
Mallorca kann im Sommer voll, überlaufen und ziemlich anstrengend sein. Es gibt aber auch eine andere Seite der Insel: ruhige Hotels in alten Landgütern, ehemaligen Festungen oder direkt an geschützten Küstenabschnitten. Diese Adressen zeigen Mallorca abseits der bekannten Hotspots.
Mallorca gehört seit Jahrzehnten zu den liebsten Inseln der Deutschen. Das hat gute Gründe, macht die Insel in der Hauptsaison aber nicht unbedingt entspannter. Wer keine Lust auf volle Promenaden, dicht belegte Strände und überlaufene Beach Clubs hat, kann bei der Hotelwahl schon viel richtig machen. Diese fünf Hotels zeigen, dass Mallorca auch im Sommer ruhiger sein kann.
Castell Son Claret: Ruhiges Hotel in der Serra de Tramuntana
Castell Son Claret liegt bei Es Capdellà am Fuß der Serra de Tramuntana. Das ehemalige Landgut umfasst 132 Hektar mit Feldern, Wäldern und Gärten, seine Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Heute ist daraus ein kleines Hotel mit 43 Zimmern und Suiten geworden, das viel von diesem ländlichen Charakter behalten hat. Im Olivera stehen mediterrane Gerichte mit regionalen Produkten im Mittelpunkt, während Küchenchef Jordi Cantó im Michelin-Restaurant Sa Clastra die Geschichte und Landschaft Mallorcas in seine Menüs einfließen lässt. Der lokale Ansatz zeigt sich auch im Bellesa de Claret Spa: Dort werden Kräuter, Blüten, Früchte und Öle aus dem eigenen Garten in die Behandlungen eingebunden, ergänzt durch Massagen, Yoga und Hammam-Rituale.
La Residencia: Künstlerhotel in Deià
La Residencia liegt am Rand von Deià, einem der bekanntesten Künstlerorte Mallorcas. Das Belmond-Hotel besteht aus zwei historischen Herrenhäusern und ist von Olivenhainen, Zitrusbäumen und den Bergen der Serra de Tramuntana umgeben. Die 66 Zimmer und Suiten verbinden mallorquinische Antiquitäten, Naturmaterialien und Terrakottaböden mit Ausblicken auf die Berge oder ins Grüne. Einige Suiten verfügen zudem über private Pools oder eigene Terrassen. Das Besondere an dem Hotel ist der enge Bezug zu Deiàs Kunstgeschichte: Gäste können an Mal-, Skulptur- oder Töpferkursen teilnehmen, während im Restaurante Miró Originalwerke von Joan Miró hängen. Kulinarisch zählt außerdem das El Olivo zu den bekanntesten Adressen des Hotels, das in einer ehemaligen Olivenmühle untergebracht ist. Für entspannte Stunden stehen zwei Außenpools sowie ein Spa mit Innenpool, Sauna, Dampfbad und Jacuzzi zur Verfügung. Gleichzeitig liegt einer der schönsten Teile Mallorcas direkt vor der Tür. Rund um Deià verlaufen zahlreiche Wanderwege durch die Tramuntana, und zur Cala Deià, einer kleinen Badebucht an der Küste, fährt regelmäßig ein Shuttle.
Cap Rocat: Hotel in einer ehemaligen Militärfestung auf Mallorca
Cap Rocat ist eine ehemalige Militärfestung oberhalb der Bucht von Palma, die über Jahre hinweg zu einem Hotel umgebaut wurde. Die historische Struktur aus Steinmauern, Wehrgängen und Räumen, die direkt in den Fels gebaut wurden, ist dabei weitgehend erhalten geblieben und prägt das gesamte Gelände. Entstanden ist ein vergleichsweise kleines Haus mit rund 30 Suiten, die sich über das weitläufige Areal verteilen und teils in ehemalige Wachposten integriert sind. Viele der Unterkünfte nutzen ihre Lage innerhalb der Anlage sehr gezielt. Besonders die sogenannten Sentinel-Suiten liegen am Rand des Geländes, abgeschirmt zwischen Fels und Meer, und verfügen über private Terrassen, Pools und weite Blicke über die Küste. Da sich das Hotel über das gesamte ehemalige Festungsareal verteilt, legt man die Wege zwischen Zimmer, Meer und den öffentlichen Bereichen zu Fuß oder mit kleinen Elektrofahrzeugen zurück. So verteilen sich auch die wichtigsten Angebote über das Gelände: Im Sea Club direkt am Wasser wird eine unkomplizierte mediterrane Küche serviert, mit Fokus auf Fisch, Reis und Grillgerichte. Und im Restaurant La Fortaleza entwickelt Küchenchef Víctor García dagegen eine deutlich formellere Interpretation der mallorquinischen Küche, meist in Form von Degustationsmenüs mit regionalem Schwerpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch ein Spa mit Hammam, Salzwasserpool.
Mandarin Oriental
Mandarin Oriental Punta Negra ist frisch eröffnet und liegt zwischen Palmanova und Puerto Portals an der Küste von Costa d’en Blanes, umgeben von Pinien und zwei kleinen Buchten. Das Resort geht auf das frühere H10 Punta Negra zurück, ein Ferienhotel aus den 1960er-Jahren, das nun umfassend umgebaut und erweitert wurde. Heute verteilen sich 131 Zimmer, Suiten und freistehende Häuser auf das Gelände, viele davon mit direktem Meerblick oder privaten Pools. Kulinarisch ist das Haus breit aufgestellt: Im Leppoc wird mallorquinisch gekocht, im Sobretaula stehen Tapas im Mittelpunkt, dazu kommen griechische Küche im Thalos, Fleischgerichte im Leña von Dani García, Nikkei-Fusion im Nobu Matsuhisa und mexikanische Küche im Jacinta. Viele der Restaurants sind auch für externe Gäste geöffnet und machen das Resort zu einem gastronomischen Anziehungspunkt der Umgebung. Ergänzt wird das Angebot durch ein Spa- und Wellnesskonzept mit Innen- und Außenbereichen, Sauna, Hammam, Fitness sowie Behandlungen und Yoga, die klar auf Erholung und Regeneration ausgerichtet sind.
Auch interessant:













