Club Culturel: Kunst-Highlights 2026 - séduction Magazin Germany
KULTUR

Club Culturel: Kunst-Highlights 2026

Von Redaktion 05/06/2026
Credit: Helmut Fricke
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Das V&A Museum feiert Fashion Shows als Kunstform zwischen Couture und Performance

Mode mag flüchtig sein. Doch die Momente ihrer Präsentation, hallen oft lange nach: Alexander McQueens düster emotionalen Inszenierungen oder die opulenten Fashion-Aufführungen Karl Lagerfelds für Chanel, für die er im Grand Palais in Paris ganze Supermärkte oder sogar eine startende Rakete installierte. Und Anfang 2024 übernahm John Gallianos Artesanal Schau für Maison Margiela mit ihren Models mit scheinbar gläserner Haut zeitweise die Herrschaft über TikTok und Instagram. Modenschauen sind längst mehr als einfache Defilees von Kleidern vor interessiertem Publikum.

Backstage bei Alexander McQueen 2009; Robert Fairer Archive

Vielleicht waren sie es schon immer. In früheren Jahrhunderten wurden Puppen in halber Menschengröße auf Tournee geschickt, um an den europäischen Höfen die neuesten Trends und Einfälle bekannt zu machen. Aber vor allem in den letzten 100 Jahren haben Fashion-Shows auch Kulturgeschichte geschrieben, sind immer mehr zu einer eigenen Kunstform geworden, einer Melange aus Couture, Inszenierung, Erzählung, Performance-Kunst, Konzert und schierer Überwältigung aller Sinne. Das Medium der Modenschau feiert die Niederlassung des Victoria & Albert Museum im schottischen Dundee bis zum 17 Januar nächsten Jahres mit seiner Ausstellung „Catwalk: The Art of the Fashion Show“ mit einer reichen Mischung aus Fotos, Filmen, Originalkleidern, Bühnenaccessoires und Archivmaterialien.

Glückspilze

Auf Ben Toms Foto aus der Reihe „Evolution“ treffen sich Schmetterling und Fliegenpilz; The Gourmand: Calder Foundation, New York

Pilze haben wieder Konjunktur. Doch nicht nur sie zu sammeln liegt plötzlich wieder im Trend. Das Interesse an dieser einzigartigen Lebensform, nicht Tier, nicht Pflanze, und an ihrem rätselhaften Dasein, das sich unterirdisch oft über etliche Kilometer erstreckt, nimmt allgemein zu. Und da ist von der bewusstseinserweiternden Wirkung des Verzehrs mancher Exemplare noch gar nicht die Rede. Zeit also für das Food- und Kulturmagazin Gourmand, den Pilzen einen seiner schönen und klugen Bildbände zu widmen. Die erste Hälfte ist denn auch ein wilder visueller Trip durch die Kunst von alten Meistern bis zu Pop und Fashion. Und im zweiten Teil gibt es dann leckere Rezepte. „The Gourmand’s Mushroom“, Taschen, 292 S., 40 Euro.

Schwebezustand

Credit: ADAGP, Paris, Louisiana Museum of Modern Art

Er brachte die Abstraktion zum Tanzen. Der Bildhauer Alexander Calder (1898-1976) schuf gegenständliche und abstrakte Skulpturen, filigrane und monumentale. Berühmt machten ihn seine Mobiles, bewegliche Objekte auf der Suche nach Gleichgewicht. 300 Werke (oben: „Vier rote Systeme“, 1960) bis 16. August in der Fondation Louis Vuitton.

Soziale Baukunst

„Kinderoase“ an der TU München für die Tagesunterbringung der Kleinen; Kéré Architecture

Francis Kéré ist ein sanfter aber unbeirrbarer Veränderer der Architektur. 1965 im heutigen Burkina Faso geboren, erhielt er 2001, noch während seines Studiums in Berlin für den Bau einer Schule in seinem Geburtsort Gando den renommierten Aga Khan Award. 2022 folgte der Pritzker Preis. Jetzt gibt Kéré im Bild- und Textband „Building Stories“ selbst Auskunft über seine Arbeit. Die beginnt mit der Einbeziehung der Menschen vor Ort und ihrer traditionellen Handwerkstechniken. Es bildet sich eine Gemeinschaft bevor ein Haus entsteht. In Afrika setzt er etwa auf Ziegelsysteme, die Gebäude möglichst natürlich und energiesparend belüften und kühlen. Kérés Bauten, egal ob Schulen oder Botschaften, ob in Afrika oder in Europa sind aber nicht nur zweckmäßig und nachhaltig, sie empfangen einen auch mit einer ruhigen und würdevollen Schönheit: Orte zum Leben. „Francis Kéré: Building Stories“, Taschen, 444 S., 75 Euro.

Auferstehung

Niemand wird das bestreiten: Frida Kahlo ist eine Ikone der Kunst des 20. Jahrhunderts. Mehr noch, ihre Art, persönlichste Erfahrungen, ihr Leben und Leiden ins Mythologische zu steigern, prägt eine ganze Bewegung in der Kunst, die sich mit Identität beschäftigt. Aber wie wurde Kahlo, die vor wenigen Jahrzehnten kaum jemand kannte zu dieser Ikone, diesem posthumen Superstar? Was tat sie selbst dafür und was die Künstlerinnen und Künstler, die sie entdeckten und die sie inspirierte? Diese Fragen stellt vom 25. Juni bis 3. Januar 2027 die Schau „Frida: The Making of an Icon“ in der Tate Modern.

Body Language

Credit: Herb Ritts Foundation courtesy Camera Work Gallery

Als Fotograf prägte F.C. Gundlach die deutsche Modefotografie der Nachkriegsjahrzehnte entscheidend mit. Als Fotosammler faszinierten ihn provokante und tiefsinnige Darstellungen von Körperlichkeit. Entsprechende Bilder aus seiner Sammlung (Rechts: Herb Ritts „Dijmon with Octopus“, 1985) sind vom 5. Juni bis zum 22. September unter dem Titel „Cocktail Prolongé: F.C. Gundlach Special“ in der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen zu sehen.

Text von: Bernd Skupin

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