Body Skinification: Die anderen 96 Prozent - séduction Magazin Germany
Hautpflege

Body Skinification: Die anderen 96 Prozent

Von Sylvia Buchacher 30/03/2026
Credit: unsplash
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Lange lag der pflegerische Fokus auf dem Gesicht, das lediglich rund vier Prozent der gesamten Hautoberfläche ausmacht. Nun erreichen die Standards von oben auch den restlichen Körper – Body Skinification heißt das Buzzword. Doch welche Wirkstoffe machen wirklich Sinn?

Hand aufs Herz: Wie viel Zeit widmen Sie täglich der Perfektionierung Ihres Teints – und wie viel der Haut unterhalb der Kinnlinie? Lange Zeit endete das Pflegeritual für viele spätestens am Dekolleté. Doch derzeit erleben wir einen Kurswechsel: Die Wertschätzung, die wir bisher exklusiv unserem Gesicht geschenkt haben, dehnt sich auf den gesamten Körper aus. Es ist das Ende der rein funktionalen Lotion und der Beginn einer Ära, in der Bodycare zu hocheffizienten Treatments avanciert. Wirkstoffe wie Niacinamid, Hyaluronsäure und Peptide emanzipieren sich von ihrer klassischen Rolle in der Gesichtspflege und entfalten auch am Körper – ebenfalls am besten hoch dosiert – ihre Effizienz. Dass dies längst kein Nischenthema mehr ist, bestätigen auch die Marktforscher von Business Research Insights. Laut ihnen hat der globale Markt für Körperpflege 2025 bereits einen Wert von 179,24 Milliarden US-Dollar erreicht. Doch das ist erst der Anfang – mit einer jährlichen Wachstumsrate von fast fünf Prozent prognostizieren die Experten für diese Kategorie bis Mitte des nächsten Jahrzehnts einen Sprung auf 286 Milliarden US-Dollar.

Doch welche Wirkstoffe gelten unterhalb der Kinnlinie als unverzichtbar? „Der Schlüssel liegt in der gezielten Kombination“, erklärt Dr. Laura Gockeln, Fachärztin für Dermatologie am Dermatologikum Eppendorf in Hamburg. „Retinoide bleiben der Goldstandard, um die Kollagenproduktion anzuregen, während Vitamin C als potentes Antioxidans vor oxidativen Schäden schützt.“ Für ein verfeinertes Hautbild empfiehlt sie AHA- und BHA-Säuren. Ceramide, Niacinamid und Fettsäuren seien wiederum essenziell, um die Hautbarriere zu stärken. Das ultimative Mittel gegen vorzeitige Hautalterung bleibe jedoch auch am Körper ein konsequenter Lichtschutz. Dieser Fokuswechsel macht auch vor der ästhetischen Medizin nicht halt. Dr. Gockeln beobachtet in ihrer Praxis eine signifikante Zunahme an Anfragen für spezialisierte Body-Treatments.

Multi-Wirksam: Night Glove Regenerating Body Cream von Bodyologist, thebodylogists.com
Mit Zellkomplex: Cashmere Body Cream von La Prairie, laprairie.com
Aufpolsternd: Collagen Body Lotion von QMS, qmsmedicosmetics.de

Im Zentrum des Interesses: Oberarme, Bauch und Oberschenkel sowie das oft vernachlässigte Dekolleté. ,,Das Ziel ist meist eine optimierte Gewebestraffung und ein ebenmäßiges Hautbild, ohne die Risiken invasiver Eingriffe“, so die Dermatologin. Zudem gewinne die Korrektur von Pigmentverschiebungen und Akne-Spuren massiv an Bedeutung – ein Zeichen dafür, dass Pflegeansprüche, die lange dem Gesicht vorbehalten waren, nun auf den gesamten Körper ausgeweitet werden. Doch welche Innovationen definieren heute die Standards für eine straffe und ebenmäßige Körperhaut? Abseits klassischer Pflege rücken hochmoderne Injektionspräparate und apparative Verfahren ins Rampenlicht. „Besonders zukunftsweisend sind Biostimulatoren wie etwa Poly-Milchsäure“, erklärt Dr. Gockeln. Diese Substanzen fungieren als biologische Impulsgeber: „Sie regen die körpereigene Kollagensynthese an und sind ideal, um Areale wie Oberarme, Oberschenkel oder die Bauchpartie nachhaltig zu festigen.“ Für die feinen Linien des Dekolletés oder Knitterfältchen setzt die Expertin auf Skinbooster auf Hyaluronsäurebasis, die als tiefenwirksame Feuchtigkeitsdepots fungieren. Wenn das Gewebe an Spannkraft verliert, bietet zudem ein Body-Fadenlifting – das bei passender Indikation meist am Hals durchgeführt wird – eine diskrete, aber effektive Straffung ohne Skalpell.

Die neue Ära der Körperoptimierung wird zudem durch technologische Synergien geprägt: Radiofrequenz-Microneedling, mikrofokussierter Ultraschall und präzise Lasersysteme verfeinern das Hautbild und korrigieren Texturschwäche. Ergänzt wird dieses Spektrum durch moderne Body-Contouring-Verfahren wie (Kryo-)Lipolyse zur gezielten Fettzellenreduktion oder elektromagnetische Muskelstimulation für eine definierte Silhouette. Alles Verfahren mit minimaler Downtime und maximaler Sicherheit – sofern sie von Spezialisten und Spezialistinnen durchgeführt werden. Und da der Trend im Gesicht ja zu weniger, aber hocheffektiven Produkten geht (Stichwort: »Skin Minimalism«), bleibt zu hoffen, dass der neue Körper-Fokus die Zeit im Bad nicht allzu sehr verlängert. Denn den restlichen 96 Prozent unserer Schutzhülle mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ist ja per se eine gute Sache. Und das sollte auch das damit einhergehende Mindset sein: Es handelt sich mitnichten um eine neue optimierungsbedürftige „Baustelle“ – sondern um eine ganzheitlichere Form von Selfcare.

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