Biennale Venedig 2026: Diese Pavillons lohnen sich - séduction Magazin Germany
KULTUR

Biennale Venedig 2026: Diese Pavillons lohnen sich

Von Monroe Rei Vogel 11/05/2026
Credit: Mehdi Benkler, BAK
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Die Biennale Venedig 2026 ist eröffnet. Die 61. Ausgabe läuft vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 und zeigt unter dem Titel „In Minor Keys“ Arbeiten in den Giardini, im Arsenale und an weiteren Orten der Stadt. Der Auftakt wird zwar von politischen Spannungen begleitet, für Besucher rückt aber vor allem eine Frage in den Vordergrund: Welche Pavillons, Ausstellungen und Orte sollte man in diesem Jahr gesehen haben? Vier Highlights, die einen Besuch lohnen.

Deutscher Pavillon: Henrike Naumann und Sung Tieu

Der Deutsche Pavillon ist einer der Stopps, bei denen man auf der Biennale Venedig 2026 etwas länger bleiben sollte. Henrike Naumann, die im Februar 2026 verstorben ist, und Sung Tieu nutzen den historisch belasteten Bau in den Giardini nicht einfach als Ausstellungsraum, sondern setzen direkt bei seiner Geschichte an. Dabei geht es um deutsche Vergangenheit, um die Wendezeit und um Lebensrealitäten, die im offiziellen Bild lange weniger sichtbar waren. Schon außen verändert sich der Blick auf den Pavillon: Die Fassade eines Ost-Berliner Plattenbaus trifft auf die monumentale Architektur des Gebäudes. Im Inneren erinnern Möbel, Vorhänge und Wohnraum-Fragmente an ostdeutsche Alltagsräume nach dem Ende der DDR. Sung Tieu erweitert diese Perspektive um die Geschichte vietnamesischer Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in der DDR.

Japanischer Pavillon: Ei Arakawa-Nash

Eine Babypuppe auf dem Arm, mitten im Japanischen Pavillon: Bei Ei Arakawa-Nash schaut man die Kunst nicht nur an, man wird direkt Teil davon. Die Besucher tragen die Puppen durch den Raum, bewegen sich mit ihnen durch die Installation und merken schnell, wie sich die eigene Haltung verändert. Man hält sie vorsichtiger, geht anders, achtet plötzlich auf jede kleine Geste. Die Sonnenbrillen der Puppen geben der Situation zusätzlich etwas Skurriles – fast, als würde die Puppe zurückblicken. So wird aus einer zunächst spielerischen Idee eine Arbeit über Fürsorge, Verantwortung und darüber, wie sichtbar Care-Arbeit wird, wenn sie aus dem Privaten in den öffentlichen Raum rückt. 

Österreichischer Pavillon: Florentina Holzinger

Im Österreichischen Pavillon geht es um Wasser, allerdings nicht als romantisches Venedig-Motiv. Florentina Holzinger entwickelt mit „Seaworld Venice“ eine Live-Installation, die während der Biennale von Performances begleitet wird. Der Pavillon wird dabei zu einem Raum, in dem Körper, Wasser, Technik und Verschmutzung unmittelbar aufeinandertreffen. Holzinger interessiert sich dafür, wie abhängig der Mensch von natürlichen Ressourcen ist und wie sehr diese längst durch technische Systeme kontrolliert werden. Gerade in Venedig, einer Stadt, die seit jeher vom Wasser geprägt ist, bekommt diese Arbeit eine zusätzliche Schärfe. Neben dem Pavillon sind auch performative Aktionen an verschiedenen Orten in der Stadt und rund um die Lagune geplant. 

Vatikan-Pavillon: Hans Ulrich Obrist, Ben Vickers und Soundwalk Collective

Der Vatikan-Pavillon bietet in diesem Jahr einen ruhigeren Zugang zur Biennale. Im Giardino Mistico, dem Garten eines Klosters der Unbeschuhten Karmeliten, gehen Besucher durch die Anlage und hören über Kopfhörer Musik, Texte und Klangarbeiten, die von Hildegard von Bingen inspiriert sind. Die mittelalterliche Ordensfrau war auch Komponistin und wird hier von zeitgenössischen Musikern und Künstlern neu aufgegriffen, darunter Brian Eno, FKA twigs, Devonté Hynes, Laraaji und Suzanne Ciani.

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