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Bartroller für mehr Bartwuchs? Warum Sie davon besser die Finger lassen

Von Nils Doose 03/07/2022
Credit: Pexels
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Die regelmäßige Anwendung eines Dermarollers soll nicht nur zu einem verbesserten Hautbild beitragen, sondern auch den Bartwuchs anregen. Wie sinnvoll Bartroller wirklich sind und welche Gefahren bei der Behandlung bestehen, haben wir einen Experten gefragt.

Prof. Dr. Volker Steinkraus ist Dermatologe, Dermatochirurg und Gründer der gleichnamigen Hautpflege-Linie. Als ausgewiesener Experte für Hautgesundheit hat er uns alle Fragen rund um das Thema Bartroller beantwortet und mit falschen Versprechungen aufgeräumt.

Was ist ein Bartroller?

Bart- oder Dermaroller sind wie Microneedling-Roller mit kleinen Nadeln ausgestattet, die man bei der Anwendung vorsichtig über die Haut rollt. Die dabei entstehenden Mikroverletzungen fördern die Durchblutung und die Wundheilung. Gleichzeitig soll so auch der Bartwuchs angeregt werden.

Was bringt ein Dermaroller fürs Bartwachstum?

Inwieweit Bartroller tatsächlich zu einem dichteren Bart führen, ist unklar. „Hierzu gibt es keine kontrollierten Studien und alle Mitteilungen hierzu sind anekdotisch“, so unser Experte. Das schließe jedoch nicht aus, dass der eine oder andere nicht nennenswert davon profitiere, meint Prof. Dr. Steinkraus weiter. Denn: „Durch jede kleine Nadel wird eine Miniwunde gesetzt, die zur Wundheilung bzw. Durchblutungsförderung und Neubildung von Gewebe führt. Von dieser Gewebsaktivierung profitieren natürlich auch die Haarfollikel der behandelten Region“.

Bartroller: Gefahren und Risiken

Da man denselben Bartoller immer wieder verwendet, ist eine gute Hygiene Pflicht. Vor und nach der Anwendung ist eine gründliche Desinfektion unerlässlich. Ansonsten drohen neben Rötungen, Reizungen und Unreinheiten auch unschöne Entzündungen. Es müsse außerdem darauf geachtet werden, dass der Dermaroller dosiert und nicht zu häufig eingesetzt werde, erklärt Prof. Dr. Steinkraus. Sonst könne es im behandelten Bereich sogar zu kleinen Narben kommen.

Wie sinnvoll sind Dermaroller wirklich?

Wir raten Ihnen von der Verwendung von Bartrollern ab, da ihr Nutzen nicht wissenschaftlich erwiesen ist und gleichzeitig ein Restrisiko besteht, dass Sie Ihrer Haut damit schaden. Prof. Dr. Steinkraus sieht das ähnlich: „Mein Fazit ist, dass es wahrscheinlich nicht viel bringt, man auf der anderen Seite bei sorgfältiger Durchführung aber auch keinen großen Schaden anrichten kann“.

3 Tipps für eine sichere Anwendung

Wer einen Bartroller trotzdem selbst testen möchte, sollte diese drei Tipps beachten, um Nebenwirkungen zu vermeiden:

1. Reinigen und desinfizieren Sie das Tool vor der Anwendung gründlich, um den Bartroller von Schmutz und Bakterien zu befreien.
2. Passen Sie die Frequenz der Anwendung an die Beschaffenheit Ihres Dermarollers an. Bei sehr kleinen Nadeln sollte die Behandlung höchstens im Wochentakt erfolgen. Bei etwas längeren Nadeln höchstens alle drei Wochen.
3. Nach der Behandlung sollten Sie den Bartroller desinfiziert und hygienisch lagern. Was die Pflege im Anschluss betrifft, rät unser Experte zu einer leichten Emulsion.

Welche Alternativen gibt es?

„Eine echte und vielversprechende Alternative scheint es zu sein, das Haarwachstum im Bartbereich mit Lasern niedriger Energie, sogenannten Thulium- oder Erbium-Glass-Lasern, zu stimulieren“, erklärt unser Experte. Eine weitere Option stellt selbstverständlich auch eine professionelle Barttransplantation dar.

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