
Bei den Herrenschuhen für den Herbst 2026 verschieben sich die Proportionen. Statt Sneaker tragen Herren nun lieber Loafer und Boat Shoes. Beide Modelle sind bequem und unkompliziert. Zugleich passen sie besser zu dem neuen Interesse an Tailoring, klassischen Materialien und klar geschnittenen Hosen.
Über viele Jahre war der Sneaker der Default Shoe der Männermode. Er stand für Komfort und Jugendkultur. Limitierte Drops, hohe Resale-Preise und zahlreiche Collaborations machten einzelne Modelle zu Sammlerobjekten. Mittlerweile ist der Markt aber übersättigt. Neue Varianten folgen in kurzen Abständen, während sich viele Designs nur noch in Details unterscheiden.
Das bedeutet nicht, dass Sneaker aus der Mode verschwinden. Gerade als Performance-Schuhe und für den Alltag bleiben sie relevant. Loafer und Boat Shoes bieten nun eine Alternative, die ebenso einfach zu tragen ist, aber einen anderen Ton setzt. Der Loafer liegt irgendwo zwischen formellem Lederschuh und casual Slip-on. Der Boat Shoe ist etwas lockerer und bringt Einflüsse aus Prep, Workwear und Freizeitmode mit. Beide Modelle passen zu weiten Anzughosen, Denim oder Cord. Damit greifen sie viele Silhouetten auf, die in der aktuellen Menswear ohnehin eine größere Rolle spielen.
Vom Arbeitsschuh zum Ivy-League-Code
Die Geschichte des Loafers begann nicht in der klassischen Business-Garderobe. Seine Vorläufer wurden im 19. Jahrhundert von norwegischen Fischern getragen. In den 1930er-Jahren übernahmen amerikanische College-Studenten die flachen Slipper. Aus einem praktischen Schuh wurde so ein Bestandteil der Campus-Kultur.
Der Penny Loafer erhielt seinen Namen durch die Münze, die Studenten in den Schlitz auf dem Riemen steckten. Später wurde das Modell in sehr unterschiedlichen Milieus getragen. Es gehörte zur Ivy-League-Garderobe, tauchte an der Wall Street auf und wurde ebenso von Musikern aus Punk, Jazz und Pop übernommen. Diese Wechsel erklären, weshalb der Loafer bis heute nicht eindeutig einer Altersgruppe oder einem Dresscode zugeordnet ist.
Auch der Boat Shoe hatte zunächst eine praktische Aufgabe. Paul A. Sperry entwickelte 1935 eine rutschfeste Sohle für nasse Bootsdecks. Die eingeschnittene Struktur soll von den Pfoten seines Hundes inspiriert worden sein. 1939 bestellte die US Navy das Modell. Später wurde der Schuh Teil des amerikanischen Prep-Looks.
Was die Fall/Winter 2026/27 Menswear Collections zeigen
Ralph Lauren zeigte Polo und Purple Label erstmals gemeinsam auf einem Runway. Weite Anzüge, Workwear, Kaschmir und ein überarbeiteter Prep-Look standen dabei nebeneinander. Prada beschäftigte sich mit längeren, schmaleren Linien und Spuren vergangener Epochen. Bei Celine kehrten körpernahes Tailoring, Krawatten und farbige Knitwear zurück.

Nicht jeder dieser Looks wurde mit Loafern oder Boat Shoes gezeigt. Dennoch erklären die Kollektionen den Trend. Wenn Hosen, Sakkos und Mäntel wieder stärker über Schnitt und Material definiert werden, wächst auch das Interesse an klassischen Lederschuhen.
Zwei Instagram-Looks zeigen die neue Reichweite
Auch persönliche Instagram-Posts zeigen, wie unterschiedlich die beiden Schuhformen getragen werden. Colman Domingo kombinierte gemusterte Loafer mit einer kurzen cremefarbenen Hose und einem gestreiften Strickpullover. Die Schuhe sind im ersten Bild vollständig zu sehen. Der Look ist eher relaxed als formell und rückt den Loafer in die Freizeitgarderobe.
Troye Sivan zeigte auf seinem persönlichen Instagram-Account einen Runway-Look mit Poloshirt, Hemd und weiten Shorts. Dazu trug er braune Boat Shoes. Die Kombination löst den Schuh vom klassischen Segel- und Country-Club-Kontext. Hier gehört er zu einer jüngeren, bewusst gemischten Prep-Garderobe.
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