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Glas vs. Plastik: Das müssen Sie über die Verpackungsmaterialien wissen

Von Patrick Vogel 25/06/2020
Credit: Adobe Stock
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Beauty-Produkte sollen in den meisten Fällen nicht nur pflegen, sondern auch schön aussehen. Dies stellt für viele Brands jedoch eine Herausforderung dar: Unterschiedliche Artikel, Konsistenzen und Inhaltsstoffe harmonieren nicht unbedingt immer mit der ökologischsten Verpackung.  

Dass der Kosmetikmarkt nicht nachhaltig ist, ist kein Geheimnis. Bei einer steigenden Anzahl an Kunden wächst aber das Bewusstsein für cleane Inhaltsstoffe und umweltfreundliches Packaging. Nach einem Blick auf Ihre Sammlung stellen Sie wahrscheinlich schnell fest, dass ein Großteil der Produkte in Plastik verpackt ist – wieso eigentlich?

Umweltkiller Plastik?

Weil Plastik in der Herstellung sehr kostengünstig ist, ist es zu einem der meist verwendeten Verpackungsmaterialien der Wirtschaftsgeschichte geworden. Shampoos, Zahncreme oder Lotions – fast alle Artikel mit cremiger Textur finden sich in Plastiktuben zum Squeezen, durch die man die gewünschte Menge des Produkts schnell auftragen kann. Das Material ist gleichzeitig widerstandsfähig genug und lichtundurchlässig, sodass der Inhalt lange steril bleibt. Plastik sieht zwar nicht unbedingt so wertig aus wie Glas, ist dafür aber leichter zu designen und für viele Brands deshalb eine attraktive und billige Lösung. Den wahren Preis dafür zahlt die Umwelt, weil die Verpackungen nach Verbrauch nicht recycelt werden können.

Glas als Alternative?

Viele aufstrebende Indie Brands, die sich über das wachsende Interesse an Nachhaltigkeit ihrer Kunden bewusst sind, steigen auf Glas als Verpackungsmaterial um. Das ist nicht nur ökologischer, sondern auch sicherer – es gibt kaum Inhaltsstoffe, die mit Glas eine Wechselwirkung haben. Theoretisch könnten fast alle Artikel darin verpackt werden, das große Problem ist aber, dass der Stoff zu leicht bricht und empfindlicher ist als Plastik. Ein einfacher Glastiegel mit Schraubdeckel könnte potentiell auch einen Bakterienherd darstellen: Trägt man die Gesichtscreme beispielsweise regelmäßig mit den Fingern aus dem Tiegel auf wird das Produkt verunreinigt.

Neue Wege

Selbst innovative Ansätze wie die Verwendung von biologisch abbaubarem Plastik lösen dieses Dilemma nicht. Deswegen gehen viele Brands neue Wege, wie den Wassergehalt in Produkten zu reduzieren: Feste Shampoos, Foundations oder Highlighter können ganz einfach in Papier eingepackt werden. Ein anderer Gedanke, der mittlerweile von vielen Marken verfolgt wird sind Refills. Tiegel, Paletten oder Döschen können so einfach wieder aufgefüllt werden. Neben vielen Naturkosmetik-Brands beteiligen sich an diesem Konzept aber auch High-End-Marken wie Chanel, Dior und Yves Saint Laurent.

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