
LED-Masken haben sich vom simplen Beauty-Gadget zu technisch anspruchsvollen Skincare-Tools entwickelt. Einige aktuelle Modelle arbeiten mittlerweile mit Wellenlängen, die auch in der professionellen Dermatologie benutzt werden. Doch nicht jedes LED-Device liefert automatisch eine überzeugende Red-Light-Therapie. Entscheidend ist, wie gut die technischen Parameter eines Modells aufeinander abgestimmt sind.
Hinter Red-Light Therapy steckt die sogenannte Photobiomodulation. Der Begriff klingt komplizierter, als das Prinzip ist: Licht einer bestimmten Wellenlänge trifft auf die Haut und kann dort biologische Prozesse beeinflussen. Anders als bei UV-Strahlung geht es weder um Bräunung noch um eine gezielte Verletzung des Gewebes. Stattdessen untersucht die Forschung unter anderem, wie rotes und nahinfrarotes Licht auf den Zellstoffwechsel, entzündliche Prozesse und die Kollagenproduktion einwirken kann.
Für kosmetische Anwendungen wird häufig rotes Licht im Bereich zwischen etwa 630 und 660 Nanometern eingesetzt. Nahinfrarotes Licht liegt außerhalb des für Menschen sichtbaren Spektrums und findet sich bei vielen aktuellen Geräten um 830 Nanometer. Manche Masken arbeiten zusätzlich mit blauem Licht, das vor allem im Zusammenhang mit unreiner Haut eingesetzt wird. Damit haben sich moderne LED-Masken technisch erheblich weiterentwickelt. Neue Modelle kombinieren mehrere Wellenlängen, unterschiedliche Behandlungsprogramme und teilweise zusätzliche Funktionen. Dass ein Gerät besonders futuristisch aussieht oder eine große Zahl an LEDs besitzt, sagt allerdings noch wenig über seine tatsächliche Leistung aus.

Warum die Wellenlänge allein noch kein Profi-Device macht
Die Bezeichnung „Rotlicht“ verrät erstmal nur, welcher Bereich des Lichtspektrums eingesetzt wird. Für die Anwendung ist mindestens ebenso relevant, wie viel Lichtenergie tatsächlich auf der Haut ankommt.
Hier spielen vor allem zwei Werte eine Rolle: Bestrahlungsstärke und Lichtdosis. Die Bestrahlungsstärke gibt an, welche Leistung pro Fläche auf die Haut trifft. Die Lichtdosis berücksichtigt zusätzlich die Dauer der Bestrahlung. Auch der Abstand zwischen den LEDs und der Haut beeinflusst die Bedingungen während einer Anwendung. Liegen die Lichtquellen dicht am Gesicht, unterscheidet sich die Situation von einer starren Konstruktion, bei der mehrere Millimeter Abstand entstehen. Deshalb ist auch eine möglichst hohe Anzahl an LEDs kein verlässliches Qualitätsmerkmal. Ein Gerät kann Hunderte Dioden besitzen und trotzdem mit einer vergleichsweise niedrigen Bestrahlungsstärke arbeiten. Ein anderes nutzt weniger Lichtquellen, stimmt dafür aber Leistung, Abstand und Dauer anders aufeinander ab. Hinzu kommt, dass auch wissenschaftliche Untersuchungen mit unterschiedlichen Parametern arbeiten. Ein universelles Behandlungsprotokoll für LED-Therapie gibt es bislang nicht. Ergebnisse einer Studie mit einer bestimmten Wellenlänge, Dosis und Anwendungsdauer lassen sich daher nicht automatisch auf jede Red-Light Mask übertragen.
Was klinische Geräte anders machen
Der wesentliche Unterschied zwischen professionellen LED-Behandlungen und hochwertigen Home Devices liegt nicht unbedingt in vollkommen anderen Wellenlängen. Gute Geräte für zu Hause arbeiten mittlerweile ebenfalls mit Lichtbereichen, die aus der professionellen Anwendung bekannt sind. In dermatologischen Praxen oder spezialisierten Instituten lassen sich die einzelnen Parameter jedoch kontrollierter einsetzen. Behandlungsdauer, Abstand, Intensität und das jeweilige Protokoll können auf das Gerät und das gewünschte Behandlungsziel abgestimmt werden. Gleichzeitig lässt sich vorab beurteilen, ob eine Lichttherapie für den jeweiligen Hautzustand überhaupt sinnvoll ist.
Home Devices verfolgen einen anderen Ansatz. Sie sollen möglichst unkompliziert und reproduzierbar in die eigene Pflegeroutine integriert werden können. Viele Hersteller arbeiten deshalb mit fest programmierten Sitzungen. Statt Bestrahlungsstärke oder Dosis selbst einzustellen, wird ein vorgegebenes Programm von beispielsweise fünf, zehn oder 30 Minuten gewählt. Wer unterschiedliche Modelle vergleichen möchte, sollte deshalb weniger auf große Produktversprechen und stärker auf die technischen Angaben achten.
Shark CryoGlow

Die Shark CryoGlow LED-Maske kombiniert drei unterschiedliche Lichtbereiche: blaues Licht bei 415 Nanometern, rotes Licht bei rund 630 Nanometern sowie Nahinfrarot bei 830 Nanometern. Je nach Programm kommen die Wellenlängen in unterschiedlichen Kombinationen zum Einsatz. Eine Besonderheit befindet sich direkt unter den Augen. Dort integriert Shark zwei kühlende Pads mit Peltier-Technologie, deren Temperatur sich in mehreren Stufen regulieren lässt. Die Lichtanwendung wird damit um eine separate Kühlung der Augenpartie ergänzt.
Celluma MYSTIQUE

Die Celluma MYSTIQUE LED Mask orientiert sich mehr an Geräten aus dem professionellen LED-Therapie-Bereich. Sie arbeitet mit 168 LEDs und kombiniert blaues Licht bei 465 Nanometern, rotes Licht bei 640 Nanometern und Nahinfrarot bei 880 Nanometern. Zur Verfügung stehen verschiedene Programme für Hautalterung und Unreinheiten. Darüber hinaus kann das Gerät auch auf der Kopfhaut eingesetzt werden. Eine Sitzung dauert 30 Minuten und nimmt damit mehr Zeit in Anspruch als bei vielen klassischen Home-Masken. Interessant ist außerdem die flexible Konstruktion. Statt einer starren Kunststoffschale lässt sich die Maske an die Konturen von Gesicht oder Kopf anpassen.
MitoGLOW

Vier unterschiedliche Wellenlängen machen die MitoGLOW LED Face Mask zum vielseitigsten Modell in dieser Auswahl. Neben blauem Licht bei 465 Nanometern kommen Amber bei 590 Nanometern, Rot bei 630 Nanometern und Nahinfrarot bei 830 Nanometern zum Einsatz. Interessanter als die reine Bandbreite sind jedoch die vergleichsweise detaillierten Leistungsangaben: Für zehn Minuten Anwendung nennt Mito eine Lichtdosis von drei Joule pro Quadratzentimeter. Die verschiedenen Modi sind unter anderem für Rötungen, Unreinheiten und Zeichen der Hautalterung vorgesehen.
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