„The Odyssey“: Warum der Film schon vor Kinostart für so viel Gesprächsstoff sorgt - séduction Magazin Germany
KULTUR

„The Odyssey“: Warum der Film schon vor Kinostart für so viel Gesprächsstoff sorgt

Von Monroe Rei Vogel 15/07/2026
Schauspielerin Zendaya bei der The Odyssey Film Premiere.
Credit: Valentino/Getty
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Morgen, am 16. Juli 2026, startet Christopher Nolans The Odyssey in den deutschen Kinos. Für Gesprächsstoff sorgt die Verfilmung von Homers antikem Epos allerdings schon seit Monaten: Während Zendaya und Stylist Law Roach auf der Pressetour mit von Athena inspirierten High-Fashion-Looks für Aufsehen sorgen, wird im Netz zugleich kontrovers über die hochkarätige Besetzung diskutiert.

Regisseur Christopher Nolan orientiert sich für den Blockbuster The Odyssey eng an Homers antikem Epos: Die Handlung setzt nach dem Ende des Trojanischen Krieges an und folgt dem König Odysseus auf seiner zehnjährigen Heimreise nach Ithaka. Auf dem Weg zu seiner Ehefrau Penelope und seinem Sohn Telemachos muss sich der Protagonist unter anderem gegen den Zyklopen Polyphem, die Sirenen und die Zauberin Kirke behaupten. Für diese Neuinterpretation hat Nolan eine Riege namhafter Hollywood-Darsteller verpflichtet. Matt Damon übernimmt die Hauptrolle des Odysseus, während Anne Hathaway als Penelope und Tom Holland als der gemeinsame Sohn Telemachos zu sehen sind. Zendaya verkörpert die Göttin Athena. Zum weiteren Ensemble gehören unter anderem Robert Pattinson, Charlize Theron, Mia Goth, Jon Bernthal, Lupita Nyong’o und Elliot Page.

Casting-Kontroversen um Lupita Nyong’o und Elliot Page

Insbesondere die Besetzung von Lupita Nyong’o und Elliot Page rief jedoch bereits weit vor dem Kinostart kontroverse Reaktionen im Netz hervor. Nyong’o, die im Film als Helena von Troja zu sehen ist, wurde nach der Bekanntgabe ihrer Rolle online mit rassistischen Kommentaren konfrontiert. Ein Teil dieser Reaktionen dürfte darauf zurückzuführen sein, dass viele Zuschauer die Figur visuell noch immer mit Diane Krugers Darstellung in Wolfgang Petersens Troja aus dem Jahr 2004 assoziieren. Eine ähnliche Dynamik zeigte sich bei Elliot Page: Nachdem im Internet das Gerücht kursierte, er werde den Helden Achilles verkörpern, folgten transfeindliche Reaktionen. Auch in diesem Fall ist die Figur im popkulturellen Gedächtnis stark durch eine frühere Besetzung, in diesem Fall Brad Pitt, geprägt. Tatsächlich übernimmt Page in The Odyssey jedoch die Rolle des griechischen Kriegers Sinon.

Dabei wird in der Debatte häufig übersehen, dass es sich bei Helena, Achilles und Sinon nicht um historisch eindeutig dokumentierte Persönlichkeiten, sondern um Figuren aus Mythos und Literatur handelt. Die Empörung über Hautfarbe oder Geschlechtsidentität lässt sich deshalb kaum mit dem Schutz einer vermeintlich authentischen Darstellung begründen. Vielmehr spiegelt sie gesellschaftspolitische Ressentiments wider, die zunehmend auch an fiktionalen Stoffen ausgetragen werden. Besonders die Reaktionen gegen Page verdeutlichen, dass sich die Kritik oft nicht an der eigentlichen Rolle oder dem Film selbst entzündet, sondern an der bloßen Präsenz eines trans Schauspielers in einem großen Hollywood-Projekt. Allerdings rief „The Odyssey“ in den sozialen Medien keineswegs nur Kritik hervor. Für einen Großteil der positiven Aufmerksamkeit sorgte die Pressetour mit Zendaya.

Method Dressing in Perfektion: Zendayas spektakuläre Pressetour-Looks zu „The Odyssey“

Zendaya und ihr langjähriger Stylist Law Roach gelten längst als eingespieltes Dreamteam für aufsehenerregende Red-Carpet-Looks. Das sogenannte „Method Dressing“, bei dem die Outfits optisch exakt auf die jeweilige Filmrolle abgestimmt werden, gehört bei großen Hollywood-Produktionen mittlerweile zwar fast schon zum Standard, doch kaum jemand zelebriert dieses Konzept so konsequent wie die beiden. Auch für „The Odyssey“ griffen sie wiederholt visuelle Motive von Zendayas Rolle als Athena auf: Fließende Drapierungen, skulpturale Formen und historisch anmutender Schmuck inszenierten eine moderne Version der griechischen Göttin der Weisheit.

Den spektakulärsten Auftritt lieferte Zendaya bei der Weltpremiere in London. Sie trug den Abschlusslook der Schiaparelli-Haute-Couture-Show (Herbst/Winter 2026/27), der erst wenige Stunden zuvor in Paris über den Laufsteg ging. Das weiße Kleid kombinierte einen skulpturalen, anatomisch geformten Brustpanzer in Porzellanoptik mit einem Fransenrock aus filigranen Miniperlen. Zusammen mit einer geflochtenen Frisur wirkte Zendaya wie eine zum Leben erweckte antike Statue.

Zendaya bei der London-Premiere von „The Odyssey“ in einer fließenden grau-grünen Robe mit grünem Blätteroberteil und geflochtenen Haaren, neben Charlize Theron auf dem roten Teppich.
Credit: Valentino / Getty

Bei einem weiteren Auftritt in London setzte Zendaya auf Valentino. Die Robe aus der Herbstkollektion 2026 kombinierte ein mit Blättern besetztes Oberteil mit einem asymmetrisch geschnittenen Rock und griff damit die naturverbundene Seite der griechischen Mythologie auf. 

Noch direkter fiel der Bezug zur Antike beim Londoner Fototermin aus. Dort trug Zendaya eine maßgeschneiderte weiße Robe von Jacquemus, deren fließender Stoff, tiefer Rückenausschnitt und integriertes Kopftuch an klassische Gewänder erinnerten. Den historischen Bezug verstärkten Ohrringe, die aus antiken Scheiben aus dem ersten Jahrtausend vor Christus gefertigt worden sein sollen.

In Paris griff Zendaya tief in das Archiv von Givenchy. Das weiße Haute-Couture-Kleid aus dem Frühjahr 1997, entworfen von Alexander McQueen, bestach durch markante Schultern und lange, fließende Ärmel. Eine goldene Maske von Philip Treacy vollendete den Look.

Unser persönliches Highlight folgte zum Abschluss der Pressetour in New York. Zendaya trug eine weiße Robe von Matières Fécales mit weit ausgebreiteten Flügeln am Rücken. Ein lockerer Flechtzopf und floraler Diamantschmuck von Chopard ließen sie dabei buchstäblich wie eine Göttin wirken, die auf Erden wandelt. Spätestens mit diesem Auftritt bewies Zendaya einmal mehr, dass eine Pressetour heute entscheidend dazu beitragen kann, einen Film bereits vor seinem Kinostart zum popkulturellen Ereignis zu machen.

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