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Gesichtspflege

Weniger ist mehr: Kosmetik-Trend Microdosing

Von Pia Scheiblhuber 26/03/2020
Credit: Getty Images
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Hyaluronsäure, Retinol, Vitamin C – all diese Wirkstoffe werden als Anti-Aging-Mittel der Extraklasse angepriesen und versprechen straffe, pralle, rosige Haut. Ihre Wirkkraft stellen sie in zahlreichen Kosmetikprodukten und als Bestandteil diverser Treatments unter Beweis. Die Gefahr dabei: Eine überdosierte Menge kann der Haut schaden. Die Lösung: Microdosing.

Worum es sich bei dem Kosmetiktrend handelt und wieso eine geringe Dosierung vieler Wirkstoffe empfehlenswert ist, erklärt Dr. Klaus Hoffmann, Dermatologe aus Bochum, im Interview mit séduction.

Was bedeutet Microdosing?

Microdosing beruht auf dem Prinzip weniger-ist-mehr. Das heißt, dass die Wirkstoffe in angemessener, hautadaptierter und altersentsprechender Dosierung angewandt werden sollten. Die Entscheidung ist individuell und obliegt dem Behandler.

Wie sollte man diese Mikrodosen verwenden und dosieren?

Alles in Maßen. Denn wortwörtlich: Wirkstoffe wirken. Im Grunde gilt aber, dass alles, was auf zellulärer Ebenen wirkt oder in die Physiologie eingreift, ein Arzneimittel ist: Wirkstoffe werden in der Apotheke verkauft, in der Parfümerie häufig „Träume“. Wenn man Wirkstoffkosmetik verwenden möchte, sollten Sie am besten vorher eine Hautanalyse machen lassen. Hautanalysesysteme erkennen die Probleme der Haut auf optischem Weg. Nur so können die Produkte Ihren Erwartungen nach abgestimmt werden. Hautanalysen werden von Fachleuten wie z.B. medizinischen Kosmetiker/innen durchgeführt.

Was passiert aber mit der Haut, wenn gewisse hochpotente Stoffe zu oft oder in zu hoher Dosierung verwendet werden?

Überdosierungen können sich durch verschiedene Hautreaktionen zeigen, beispielsweise durch Fehlpigmentierungen, Rötungen, Schwellungen bis hin zu Entzündungen. Allergien oder toxische Reaktionen können auch auftreten. Fragen Sie vorher immer nach bereits bekannten Allergien. Unabhängig vom Wirkstoff kann eine sehr hohe Dosierung kritisch sein.

Hätten Sie Tipps, welche Stoffe für welchen Hauttyp in welcher Dosierung vernünftig wären?

Allgemeine Tipps sind hier nur schwer zu geben, da meist Mischtypen vorliegen. Wichtig ist es, darauf zu achten, welcher Hauttyp vorliegt und ob beispielsweise Rötungen oder Pigmentflecken im Gesicht vorliegen. Dementsprechend sollten die Wirkstoffe angepasst werden, um die jeweilige Tendenz einer Rötung oder Pigmentierung nicht zu verstärken. Nach jeder Behandlung ist es wichtig, dass auf einen adäquaten Sonnenschutz geachtet wird und keine parfümhaltigen oder reizenden Gesichtsreiniger angewandt werden.