
Fünf Sterne markieren in Frankreich nicht automatisch die exklusivste Hotelkategorie. Für ausgewählte Häuser gibt es eine zusätzliche Auszeichnung, die nur unter bestimmten Voraussetzungen vergeben wird. séduction stellt fünf sogenannte Palace Hotels vor.
Der Palace-Status wurde 2010 eingeführt und richtet sich an Hotels, die bereits zur Fünf-Sterne-Kategorie gehören, dort aber noch einmal herausstechen. Geprüft wird von Atout France, der französischen Agentur für Tourismusentwicklung, unter anderem nach Lage, Ausstattung, Service, Architektur, Gastronomie, Spa-Angebot und der Geschichte des Hauses. Wichtig ist aber auch das Gesamtbild: Ein Palace soll nicht nur besonders komfortabel sein. Entscheidend ist, ob ein Hotel eine eigene Handschrift hat und auch außerhalb Frankreichs als besondere Adresse wahrgenommen wird.
Cheval Blanc Paris: Palace Hotel an der Seine
Cheval Blanc Paris zeigt gut, warum der Palace-Status nicht nur mit Größe oder langer Hoteltradition zu tun hat. Das Haus eröffnete erst 2021 im historischen Samaritaine-Komplex direkt an der Seine, einem früheren Pariser Warenhaus. Die Art-déco-Architektur des Gebäudes geht auf Henri Sauvage und das Jahr 1928 zurück und blieb bei der Umwandlung zum Hotel erhalten. Peter Marino gestaltete passend dazu die Zimmer, Suiten und öffentlichen Bereiche als private Pariser Residenz mit eigens entworfenen Möbeln sowie ausgewählten Objekten und Kunstwerken von Frank Gehry, Vik Muniz, Sonia Delaunay, Sophie Mallebranche und Ingrid Donat. Mit 72 Zimmern und Suiten bleibt das Hotel vergleichsweise intim. Gäste genießen je nach Zimmerkategorie Ausblicke auf die Seine, den Pont Neuf, den Louvre oder den Eiffelturm. Die größte Unterkunft des Hauses ist The Apartment mit sieben Schlafzimmern für bis zu 17 Gäste. Der Palace-Anspruch zeigt sich aber nicht nur in den Zimmern. Kulinarisch deckt das Hotel ein sehr breites Spektrum ab: vom Drei-Sterne-Restaurant Plénitude über das japanische Hakuba mit zwei Michelin-Sternen bis zur Brasserie Le Tout-Paris auf der siebten Etage. Im Sommer öffnet zusätzlich Le Jardin, eine 650 Quadratmeter große Terrasse über Paris. Neben Kunst, Architektur und Gastronomie gehört auch Wellness fest zum Konzept des Hauses. Entsprechend umfangreich fällt das Dior Spa im Cheval Blanc aus. Behandlungen finden in sechs Suiten statt, darunter die Bonheur Suite mit Sauna und Hammam sowie die Sauvage Suite mit beheizten Quarzliegen. Dazu kommen Dior-eigene Massagetechniken, moderne Anwendungen, der Rossano Ferretti Salon, ein Fitness Studio, Sauna, Hammam, Snow Shower und ein geschwungener Infinity Pool mit Mosaiken von Michael Mayer.
Royal Champagne Hotel & Spa: Wellness und Weinberge
Ein weiteres Palace-Hotel führt in die Champagne, nach Champillon zwischen Reims und Épernay. Das Royal Champagne Hotel & Spa liegt dort mit Blick auf die Weinberge und das Marne-Tal. Von hier aus können Gäste Champagnerhäuser besuchen, ihre Keller besichtigen, Winzer treffen oder durch die umliegenden Weinberge spazieren. Die 47 Zimmer und Suiten sind hell und ruhig gestaltet. Natürliche Materialien und große Fenster sorgen für eine offene, ruhige Atmosphäre, während Terrassen und Balkone den Blick ins Freie erweitern. Wer mehr Privatsphäre sucht, kann die Villa Les Trois Clochers buchen, ein Art-déco-Haus von 1924 mit fünf Suiten, Garten und beheiztem Pool. Im Restaurant Le Royal kocht Christophe Raoux französische Küche mit Produkten aus der Region. Im Le Bellevue können Gäste auf der Terrasse sitzen und den Blick über das Tal genießen. Auch im Spa steht Erholung im Mittelpunkt: Gäste können den Innen- und Außenpool nutzen, Behandlungen buchen oder Zeit in Sauna, Hammam und Yoga-Studio verbringen.
La Réserve Ramatuelle: Palace Hotel nahe Saint-Tropez
La Réserve Ramatuelle liegt nicht direkt in Saint-Tropez, sondern etwas außerhalb, in der Nähe des gleichnamigen Dorfes Ramatuelle. Genau das macht den Reiz aus: nah am Geschehen, sodass sich Saint-Tropez jederzeit erreichen lässt, gleichzeitig aber weit genug entfernt vom Trubel. Ein Pinienwald trennt das Haus zusätzlich von den touristischeren Teilen der Umgebung. Mit nur 27 Zimmern und mehreren Villen ist das Haus bewusst sehr auf Privatsphäre ausgelegt. Die Zimmer überzeugen mit Meerblick und verfügen entweder über Terrasse oder Garten. Wer mehr Platz und Ruhe möchte, kann eine der Villen buchen, die sich besonders für längere Aufenthalte eignen. Trotz seiner eher privaten Atmosphäre bietet das La Réserve Ramatuelle ein vielfältiges gastronomisches Angebot. Im La Voile wird Fine Dining serviert; das Restaurant trägt zwei Michelin-Sterne. Außerdem gibt es eine Brasserie, ein Poolrestaurant, das japanisch-peruanische La Muna sowie La Réserve à la Plage am Pampelonne-Strand, wo die Küche stärker auf mediterrane Lunches und lange Strandtage ausgelegt ist. Im Spa wird das Thema Rückzug noch einmal konkreter. Der Fokus liegt vor allem auf Nescens und den Better-Aging-Programmen, die drei bis sechs Tage dauern und Beauty-Treatments, Bewegung und individuell abgestimmte Menüs verbinden.
Les Sources de Caudalie: Vinothérapie in Bordeaux
Les Sources de Caudalie liegt etwa 20 Minuten von Bordeaux entfernt, direkt auf dem Weingut Château Smith Haut Lafitte. Statt einer klassischen Hotelanlage erinnert dieses Hideaway eher an ein kleines Dorf mit mehreren Gebäuden, die sich an der regionalen Architektur Aquitaniens orientieren. Die 62 Zimmer und Suiten sind auf verschiedene Häuser verteilt und greifen mit Antiquitäten, Naturmaterialien und individuellen Einrichtungskonzepten die Umgebung auf. Zentral ist die Nähe zum Wein – nicht nur kulinarisch, etwa im Zwei-Sterne-Restaurant La Grand’Vigne, sondern auch im Spa. In Zusammenarbeit mit Caudalie wurde hier die Vinothérapie entwickelt, bei der Wirkstoffe aus Trauben und Reben in Gesichts- und Körperanwendungen eingesetzt werden. Ergänzt wird das durch klassische Spa-Angebote wie Pools, Hammam, Sauna und Behandlungen, die sich thematisch ebenfalls um Wein drehen. Auch außerhalb des Spas bleibt der Bezug zur Region präsent, beispielsweise durch Weinproben auf dem Château und Ausflüge in die umliegenden Anbaugebiete.
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