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La Flamme Éternelle – Traditionsunternehmen Trudon

Von Regina Stahl 03/05/2022
Credit: PR
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Sie gehören zur Geschichte Frankreichs wie der Absolutismus und die Revolution: Seit bald vierhundert Jahren erhellen Kerzen der Manufaktur Trudon nicht nur königliche Gemächer. Inzwischen wird bei der Herstellung weitgehend auf Bienenwachs verzichtet. Aus ökologischen Gründen. REGINA STAHL über ein erfindungsreiches Traditionsunternehmen, dessen Licht nicht nur leuchtet, sondern auch duftet.

„Meine Großeltern besaßen ein Haus an der Côte d’Azur“, erzählt Julien Pruvost, seit 2010 Creative Director von Trudon, der wahrscheinlich ältesten Kerzen-Manufaktur der Welt. „Oft rieb Grand-mère ihre Hände an den Blättern ihrer Pflanzen und ließ mich den Namen raten.“ So entdeckte Pruvost schon als Kind seine Vorliebe für florale Gerüche. Das erklärt, warum „Cyrnos“ aus der Duftkerzen-Kollektion von Trudon nicht nur sein Favorit ist, sondern auch einen besonderen Ort ehrt: „Im Jahr 1894 baute die damalige Kaiserin Eugénie das schönste Haus am Cap Martin. Es wurde zum Magneten für Aristokraten, Künstler und Intellektuelle“, erzählt Pruvost. „Sie gab dem Anwesen den Namen Villa Cyrnos. Im Garten wuchsen Kiefern, Oliven- und Feigenbäume, die den typischen Duft der Region entfalteten. Wenn ich die Kerze anzünde, fühle ich mich in meine Kindheit versetzt.“

Ein Zeitsprung zurück ins Jahr 1643: Claude Trudon, ein Kaufmann aus der nordfranzösischen Provinz Picardie, zieht nach Paris und vermählt sich mit der Inhaberin eines Lebensmittelgeschäfts. Beste Adresse: Rue Saint-Honoré! Um das Sortiment zu erweitern, bietet Claude Trudon Kerzen für den Hausgebrauch und für Kirchengemeinden an. Herstellen lässt er selbst. Damals wurde das Wachs aus Bienenstöcken geborgen, gereinigt, in zahlreichen Bädern weiß gebleicht und anschließend im Freien getrocknet. Trudons Sohn Jacques, der das Unternehmen erfolgreich weiterführt, wird 1687 zum Hoflieferanten von Versailles ernannt. Bis zur letzten Phase der Monarchie beliefert Trudon den König: Selbst seine Kerkerzelle soll Louis XVI. mit Kerzen der Manufaktur erhellt haben.

Schon einige Jahrzehnte zuvor hatten Jérôme Trudon eine der bekanntesten Wachfabriken der damaligen Zeit in das Familien-Imperium integriert. Die 1702 gegründete „Manufaktur d’Antony für das Bleichen von Wachs und die Herstellung von Kerzen“ optimiert die Produktion der Kerzen und die Herstellung der Dochte aus feinster Baumwolle – was auch die Kirchen des Landes zu schätzen wissen. Bereits zu jener Zeit erweist das Haus Trudon mit einem Leitspruch im Wappen jenen seine Referenz, auf deren sprichwörtlichen Fleiß es angewiesen ist. Deo regique laborant: „Sie arbeiten für Gott und den König.“ Gemeint sind die Bienen.

Damit sind wir in der Gegenwart. Um die vorm Aussterben bedrohte Dunkle Biene zu schützen, werden die Kerzen nicht mehr aus Bienenwachs hergestellt, sondern zum größten Teil aus Rapsöl. Vier Prozent vom Verkaufserlös jeder Duftkerze der Sorte „Cire“ (Wachs) werden an das „Orne Dark Bee Conservatory“ gespendet, an eine Institution, die sich inmitten eines großen Naturparks in der Normandie für die Rettung der Dunklen Biene einsetzt.

Der königliche Hoflieferant ist längst auf der Höhe der Zeit. Was sich auch im Markennamen zeigt: Aus „Cire Trudon“ wurde das schlichte, einprägsame „Trudon“. Im Jahr 2007 brachte das Unternehmen seine erste Duftkerze auf den Markt. Inzwischen illuminieren 25 parfümierte Candles in unterschiedlichen Größen und Sonder-Editionen das Home zum Castle. Das Duftsegment sollte sich noch weiter entfalten: Seit 2017 wurden in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kreateuren acht Parfums geschaffen. Luxus-Tröpfchen, die beweisen, dass das Haus Trudon mehr ist als eine Kerzens-Angelegenheit.