
Im Sommer wird Männerkleidung schnell ein bisschen schwierig. Ein T-Shirt ist manchmal zu wenig, ein klassisches Hemd wirkt schnell zu preppy, ein Polo ist auch nicht immer ideal. Camp Collar Shirts treffen ziemlich genau diesen Punkt, an dem ein Look angezogen wirkt, ohne gleich formell zu werden.
Ein Camp Collar Shirt erkennt man vor allem am offenen, flach fallenden Kragen. Anders als beim klassischen Hemd gibt es keinen steifen Kragensteg, wodurch der Ausschnitt entspannter am Hals liegt. Meistens ist das Shirt kurzärmelig, leicht kastig geschnitten und aus sommerlichen Materialien wie Leinen, Baumwolle, Seide, Viskose oder leichter Popeline gefertigt. Je nach Marke läuft diese Hemdform auch unter Namen wie Bowling Shirt, Cuban Collar Shirt oder Resort Shirt. Nicht immer ist damit exakt dasselbe gemeint, oft geht es aber um einen ähnlichen Style.
Ein bisschen Retro
Das Camp Collar Shirt kommt eher aus der Freizeit- als aus der Business-Garderobe. Der offene Kragen war vor allem bei Hemden für warme Klimazonen und informellere Anlässe sinnvoll, weil er weniger steif am Hals sitzt. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde diese Hemdform vor allem über Freizeitlooks populär: Urlaub, Bowling, amerikanische Sommergarderobe, alles etwas lockerer als das klassische Hemd. Anfang der 2000er bekam der Look dann durch Figuren wie Charlie Harper in ‚Two and a Half Men‘ noch einmal eine sehr eigene Popkultur-Version. Heute muss man diese Referenzen nicht zu ernst nehmen. Entscheidend ist eher, dass das Camp Collar Shirt im Sommer genau diese Lässigkeit mitbringt, die einem klassischen Hemd schnell fehlt.

Jacquemus zeigt mit dem Blé Printed Short-Sleeved Shirt, wie gut das Camp Collar Shirt auch mit Print funktionieren kann. Das Modell ist oversized geschnitten, aus Baumwollpopeline gefertigt und kommt mit einem grafischen Blé-Muster in Navy, Schwarz und Weiß. Der offene Camp Collar, die etwas längeren Kurzärmel und die Perlmuttknöpfe halten den Look entspannt, während kleine Details wie die 50s-Logo-Stickerei und der J-Locker-Loop am Rücken die Handschrift der Marke zeigen.

Saint Laurent nimmt dem Camp Collar Shirt etwas von seinem klassischen Freizeit-Vibe. Das Hemd ist aus Seidensatin gefertigt, locker geschnitten und mit einem kleinteiligen geometrischen Print versehen, der durch die gedeckten Farben nicht zu auffällig wirkt.

Logomania, aber dezent. Beim Camp Collar Shirt von Valentino liegt der Toile Iconographe-Print Ton in Ton auf schwarzer Seide und fällt dadurch erst auf den zweiten Blick auf. Der offene Kragen und der kastige Schnitt halten das Hemd entspannt, die dunkle Farbe macht es aber angezogener.
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