
Mit einer besonderen Ausstellung feiert die The Feuerle Collection ihr zehnjähriges Bestehen – und leitet zugleich eine neue Phase ein. Bis zum 26. Juli 2026 trifft in den eindrucksvoll inszenierten Räumen zeitgenössische Fotografie von Adam Fuss auf eine Renaissance-Zeichnung, die Leonardo da Vinci zugeschrieben wird.
Seit der Gründung 2016 durch Désiré Feuerle und Sara Puig verfolgt das Haus einen eigenständigen kuratorischen Ansatz: Kunst wird hier nicht erklärt, sondern erlebt. Ohne Wandtexte, getragen von Licht, Raum und Stille, entstehen Dialoge zwischen Epochen und Kulturen, die sich bewusst der klassischen Museumssprache entziehen.
Die Jubiläumsausstellung greift diese Idee präzise auf. Fuss’ Fotografien, seit Beginn Teil der Sammlung, werden neuen und jüngeren Arbeiten gegenübergestellt. Ihnen gegenüber steht eine fein ausgearbeitete Zeichnung eines jungen Männergesichts aus dem späten 15. Jahrhundert. Weiche Konturen, subtile Schattierungen und ein sensibles Spiel mit Proportionen verleihen dem Werk eine stille Intensität, die sich im Raum fast körperlich entfaltet.
Mit der Umbenennung in Feuerle Puig House rückt zudem die Rolle von Sara Puig stärker in den Fokus. Das „House“ versteht sich als offener Ort des Austauschs – verwurzelt in Berlin und zugleich international ausgerichtet. Neben der permanenten Sammlung, die in einem ehemaligen Telekommunikationsbunker inszeniert ist, hat sich die Institution in den vergangenen Jahren zu einer interdisziplinären Plattform entwickelt: mit Ausstellungen, Performances, Filmprogrammen und Formaten, die Kunst als sinnliche, ganzheitliche Erfahrung begreifen.
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