hause durchgeführt werden. Anhand der Probe wird die persönliche genetische Veranlagung der
(KI) ins Spiel, deren zunehmende Bedeutung Haut analysiert. Das gibt Aufschluss über individuelle Faktoren wie Kollagenabbau und -produktion, Elastizität und Feuchtigkeitsniveau, den Bedarf an UV-Schutz usw. So können Skincare-Produkte entwickelt werden, die – exakt auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtet – genau da wirken, wo sie wirken sollen. Unsere ganz eigenen, personalisierten Schönmacher.
Die perfekte Hautpflege aus dem Labor – das klingt zu schön, um wahr zu sein? In der Tat: Die DNA-Analyse ist zeitaufwendig und erfordert in hohem Maße Labortechnologie und Kapazitäten. Das macht sie nicht unbedingt für die breite Masse nutzbar. Derzeit gibt es auch noch wenig Anbieter. Ein weiterer Nachteil: Die DNA-basierte Skincare ist rein auf die intrinsische Hautalterung ausgerichtet. Sie berücksichtigt Faktoren wie Genetik, ethnische Herkunft und hormonelle Veränderungen. Umweltfaktoren, die für die extrinsische Hautalterung verantwortlich sind, wie oxidativer Stress, Luftverschmutzung, Speichelproben UV-Licht oder Lifestyle-Faktoren, werden außer Acht gelassen.
Doch hier kommt die künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel, deren zunehmende Bedeutung und ständige Weiterentwicklung auch im Bereich Kosmetik stark spürbar ist. Augmented Reality und künstliche Intelligenz machen es bereits möglich, Haarfarben, Lippenstiftnuancen oder Lidschattentöne virtuell zu testen. KI-basierte Hautanalysetechnologien ergänzen (oder ersetzen) mittlerweile die Questionnaires, mit denen Kosmetikunternehmen bislang Hauteigenschaften und Produktpräferenzen ihrer Kunden abfragten, um individualisierte Pflegeroutinen zu empfehlen. Auch die Chatbots, wie sie von Unternehmen wie Sephora oder Estée Lauder online eingesetzt werden, um das Nutzererlebnis bestmöglich zu personalisieren, basieren auf künstlicher Intelligenz. KI-Algorithmen machen es möglich, mit Face Mapping Hautzustände zu analysieren und so die Skincare-Routine zu personalisieren. Die Analyse erfolgt über Smartphone-Apps wie die Skin Genius App von L’Oréal oder den Silk Skin Checker von SENSAI, um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig bei der Hautanalyse per App: Das Gesicht muss ungeschminkt, das Licht möglichst natürlich sein, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.