
Wer im Sommer Sakkos, elegante Hosen oder Westen tragen möchte, sollte bei der Stoffwahl genauer hinschauen. Ein geringes Gewicht allein sagt wenig darüber aus, wie angenehm ein Kleidungsstück bei höheren Temperaturen ist. Fasern, Webart und Oberflächenstruktur spielen eine ebenso wichtige Rolle. Leinen, leichte Wolle und Seersucker sind im Sommer die ideale Wahl. In den Spring/Summer-2027-Kollektionen von Giorgio Armani, Prada und Thom Browne werden diese Stoffe auf unterschiedliche Weise eingesetzt.
Bei sommerlichem Tailoring kommt es darauf an, wie ein Stoff mit Wärme und Feuchtigkeit umgeht und wie viel Luft zwischen Kleidung und Körper zirkulieren kann. Ein sehr dünnes Material ist deshalb nicht automatisch die beste Wahl. Ist das Gewebe dicht oder liegt es eng auf der Haut, kann es sich bei hohen Temperaturen schnell unangenehm anfühlen. Eine offenere Webart oder eine strukturierte Oberfläche kann dagegen auch bei etwas mehr Substanz für ein angenehmeres Tragegefühl sorgen. Dazu kommen die Eigenschaften der einzelnen Fasern. Leinen nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie vergleichsweise schnell wieder ab. Seine eher trockene Haptik und die typische Knitterstruktur gehören zum Material und machen es seit Langem zu einem festen Bestandteil sommerlicher Menswear. Auch Wolle ist keineswegs ausschließlich für die kalte Jahreszeit geeignet. Feine, leichte Wollgewebe können beispielswesie Feuchtigkeit aufnehmen und sind je nach Verarbeitung luftdurchlässig. Seersucker eignet sich vor allem wegen seiner charakteristischen Oberflächenstruktur für den Sommer. Die gekräuselte Webart sorgt nämlich dafür, dass der Stoff nicht vollständig auf der Haut aufliegt.
Giorgio Armani: Leinen und leichte Naturfasern
Für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 hat Giorgio Armani auf leichte Naturfasern wie Leinen, Baumwolle und Shantung gesetzt. Ein echtes Highlight ist die Kombination aus einer locker fallenden grauen Hose und einer hellgrünen, kragenlosen Jacke. Durch aufgesetzte Taschen und den Verzicht auf das klassische Revers erinnert die Jacke eher an ein leichtes Overshirt.

Überhaupt setzt Armani bei dieser Kollektion durchgehend auf entspannte Schnitte. Statt steifer Schultern oder enger Linien stehen fließende Stoffe im Vordergrund, die viel Bewegungsfreiheit lassen und ihre natürliche Struktur zeigen dürfen. Das passt perfekt zu Leinen, bei dem kleine Knitterfalten ohnehin dazugehören und den Look lässig wirken lassen.
Prada: Wolle auch im Sommer
Bei Prada wird die Wollhose zum eigenständigen Bestandteil des Looks. Das Modell ist plissiert, schmal geschnitten und sitzt tief auf der Hüfte. Dazu trägt das Model einen V-Neck-Pullover mit geometrischem Muster, während ein weißer Bund sichtbar bleibt.

Hier dreht sich alles um die Frage, wie man einzelne Anzugteile flexibel tragen kann. Prada zeigt das mit einer sommerlichen Wollhose, die zu Strick und schmalen Silhouetten kombiniert wird. Damit beweist das Label, dass eleganter Stil im Sommer auch wunderbar ohne die klassische Kombination aus Sakko und Hose funktioniert.
Thom Browne: Seersucker anders eingesetzt
Bei Thom Browne hat Seersucker kaum noch etwas mit dem klassischen Sommeranzug gemeinsam. Ein plissierter Kilt aus dem welligen Stoff wird mit einem figurbetonten Sakko, das grüne und graue Pinselstriche zeigt, einer rosafarbenen Strickjacke, einem gestreiftes Hemd, Kniestrümpfen und einem Strohhut kombiniert.

Gerade dieser Kilt verdeutlicht, wie flexibel ein traditioneller Sommerstoff heute für ungewöhnliche Silhouetten genutzt wird. Das Design behält zwar typische Elemente der klassischen Schneiderkunst bei, bricht jedoch mit deren gewohnter Anordnung und macht Seersucker zu einem Bestandteil eines experimentelleren Stylings.
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