Gesichtspflege

Kokosöl: Ein Hautpflege-Experte?

Von Redaktion 06/05/2020
Credit: Stocksy
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Es ist naturbelassen, aktuell voll im Trend und in scheinbar (fast) allen Lebensbereichen einsetzbar: Kokosöl. Im Gespräch mit séduction erklärt der Hamburger Dermatologe Dr. med. Sebastian Kahl, wie sinnvoll die Verwendung von Kokosöl in der Hautpflege ist, welche Hauttypen lieber Abstand davon nehmen sollten – und welcher Inhaltsstoff das trendige Öl seiner Meinung nach in den Schatten stellt.

Nicht nur in der Skincare wird Kokosöl immer mehr verwendet: Auch als Make-up-Entferner kann es punkten. Unter dem Experteninterview erfahren Sie, wie sich Kokosöl beim Abschminken anwenden lässt.

Interview mit Dermatologe Sebastian Kahl

Welche Wirkung hat Kokosöl?

Wie viele andere Öle hat auch Kokosöl einen gewissen hautpflegenden Charakter. Aufgrund seiner einzelnen Inhaltsstoffe wird Kokosöl auch in der Kosmetikindustrie eingesetzt, u. a. um Hautpflegeprodukte geschmeidig zu machen.

Wie sinnvoll ist Kokosöl aus medizinischer Sicht?

Als Hautarzt empfiehlt man Hautpflegeprodukte vor allem, um den natürlichen Schutzfilm der Haut zu stärken. Bestimmte Zusatzstoffe (wie z. B. Duftstoffe) versucht man als Arzt eher zu vermeiden, denn diese führen gelegentlich zu Unverträglichkeiten. Und in seltenen Fällen kann man leider auf einzelne Bestandteile von Kokosöl allergisch reagieren. Außerdem gibt es mit dem meist gut verträglichen Stoff Urea einen sehr guten Konkurrenten zum Kokosöl, wenn es um Erfolg bei der Hautpflege geht. Als Hautarzt rät man daher in der Regel nicht direkt zu Kokosöl. Auch ich persönlich bevorzuge Hautpflegeprodukte mit dem Stoff Urea und mit möglichst wenig weiteren Zusatzstoffen wie Duftstoffen oder Konservierungsstoffen.

Für welche Hauttypen ist Kokosöl empfehlenswert und welche Hauttypen sollten eher darauf verzichten?

Vor allem Patienten mit der Hauterkrankung Neurodermitis würde ich nicht zwingend zu einer Anwendung von Kokosöl raten, da diese Patienten oft eine Neigung für die Entwicklung von Allergien haben. Außerdem sollte man zurückhaltend sein bei der Pflege des Gesichts mit Kokosöl, vor allem, wenn man zu Pickeln also Akne neigt, da zu viel Öl eine Akne noch verschlimmern können. Menschen mit einer gesunden Haut, die Kokosöl gern zur Pflege von Bauch, Rücken, Armen und Beinen einsetzen möchten, können sicherlich gern einen Versuch wagen.

Ist es berechtigt zu sagen: Kokosöl ist ein Alleskönner/Wundermittel?  Welche positiven aber auch negativen Eigenschaften hat Kokosöl, wenn es um Hautpflege geht? 

Kokosöl ist sicherlich ein vielfältig einsetzbares Produkt. Jedoch sollte man beachten, dass es für die Lösung der einen oder anderen Problematik bessere Alternativen gibt. Daher würde ich Kokosöl nicht als Wundermittel bezeichnen.

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass es so viele positive Berichte aber auch negative Berichte über Kokosöl gibt? 

Die Popularität von Kokosöl hat sicherlich verschiedene Gründe. Zum einen ist es durch seinen Einsatz in der Kosmetikindustrie sehr bekannt. Außerdem besitzt es meiner Meinung nach einen gewissen exotischen Reiz mit einem typischen Duft. Bei vielen Konsumenten mag Kokosöl auch als vermeintliches „Naturprodukt“ Interesse wecken. Auf der anderen Seite mag bei manchen Menschen Enttäuschung auftreten, falls eine Behandlung mit Kokosöl mal nicht den erhofften Erfolg bringt. Wer eine Allergie auf Bestandteile des Öls entwickelt oder den Geruch nicht mag, wird sicherlich auch eher negativ berichten.

Kokosöl als praktischer Make-up Entferner

Dank seiner Vielseitigkeit hat Kokosöl viele Fans gewonnen, darunter vor allem Menschen mit trockener Haut. Denn der hohe Anteil an Laurinsäure sorgt dafür, dass die Haut gut genährt und durchfeuchtet wird. Mit dem Öl lässt sich auch sehr einfach Make-up entfernen. Besonders wasserfeste Mascara kann ganz schön hartnäckig sein: In Kombination mit lauwarmem Wasser soll Kokosöl sogar diese restlos entfernen. Auch Make-up Patzer wie über den Rand gemalte Lippenkonturen können mit einem in Kokosöl getränkten Wattestäbchen easy korrigiert werden

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