Art Hotels: Diese Häuser sind auch wegen ihrer Kunst eine Reise wert - séduction Magazin Germany
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Art Hotels: Diese Häuser sind auch wegen ihrer Kunst eine Reise wert

Von Monroe Rei Vogel 03/07/2026
Das Hotel The Dolder Grand, welches sich in Zürich befindet.
Credit: Lukas Buchfelder
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Art Hotels sind längst mehr als Hotels mit schönen Bildern an den Wänden. Einige Häuser funktionieren heute als Hotels mit Kunstsammlung, andere geben zeitgenössischen Künstlern neue Werke in Auftrag oder bewahren eine Kulturgeschichte, die über Jahrzehnte entstanden ist. Genau das macht sie für Kunstfans spannend: Sie verbinden Übernachtung und Kunsterlebnis und machen Kunst zu einem festen Teil des Aufenthalts.

The Dolder Grand: Kunstrundgang durchs ganze Haus

Wer im Dolder Grand eincheckt, sollte die Augen offen halten. Denn hier lässt sich Kunst an vielen Stellen entdecken. Das Haus besitzt über 100 Werke von rund 90 Künstler. Darunter sind Arbeiten von Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler, Urs Fischer und Max Bill, aber auch Werke von Salvador Dalí, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Fernando Botero, Joan Miró, Keith Haring und Takashi Murakami. Salvador Dalís Femmes métamorphosées – Les sept arts begrüßt die Gäste am Eingang von The Restaurant, auf dem Weg zum Spa wartet Le Monde von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely und auf der Spa-Terrasse steht Fernando Boteros Skulptur Woman with Fruit. Per QR-Code erhalten Gäste weitere Informationen zu den einzelnen Werken und Künstler und können sich so ihren eigenen Rundgang durch das Haus zusammenstellen. Auch Kulturgeschichte gehört im Dolder Grand dazu: Die „Maestro Suite“ ist dem Dirigenten Herbert von Karajan gewidmet, die „Masina Suite“ der italienischen Schauspielerin Giulietta Masina. In der „Suite 100“ steht außerdem eine von den Rolling Stones signierte E-Gitarre. Fun Fact: Die Sammlung ist nicht fest angelegt. Einzelne Werke wechseln regelmäßig ihren Platz, sodass sich das Hotel bei einer späteren Anreise wieder etwas anders anfühlen kann.

The Peninsula Hong Kong: Förderung für zeitgenössische Kunst

The Peninsula Hong Kong folgt einem anderen Zugang zu Kunst. Im Mittelpunkt steht kein klassischer Rundgang durch eine feste Sammlung, sondern ein Programm, das regelmäßig neue Arbeiten ins Haus bringt und zugleich die lokale Kunstszene sichtbar macht. Schon 2014 startete das Hotel mit Love Art at The Peninsula Hong Kong eine Initiative für Kunst und Experiences, die Gästen und der Öffentlichkeit Werke internationaler Künstler in einem besonderen, traditionsreichen Setting zugänglich machte. In Partnerschaft etwa mit London’s Royal Academy of Arts wurden bereits ikonische Pieces gezeigt: Tracey Emin und Richard Wilson bespielten die Fassade des Hotels mit großformatigen Arbeiten, Conrad Shawcross brachte mit einer kinetischen Installation Skulptur, robotische Bewegung und Musik zusammen und Michael Craig-Martin installierte mit Bright Idea eine vier Meter hohe, leuchtend gelbe Stahl-Glühbirne im Vorhof des Hotels. Was als lokale Kunstinitiative begann, wurde später zu einem internationalen Auftragsprogramm: Seit 2019 unterstützt Art in Resonance aufstrebende sowie etablierte zeitgenössische Künstler bei der Realisierung neuer, ortsspezifischer Werke. 2026 präsentiert The Peninsula Hong Kong drei neue Arbeiten. Angel Hui verwandelt mit Swimming in Light die Fassade des Hotels in eine leuchtende, fast fließende Oberfläche, auf der sich farbige Zeichen und Formen über den Stein legen. Albert Yonathan Setyawan zeigt mit Metamorphic Modulation eine keramische Installation in der Lobby, die aus vielen fast gleichen, aber nie ganz identischen Elementen besteht. Und Dr. William Lim entwickelt mit Walking On A Bright Future eine Arbeit, die sich über mehrere Ebenen des Hauses zieht: von tapetenartigen Motiven an den Wänden über gemalte Bilder und speziell gestaltete Möbel bis hin zu komponierten Desserts in The Verandah Café. So wird das Hotel selbst zum Exhibition Space und zugleich zu einem Zugang zur Kunstszene Hongkongs.

The Fife Arms: Kunstvermittlung in den Highlands

Im The Fife Arms in Braemar wird Kunst für große und kleine Gäste gleichermaßen erlebbar gemacht. Das Hotel wurde von Iwan und Manuela Wirth, den Co-Founders von Hauser & Wirth, einer der weltweit einflussreichsten Galerien für moderne und zeitgenössische Kunst, mit über 16.000 Antiquitäten, Kunstwerken und Collectibles ausgestattet. Sie verteilen sich durch Zimmer, Flure, Bars, Restaurants und Salons und reichen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dazu kommen Special Commissions, die eigens für das Haus entstanden sind. Im Restaurant des Hotels schuf Guillermo Kuitca eine großformatige Wandmalerei, Zhang Enli gestaltete mit Ancient Quartz die Decke des Drawing Room, und Bharti Kher realisierte im Spa mit Cipher eine spiralförmige Installation aus Bindis. Auch die Artists in Residence greifen die Umgebung von Braemar auf: James Prosek entwickelte den hybriden Flying Stag für das Wappen und Bar-Logo des Hotels, Gideon Summerfield zeichnete Porträts lokaler Bewohner, und Alec Finlay schuf mit Gathering eine poetische Landkarte des Cairngorms National Park. Damit die Kunst nicht nur Teil des Interieurs bleibt, setzt The Fife Arms auch auf Vermittlung. Täglich startet eine einstündige Art Tour durch das Haus, außerdem gibt es kreative Angebote für jüngere Gäste und das Youth Art Reviewers Project, bei dem Jugendliche ab 14 Jahren die Sammlung und Interieurs mit eigenen Beobachtungen erkunden können.

Hotel Chelsea: Ein Archiv der New Yorker Boheme

Im Hotel Chelsea in New York ist Kunst nicht aus einem klassischen Sammlungskonzept entstanden. Über Jahrzehnte füllte sich das Haus mit Werken von Künstlern, Musikern und Schriftstellern, die hier lebten oder arbeiteten. Manche hinterließen Arbeiten als Zahlung, Geschenk oder Teil ihres Aufenthalts. Dadurch wurde das Haus zu einem Archiv der New Yorker Bohemian Era, vor allem der 1960er- bis 1980er-Jahre. Gerade darin liegt der Unterschied zu vielen anderen Art Hotels. Während Kunst andernorts gezielt angekauft oder für bestimmte Räume beauftragt wird, trägt das Hotel Chelsea seine Geschichte noch immer in den Fluren und Wänden. Nach der Neugestaltung trifft dieses Erbe nun auf zeitgenössische Positionen und ein gehobeneres Hotelkonzept.

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