Taugen Männer über 50 noch als SEXSYMBOL? Aber ja, vorausgesetzt, sie verstehen, dass auch natürliches Aussehen ein wenig Pflege verlangt. Ein Dermatologe erklärt, worauf es wirklich ankommt.
Mit seiner Vorliebe für Pflege- und Make-up-Produkte sorgte David Beckham vor über zwei Jahrzehnten für Schlagzeilen und prägte damit das Bild und den Begriff des »metrosexuellen« Mannes wie kaum ein anderer. Als er mit pink lackierten Nägeln auf dem Spielfeld erschien und sich auch bei Fotoshootings immer wieder mit auffälligem Nagellack zeigte, setzte er damit ein Statement, das weltweit Wellen schlug. Von vielen wurde er dafür gefeiert, doch sein Look stieß damals auch auf Kritik. Beckham wurde zum Pionier für eine Generation selbstbewusster Männer, die Wert auf ihr Äußeres legen. Vor Kurzem feierte er seinen 50. Geburtstag und man muss neidlos anerkennen: Beckham sieht ziemlich gut aus.
Der 50’s Club: Neue Sexsymbole definieren Männlichkeit neu
Der Trend zu männlicher Schönheitspflege ist also keineswegs eine Erfindung von Musiker und Schauspieler Harry Styles oder K-Pop-Stars wie BTS. Vielmehr spie- gelt er einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel: Männer definieren ihre Beziehung zu Schönheit, Pflege und dem eigenen Älterwerden neu – jenseits alter Klischees und Rollenmuster. Auffällig ist dabei: Es sind vor allem Männer jenseits der 50, die derzeit als neue Sexsymbole gefeiert werden. Prominente Vertreter des sogenannten 50’s Club, wie Pedro Pascal, Bradley Cooper, Pharrell Williams oder Jared Leto, gelten als Inbegriff des attraktiven Älterwerdens und setzen damit neue Maßstäbe in Sachen Männlichkeit und Schönheitsbewusstsein.
Was passiert mit Männerhaut ab 50? Die Rolle der Hormone
Doch auch an ihnen geht das Alter nicht spurlos vorbei. »Bei Männern ab etwa 50 Jahren treten meist deutlich sichtbare Zeichen der Hautalterung auf«, erklärt der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke. »Die Haut wird schlaffer, verliert an Spannkraft, und Falten werden tiefer, vor allem im Stirnbereich und um die Augen. Die Gesichtskonturen verändern sich, die Haut wirkt oft fahl und weniger vital.« Wie bei Frauen ist auch bei Männern das Älterwerden eng mit hormonellen Umstellungen verbunden. Zwar verläuft der Hormonrückgang beim Mann langsamer, doch seine Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen, erklärt der Dermatologe: »Mit sinkendem Testosteronspiegel nimmt die Talgproduktion ab, was die Haut trockener und empfindlicher macht. Gleichzeitig wird weniger Kollagen gebildet – ein entscheidender Faktor für den Verlust an Elastizität und das Entstehen von Falten.«
Unkompliziert und effektiv: Die ideale Pflegeroutine
Attraktivität ist jedoch keine Frage des Alters, vorausgesetzt, man versteht es, mit den Veränderungen umzugehen. Doch wie sieht die ideale Pflegeroutine für Männer ab 50 aus? Dermatologe Dr. Timm Golüke empfiehlt, es unkompliziert zu halten: »Eine einfache, aber effektive Routine genügt meist. Dazu gehören ein milder Reiniger, ein antioxidatives Serum – etwa mit Vitamin C –, eine feuchtigkeitsspendende Tagespflege und ein Lichtschutzfaktor.« Für die Nacht rät der Experte zu einem regenerierenden Serum mit Retinol sowie einer pflegenden Creme. Wichtig sei zudem, auf die besonderen Bedürfnisse der männlichen Haut einzugehen: »Da Männerhaut in der Regel dicker ist, sollten Pflegeprodukte leicht in der Textur, aber dennoch hochwirksam sein«, so Golüke weiter.
Das Ziel der meisten seiner männlichen Patienten ist klar: Die maskuline Ausstrahlung soll erhalten bleiben, ohne dass die Haut unnatürlich geglättet wirkt. Dr. Golüke empfiehlt hierfür minimalinvasive Methoden wie Botulinumtoxin, gezielte Filler zur Betonung der Gesichtskonturen, Skinbooster, Radiofrequenz-Microneedling oder moderne Ultraschallverfahren wie Ultherapy. »Diese Behandlungen liefern sichtbare, aber natürliche Ergebnisse – und das ganz ohne Ausfallzeit. Ideal für Männer, die nicht möchten, dass ihr frisches Aussehen sofort auf eine Behandlung zurückgeführt wird«, erklärt der Experte. In Kombination lassen sich so sowohl das Hautbild als auch die Gesichtskonturen deutlich optimieren. Dr. Golüke beobachtet auch in seiner Praxis einen Wandel: »Männer investieren heute bewusst in ihre Haut, sei es aus beruflichen Gründen oder einfach, um sich rundum wohlzufühlen. Gepflegt und vital auszusehen gehört in- zwischen zu einem modernen Lebensstil.« Um auch mit 50 noch frisch und dynamisch zu wirken, rät der Dermatologe dazu, frühzeitig mit einer konsequenten Pflegeroutine und kleinen, kontinuierlichen Treatments wie Laser, Botox oder Microneedling zu beginnen. Dabei gilt: Weniger ist mehr. »Wer sich gut beraten lässt und auf Qualität achtet, kann sein natürliches Erscheinungsbild bewahren – nur eben in einer vitaleren und ausgeruhten Version seiner selbst.«
TEXT: Sylvia Buchacher
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