Die Clean Beauty-Pionierin: Interview mit Susanne Kaufmann - séduction Magazin
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Die Clean Beauty-Pionierin: Interview mit Susanne Kaufmann

Von Pia Scheiblhuber 30/04/2020
Credit: PR
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Sie zählt zu den Wegbereitern eines modernen Naturkosmetikansatzes: Susanne Kaufmann verkörpert die Philosophie der Clean Beauty auf eine so unaufgeregte Art wie kaum eine andere Brand. Vor 17 Jahren hat die Österreicherin, die im Bregenzerwald ein Hotel mit dazugehörigem Spa betreibt, ihre eigene Kosmetikmarke gegründet. Ihr Leitgedanke: effektive, natürliche und nachhaltige Kosmetik bieten – und das Wissen der heimischen Heilpflanzen für Beauty-Produkte fruchtbar machen.

Ein Gespräch über das Potential der alpinen Pflanzenwelt, über eine ganz persönliche und ganzheitliche Definition der Clean Beauty – und über die unabsehbaren Auswirkungen der Krise. Eine zumindest kurzfristige, wohltuende Lösung hat Susanne Kaufmann parat: die perfekten Produkte für ein Spa-Treatment für zuhause.

Sie kommen aus dem Bregenzerwald, einem landschaftlich sehr ansprechenden Alpental in Österreich mit einer reichen Pflanzenwelt. Welche heimische Pflanze mögen Sie am liebsten?

Ich mag besonders gerne Arnika. Zum einen aus Sentimentalitätsgründen, weil sie die Lieblingspflanze meiner Großmutter war und ich als Kind mit ihr zum Arnikasammeln ging. Zum anderen auch wegen ihrer Wirkung: Sie ist ein richtiges Allheilmittel. Arnika ist sehr entzündungshemmend und kann Gelenkschmerzen lindern. Sie wirkt auch super in der Schwangerschaft gegen Dehnungsstreifen. Arnika kann man auch als Tee zu sich nehmen, was bei Halsschmerzen sehr guttut.

Welches Potential steckt in den alpinen Pflanzen im Hinblick auf ihre Integrierung in Beauty-Produkte?

Ganz allgemein werden Pflanzen, die eine bestimmte Gegend prägen, seit jeher als Arzneimittel verwendet. Auch bei uns in den Alpen gibt es viele Pflanzen, die eine ganz spezifische Wirkung haben, wie die beruhigend wirkende Kamille oder der desinfizierende Spitzwegerich. Als ich die Kosmetik entwickelte, war für mich ganz klar, dass ich dieses Wissen um diese Heilpflanzen in einer ganz modernen und technisch versierten aber auch wirkungsvollen Methode für die Kosmetik verwenden möchte.

Mit dieser Einstellung gehörten Sie zu den Vorreitern der modernen, natürlichen Kosmetik. Wie empfinden Sie die Entwicklung der Naturkosmetik, die sich in letzter Zeit vollzog?

Natürlich großartig! Denn als ich mit der Linie vor 17 Jahren gestartet habe, da war das noch ganz anders. Viel mehr Menschen interessieren sich nun für Naturkosmetik und die Herkunft der Produkte. Das schnelllebige und konsumgetriebene Kaufverhalten wird immer mehr vor allem von der jüngeren Generation hinterfragt. Viele fragen sich: Wie kann ich konsumieren, ohne alles zu zerstören? Dank dieses Sinneswandels gibt es einerseits einen größeren Markt und andererseits umso bessere Rohstoffe. Zu Beginn war es oft schwierig, hochkonzentrierte Anti Aging-Rohstoffe zu bekommen. Jetzt gibt es ein ganz anderes Angebot an natürlichen Wirkstoffen. Wir können also mehr aus dem Vollen schöpfen.

So beeindruckende Entwicklungen ziehen auch oft Herausforderungen mit sich…

Klar, das Bestreben, Produkte zu verbessern, treibt einen ständig an. Verbesserungsbedarf besteht zum Beispiel noch in Sachen Verpackung. Ich bin mit Verpackungsentwicklern dabei, abbaubare und wiederverwertbare Lösungen zu entwickeln. Damit muss sich die gesamte Branche auseinandersetzen. Da der Markt stetig wächst, treibt uns natürlich auch die Frage um, wo wir weiterhin alle Rohstoffe herbekommen, wenn die Anbieter, die diese ebenfalls verwenden, immer mehr werden.

Ein Begriff, auf den man im Zusammenhang mit natürlicher Kosmetik immer öfter stößt, ist Clean Beauty. Welche Philosophie steckt hinter diesem Beauty-Konzept?

Clean Beauty kann ganz unterschiedlich definiert werden. Für unsere Marke und mich bezieht sich dieses Konzept nicht nur auf die Verwendung von cleanen, also natürlichen Inhaltsstoffen, mit denen Produkte ohne chemische Konservierungsstoffe produziert werden. Vielmehr geht es um die Gesamtheit des Produktes. Das fängt bei den Inhaltsstoffen und deren Herkunft sowie den umweltfreundlichen Verpackungslösungen an. Clean Beauty geht aber noch viel weiter, denn es geht auch um folgende Fragen: Mit welchen Energien wird gearbeitet? Wie sieht das Lager aus? Wir haben zum Beispiel ein komplettes Holzlager und die Produktion ist zu 100 Prozent solarbetrieben. Ganz wichtig ist auch der respektvolle Umgang mit den Menschen, von den Mitarbeitern in der Produktion bis hin zu den Händlern. Als Beautymarke fühle ich mich clean, wenn ich all diese Dinge abhaken kann.

Die für Ihre Marke kennzeichnenden Attribute „natürlich, effektiv, nachhaltig“ spiegeln diesen Clean Beauty Gedanken auf besondere Weise wider.

Von Anfang an war Nachhaltigkeit in unserer DNA verwurzelt. So ist es unser wichtigstes Bestreben, Produkte zu entwickeln, die so natürlich wie möglich sind. Ebenso wichtig ist aber die Effektivität. Oft ist es schwieriger, mit natürlichen Rohstoffen Effektivität herzustellen. Aber wir bleiben unserer Philosophie treu. Seit 2003, also seit dem Start unserer Marke, haben sich unsere Werte nicht verändert.

Beständige Werte sind vor allem in Krisenzeiten wichtig. Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf Ihre Marke und die Beauty-Branche aus?

Es ist sehr schwierig, das im Moment zu beurteilen. Ich merke nur, dass die Menschen sich gerne verwöhnen, wo sich doch zuhause sind und mehr Zeit haben. Viele unserer Produkte werden jetzt online bestellt. Das wird aber nur ein kurzfristiges Phänomen sein. Was längerfristig auf uns zukommt, kann ich überhaupt nicht abschätzen.

Welche Ihrer Produkte würden Sie für einen „Spa at home“-Tag empfehlen?

Ein tolles Spa-Feeling kann man sich zum Beispiel mit unserer „Home Spa-Box“ schaffen. Die habe ich bereits letztes Jahr kreiert. Die Idee dahinter ist, dass man sich nach einem anstrengenden Tag eine entspannende Spa-Stunde gönnt. Die Box ist mit sechs Miniaturprodukten ausgestattet, die den Körper verwöhnen. Man könnte zum Beispiel zuerst die Feuchtigkeitsmaske aufs Gesicht auftragen, Sie beim Teetrinken schön einziehen lassen und anschließend im beruhigenden Johanniskrautbad relaxen. Nach dem Bad sorgen die Body Butter und das Granatapfelöl für eine schön gepflegte Haut. Die wärmende Fußcreme wird für eine Fußmassage verwendet und zum Abschluss wird die Handcreme aufgetragen. Wenn man sich dafür eine Stunde Zeit nimmt, erlebt man von Kopf bis Fuß ein angenehmes Spafeeling.

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