
Der Mythos, dass Sonnencreme grundsätzlich Pickel verursacht, hält sich hartnäckig. Tatsächlich ist jedoch nicht der Lichtschutzfaktor selbst das Problem. Entscheidend sind die Formulierung, der eigene Hauttyp und die tägliche Pflegeroutine. Warum manche SPF-Produkte Unreinheiten trotzdem begünstigen und worauf Sie bei der Auswahl wirklich achten sollten.
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme. Neben den eigentlichen UV-Filtern enthält jede Formel eine eigene Basis aus Wasser, Ölen und weiteren Bestandteilen. Dieser Mix entscheidet, ob Sie eine reichhaltige Creme oder ein leichtes Fluid im Gesicht tragen. Kein Wunder also, dass sich zwei Cremes mit LSF 50 komplett unterschiedlich anfühlen und vertragen werden. Die gute Nachricht: Pickel durch Sonnencreme bedeuten fast nie, dass Sie SPF generell nicht vertragen. Meistens war es nur die falsche Textur für Ihren Hauttyp.
Welche Inhaltsstoffe in Sonnencreme können Pickel begünstigen?
Aber warum reagiert die Haut nach dem Eincremen überhaupt mit Pickeln? Eine wichtige Rolle spielt die eigene Talgproduktion. Produziert die Haut reichlich Fett, verbindet sich dieses mit abgestorbenen Hautschüppchen. Verstopft der Mix den Ausgang eines Follikels, entsteht zunächst ein Mitesser, aus dem sich bei einer Entzündung ein roter Pickel entwickeln kann. Bestimmte reichhaltige Bestandteile einer Sonnencreme, etwa Isopropyl Myristate, Kokosöl oder Kakaobutter, können diesen Prozess abhängig von ihrer Konzentration und der übrigen Rezeptur begünstigen. Während Mischhaut häufig in der T-Zone reagiert, verträgt trockene Haut solche Bestandteile meist besser. Doch Vorsicht bei der Diagnose: Duftstoffe, ätherische Öle oder ein hoher Alkoholanteil in der Sonnencreme verstopfen die Poren nicht direkt, können sensible Haut aber reizen. Entstehen kleine Knötchen, die zusätzlich brennen oder jucken, spricht das eher für eine Irritation als für Akne.
Mineralische oder chemische UV-Filter?
Bei Sonnencreme unterscheidet man grundsätzlich zwei Filterarten: organische, häufig als chemisch bezeichnete UV-Filter und mineralische UV-Filter. Moderne organische Filterkombinationen bieten einen zuverlässigen UVA- und UVB-Schutz und bleiben auf der Haut transparent. Im Gegensatz zu vielen mineralischen Varianten hinterlassen sie dadurch keinen sichtbaren weißen Film. Für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut sind als „nicht komedogen“ gekennzeichnete Produkte mit organischen Filtern meist die beste Wahl, weil sie leicht aufliegen und schnell einziehen. Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid sind hingegen eine gute Alternative, wenn Ihre Haut sehr reaktiv ist oder organische Filter nicht verträgt. Zinkoxid punktet dabei zusätzlich mit beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Kurz gesagt: Bei fettiger Haut organische Filter benutzen und bei sehr sensibler Haut lieber auf einen mineralischen Sonnenschutz setzen.
Warum SPF bei zu Akne neigender Haut besonders wichtig ist
Aus Angst vor neuen Unreinheiten auf Sonnencreme zu verzichten, tut Ihrer Haut keinen Gefallen. UV-Strahlung schädigt die Hautzellen, erhöht das Hautkrebsrisiko und beschleunigt die Hautalterung. Zudem kann sie dunkle Pickelmale verstärken: Die Strahlung regt die Melaninproduktion an, wodurch sich bestehende Verfärbungen verdunkeln und länger sichtbar bleiben. Greifen Sie deshalb täglich zu einem Breitband-Sonnenschutz mit mindestens LSF 30. Wie Sie den Sonnenschutz im Laufe des Tages auch über dem Make-up auffrischen, erfahren Sie hier. Um das Risiko verstopfter Poren zu reduzieren, achten Sie beim Kauf auf leichte, duftstofffreie Texturen und Hinweise wie „nicht komedogen“, „oil-free“ oder „für zu Akne neigende Haut“.
Auch interessant:
Glänzende Haut bei Hitze: Diese Helfer sorgen unterwegs für ein mattes Finish
Setting Spray im Sommer: Diese Produkte fixieren Make-up bei Hitze
Exosome in der Hautpflege: Wirkstoff mit Potenzial oder nur Hype?



