Beauté, Feature, Maquillage

Maître du maquillage

Horst_Kirchberger

Horst Kirchberger ist ein Meister seines Fachs. In seiner langjährigen Visagisten-Karriere schminkte er Topmodels, Schauspielerinnen und große Namen der Öffentlichkeit

Er ist ein ruhiger Typ, gehört eher zur stillen, überlegten Sorte von Mensch. Doch zögernd ist er nicht. Im Gegenteil. Sieht er ein Gesicht, sieht er in wenigen Sekunden das perfekte Make-up für die Person vor seinem inneren Auge. „Ich wusste schon sehr früh, dass ich Make-up zu meinem Beruf machen wollte“, erzählt Horst Kirchberger. „Ich habe im Alter von 12 Jahren eine Fernsehsendung über Maskenbildner gesehen. Und in dem Moment war mir schlagartig klar: Das ist mein Beruf! Das werde ich machen!“ Heute ist er Visagist, hat ein Kosmetikstudio in der Münchner Briennerstraße, eine eigene Make-up Linie und eine Liste mit imposanten Namen, die er schon geschminkt hat. Brooke Shields war die erste Prominente, die der geborene Oberpfälzer schminkte. „Sie war damals 16 Jahre jung, hatte ihre Mutter im Schlepptau und war noch gar nicht so berühmt“, so der Visagist. Weiter ging es dann mit seiner Arbeit für Modeschöpfer, wie Jil Sander, Wolfgang Joop, Beatrice Hympendahl oder Uta Raasch. Danach folgten weitere Topmodels und Schauspielerinnen. „Und heute sind es neben bekannten Menschen des öffentlichen Lebens auch erfolgreiche Opernsängerinnen wie Diana Damrau und Anna Netrebko.“ Mehr Namen nennt er nicht, denn Diskretion gehört eben auch zu seinem Job. Ebenso wie die Anspannung, die sich auch nach den vielen Jahren seiner Karriere immer noch bemerkbar macht. Etwa beim Wiener Opernball, wo Horst Kirchberger mit seinem Team eine Beauty-Lounge im Hotel Sacher hat. „An diesem Tag haben wir einen straffen Zeitplan, arbeiten hochkonzentriert. Das Spannendste ist, dass wir vorher häufig nicht wissen, welche Stars und wichtigen Damen aus Politik und Wirtschaft zum Make-up Styling kommen. Da muss man auf alles vorbereitet sein.“
Aber auch in seinem eigenen, stilvoll eingerichteten Kosmetikstudio erlebt er die kuriosesten Szenen. Er erzählt von einer Dame, die bereits eineinhalb Jahre von ihrem Mann getrennt war und sich bei ihrem Scheidungstermin von der besten Seite zeigen wollte. „Ich habe sie sehr natürlich, aber selbstbewusst aussehen lassen. Später erzählte sie mir, dass ihr Mann, als er sie sah sagte: Ich muss ja verrückt sein, sowas gehen zu lassen.“ Ob die Scheidung wirklich geplatzt ist, bleibt offen. Wie gesagt, Horst Kirchberger ist diskret.

séduction hat Horst Kirchberger die drei wichtigsten Fragen rund um die Herbst-Trends in Sachen Make-up verraten.

séduction: Dunkle Lippenstifttöne sind diesen Herbst besonders angesagt. Stehen sie wirklich jeder Frau?
Horst Kirchberger: „Im Prinzip ja, allerdings sollte man prüfen, ob zum individuellen Hautton kühle oder warme Farben besser passen. Danach richtet sich nämlich die genaue Auswahl der Lippenstiftfarbe.“

Lange Zeit trug man auf den Lippen ja nur matte Farben. Kommt diesen Herbst der Glanz zurück?
„Auf jeden Fall. Egal ob man ihn als Gloss oder mit einem Satin-Lippenstift zaubert. Wer mag, kann auch zu etwas Glitzer greifen. Ich persönlich sehe Glanz auf den Lippen sehr gerne, weil er immer für Sinnlichkeit sorgt.“

Kajal feiert im Herbst sein Comeback. Was muss man bei diesem Look beachten?
„Der klassische Kajal ist schwarz und ich empfehle ihn besonders bei starkem Sonnenlicht oder auch am Abend. Tagsüber darf der Kajal als modisches Accessoire zur Kleidung gesehen werden und sollte entsprechend auf die Garderobe abgestimmt sein. Schoko, Nachtblau, Dschungelgrün oder auch tiefes Braun wirken dann leichter als Schwarz.“

Titelbild Bildunterschrift: Look Big Applause@Nadzeya Korabkova/123rf.com

Bilder: PR