
Die Grenzen zwischen klassischer Hautpflege und ästhetischer Medizin verschwimmen zunehmend. Was früher nur durch Injektionen oder Laserbehandlungen möglich war, rückt dank innovativer Wirkstoff-Komplexe immer näher an die tägliche Beautyroutine heran.
Pflegeprodukte, die ähnlich effektiv wirken wie eine medizinische Behandlung, sind Gegenstand intensiver Forschung in den Laboren vieler Unternehmen. Noch ist es nicht so weit, doch erste Ergebnisse sind vielversprechend. Die Entwicklung einer Gesichtscreme oder eines Serums, die innerhalb weniger Wochen Fältchen sichtbar glätten, den Teint erstrahlen lassen und Pigmentflecken reduzieren, wird kontinuierlich vorangetrieben. Ziel der Forschung ist es, Ergebnisse der ästhetischen Medizin möglichst nah ohne Eingriffe zu erreichen. Weltweit wird daher am sogenannten Heiligen Gral der Hautverjüngung gearbeitet, um Produkte zu entwickeln, die diesen Erwartungen künftig gerecht werden können. Marktanalysten von Grand View Research in San Francisco sehen zudem ein großes Potenzial für nichtinvasive ästhetische Behandlungen.
Neue Wirkstoff-Konzepte von Filorga und Co.
Filorga, ein Vorreiter der ästhetischen Medizin in Frankreich, hat kürzlich seinen patentierten NCEF-Komplex (New Cellular Encapsulated Factors) überarbeitet. Inspiriert von revitalisierenden Mesotherapie-Injektionen enthält er nun zehn anerkannte Wirkstoffe der ästhetischen Medizin, darunter Antioxidantien, Coenzyme und Vitamine, in einer besonders hohen Konzentration von zehn Prozent. Eine interne Studie zeigt, dass die Anwendung des „NCEF-Revitalize Anti-Aging Polyrevitalizing Serums“ Ergebnisse liefern kann, die mit drei Mikroinjektionen vergleichbar sind, und Ausstrahlung sowie Struktur der Haut deutlich verbessern. Auch andere Marken setzen auf innovative Konzepte: Das „DermInfusions Fill + Repair Serum“ von Dr. Dennis Gross kombiniert Hyaluronsäure, Peptide und Ectoin und wird als nadelfreie Alternative zu Injektionen beworben. Bei der Entwicklung der „Bio-Performance Skin HIForce Cream“ ließ sich Shiseido vom Effekt professioneller Laserbehandlungen inspirieren.

Zwischen Kosmetik und ästhetischer Medizin
Diese Entwicklungen zeigen, wie schmal die Grenze zwischen Hautpflege und ästhetischer Medizin inzwischen geworden ist. Dennoch betont die Hautpflege- und Laser-Expertin Jasmina Vico, dass Hautpflege ihre Grenzen hat. Ihrer Meinung nach können selbst die besten Produkte nicht alle Probleme lösen. Für optimale Ergebnisse empfiehlt sie eine Kombination aus gezielten Behandlungen und hochwertigen Pflegeprodukten.
Prominente Kundinnen und High-Tech-Treatments
In ihrer Londoner Klinik betreut Jasmina Vico Klientinnen wie Margot Robbie, Charli XCX oder Jodie Comer. Dort kombiniert sie klassische Gesichtsbehandlungen mit modernen Methoden wie Laser Treatments, HIFU (High-Intensity Focused Ultrasound), PRX Peels, Microneedling oder Skin Boostern. Diese Verfahren adressieren Pigmentierung, Hauttextur sowie Linien und Fältchen, stets mit Fokus auf die langfristige Hautgesundheit.
Pflege als Schlüssel für nachhaltige Ergebnisse
Auch wenn bisher kein Pflegeprodukt die Resultate ästhetischer Behandlungen vollständig ersetzen kann, spielt die richtige Pflege vor und nach solchen Treatments eine entscheidende Rolle. Auf Wunsch ihrer Kundinnen entwickelte Jasmina Vico daher den Serum-Moisturiser-Hybrid „Screen Star“, der die Hautbarriere nach minimalinvasiven Anwendungen reparieren und pflegen soll. Auf die Frage, was zusätzlich zu Pflege und Behandlungen für ein gesundes Hautbild wichtig ist, verweist Vico auf den Lebensstil: „Alles beginnt im Darm. Die Hautgesundheit ist eng mit Ernährung und Lebensweise verknüpft.“
Text: Sylvia Buchacher
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