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Bartpflege

Smooth Operations – alles über die richtige Rasur

Von Online Redaktion 10/05/2022
Credit: Unsplash
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Nass oder trocken? Ein männliches Dilemma. Beide Rasuren haben ihre Vorteile und Tücken. Und bei beiden kann es zu Irritationen und Hautreizungen kommen. Haut- und Haarexperten wissen, worauf es beim Rasieren ankommt. Egal wofür man sich entscheidet.

Zuerst die Pluspunkte: Die Trockenrasur gilt als effizient und schonend – und kostet deutlich weniger Zeit als die Nassrasur. Nachdem das Gesicht gereinigt und trocken getupft wurde, kann ohne Vorbereitung rasiert werden. Die Haare vorher mit Wärme oder Pre-Shave-Produkten zu behandeln ist kontraproduktiv, weil man die Härchen danach schlechter erwischt. Noch ein Vorteil: Für die Haut ist die Trockenrasur oft weniger strapaziös, weil es kaum zu Schnittverletzungen kommt und Irritationen deutlich seltener auftreten. „Gibt es Probleme, liegt es eher daran, dass der Rasierapparat nicht regelmäßig gereinigt wird“, erklärt Dermatologe Dr. Christoph Liebich. „Wenn sich Härchen und Talg im Scherkopf befinden, bilden sich in Verbindung mit dem feuchtwarmen Klima im Badezimmer schnell Bakterien. Das führt dann zu Entzündungen.“ Deshalb müsse der Rasierer nach jeder Anwendung mit einer Desinfektionslösung gereinigt werden. Der Hautexperte mit eigener Praxis in München gibt auch zu bedenken, dass jede Art von Rasur für trockene oder gar unter Neurodermitis leidende Haut Stress bedeutet. Doch im Vergleich zur Nassrasur beurteilt er die Trockenvariante in diesen Fällen als schonender, weil sie keinen so starken Peeling- Effekt hat.

Und nun der Haken: Was die Gründlichkeit betrifft, so hat die Trockenrasur ihre Grenzen. Weil die Härchen direkt an der Hautoberfläche abgeschnitten werden, hält sich das Ergebnis gerade bei stärkerem Bartwuchs nicht allzu lang. Schon nach wenigen Stunden kann sich der sogenannte Bartschatten abzeichnen. Nicht überall gilt dieser Hauch von Bart als cool.

Welche Argumente sprechen für die Nassrasur? Dirk Schlobach ist einer, der es wissen muss. Immerhin hat er das Barber House gegründet, mit zwei Salons in München und einem in Hamburg. „Das Ergebnis ist definitiv gründlicher, Bartformen lassen sich einfacher gestalten, und man zelebriert jeden Morgen ein wohltuendes Ritual, bevor man in den Tag startet“, sagt der Experte. Nach der Gesichtsreinigung sollte man die Haut mit Pre-Shave-Produkten und im Idealfall mit einem feuchtwarmen Tuch vorbereiten. Vor dem Rasieren zu duschen ist bei der Nassrasur – im Gegensatz zur Trockenvariante – erlaubt und sogar von Vorteil. Denn es geht darum, Haut und Haare geschmeidig zu machen. Mit Rasierschaum, -gel oder -creme, die man kurze Zeit einwirken lässt, gleiten die Klingen mühelos über die Haut. Unbestritten: Die Haut fühlt sich nach der Nassrasur deutlich glatter an als nach der Trockenrasur. Neben der Vorbereitung nimmt allerdings auch das Rasieren selbst mehr Zeit in Anspruch. Um Schnittverletzungen und Hautreizungen zu vermeiden, muss man besonders vorsichtig ans Werk gehen. „Weil die Barthaare wie kleine Spitzen angeschnitten werden, neigen sie eher dazu einzuwachsen. Passiert das öfters, würde ich auf die Trockenrasur umsteigen“, rät Christoph Liebich. Damit Bakterien keine Chance haben, verweist der Dermatologe auf zwei Grundregeln: Die Klingen sollte man nach jeder vierten, spätestens aber nach der sechsten Rasur austauschen. Der Rasierpinsel muss nach jeder Rasur in heißes Wasser getaucht werden, um Seifenreste zu entfernen, bevor man ihn zum Trocknen in einen Ständer hängt.

Für die Pflege nach der Rasur gilt für beide Varianten dasselbe Prinzip, egal ob trocken oder nass: „Die Pflege muss dem individuellen Hauttyp entsprechen. Nur so lassen sich Rötungen, Juckreiz und Pickel vermeiden. Sie sollte nicht zu fett sein, außer die Haut ist sehr trocken“, erklärt Liebich. Ein alkoholhaltiges Aftershave desinfiziert, trocknet aber auch aus. In diesem Fall ist anschießend noch ein Balm nötig, der die Haut schützt. Besonders beruhigend wirken Produkte mit Lavendel oder Pfefferminze oder kalte Kompressen als Abschluss. Dirk Schlobach hat noch einen Tipp: „Um einwachsende Barthaare zu vermeiden, empfehle ich eine weiche Bartbürste, mit der das Gesicht täglich gebürstet wird. Das fördert die Durchblutung der Haut und öffnet die Poren. Die Bürste packt das Härchen an der Spitze, sodass es nicht einwachsen kann.“

Eines stellen beide Experten klar: Dauernde Wechsel zwischen nass und trocken bekommen der Haut nicht gut und führen zu Irritationen. So schwer es auch fällt – ein Mann muss sich irgendwann entscheiden.