Reise Tipps

Die zwei Welten Asiens

Von Habib Yaman 18/12/2019
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Nach einem Zwischenstopp in Singapur, einer Fährfahrt zur Insel Batam und einer 80-minütigen Weiterreise mit dem Wasserflugzeug nach Bawah Island sind es unzählige Facetten von Meeresblau, die mich aus meiner Müdigkeit reißen. Bawah … noch nie gehört oder gelesen. Trotzdem spüre ich eine Vorfreude und Neugierde in mir. Allein, weil Bawah übersetzt „unten“ bedeutet und ich das für mich als „runterkommen“ interpretiere.

Bawah gehört zu den etwa 250 nord- östlich von Singapur gelegenen Anambas- Inseln, von denen nur 26 bewohnt sind und deren rund 45.000 Einwohner haupt- sächlich vom Fischfang leben. Bawah selbst besteht aus sechs Inselchen mit drei Lagu- nen und 13 Stränden. Entdeckt hat das Paradies der 63-jährige Brite Tim Hartnoll, der in Singapur lebt und mit Schiffsbau sein Geld verdient. Bei einem Segeltörn mit seiner Familie fuhr er an Bawah vor- bei und ließ sich von der Mischung aus grünem Dschungel, Bergen, türkisfarbe- nen Lagunen und weißen Puderzucker- stränden begeistern. Wie es der Zufall wollte, stand das Inselparadies zwei Jahre später zum Verkauf und Hartnoll schlug zu. Er engagierte den auf ökologische Bauweise spe- zialisierten Architekten Sim Boon Yang, um Bawah Reserve zu bauen. Statt für die in Südostasien bevor- zugten Holzkonstruktionen entschieden sie sich für Bambus – auf Java geerntet und per Schiff nach Bawah verschickt. In den folgenden sechs Jahren entstand
das meiste in Handarbeit, bis die luxuriöse Minimalität fertiggestellt war: 35 Bungalows und Suiten, die maxi- mal 70 Gästen Platz bieten.

Auch heute liegt es Tim Hartnoll und Matthew Chap- man, dem Förderer der Bawah Anambas Foundation, am Herzen, die Ursprünglichkeit der Inseln zu bewahren. Sie legen großen Wert auf den Schutz des Meeres, dadie Riffe rund um die
Anambas über eine Biodiversität verfügen, die etwa zehnmal größer ist als die des Great Barrier Reefs in Australien: mit Korallen in nie geahnten Farbtönen und Seesternen in Tiefblau.
Außerdem gehört es zu den Aufgaben der Stiftung, die Einheimischen mit ökologischem Landbau vertraut zu machen und der Vermüllung des Ozeans entgegenzuwirken.

In dieser fast schon ungewöhnlichen Wunderwelt anzukommen, ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Es erwarten einen herrliche Massagen, Picknicks an den 13 Puderstränden, Kajakfahrten in den Sonnenauf- gang, Exkursionen in transparenten Kanus, in denen sich auch klaustrophobisch veranlagten Nichttauchern wie mir die spektakuläre Unterwasserwelt erschließt. Dazu Cooking Classes beim ursprünglich aus Sardinien stammenden Chef Mattia. Und nicht zu vergessen die zweimal wöchentlich unter freiem Himmel statt- findenden Movie Nights, bei denen man in bequemen Liegen abwechselnd den Sternenhimmel und die Leinwand bewundern kann. Schwer zu sagen, was schöner ist …

Doch irgendwann heißt es Abschied nehmen vom Paradies. Meine Rückreise führte mich zu den „Crazy Rich Asians“, deren Hochburg Singapur ist. Vom diskreten Luxus zur Big Show. Doch es lohnt sich, denn Singapur ist so maniküriert sauber, dass man es auch die Schweiz Asiens nennt. Außerdem ist seine zwischen traditionell und futuristisch anmutende Architektur so inspirierend, dass New York dagegen verblasst. Und die kulinarische Vielfalt ist ein absolutes Highlight fürGourmets jeder Couleur – selbst das in Food-Markets wie dem Tanjong Pagar Food Centre angebotene Essen lässt Gaumen und Magen tief in die kulinarischen Genüsse Asiens eintauchen. Besonders gelungen fand ich das Hotel Six Senses Duxton, das von der Londoner Interior-Designerin Anouska Hempel eingerichtet wurde. Es liegt zwischen Chinatown und dem Viertel Tanjong Pagar, keine 400 Meter vom Buddha Tooth Relic Temple entfernt. Liebhabern futuristischer Architektur gefällt das Marina Bay Sands: ein 20 Hektar umfassendes Resort, das aus Casino, Hotel, Ausstel- lungszentrum, Shoppingmall, Museen, Theatern, Bars und Nightclubs besteht. Drei 55-stöckige Hoteltürme tragen einen 340 Meter langen Dachgarten mit einem 146 Meter langen Infinity-Pool. Wie gesagt: Crazy! Rich!! Asians!!! Mich persönlich beeindruckte das Comeback einer Legende: Nach zweieinhalbjähriger Renovierung hat das 1887 erbaute, mittlerweile als Nationaldenkmal geschützte Raffles wieder eröffnet. Die Grande Dame aller Kolonialhotels vereint den Charme des 19. Jahrhunderts mit neuzeitlicher Tech- nik. Nun gibt es auch ein Spa, in dem man sich mit Anti-Aging-Treatments und traditionellen Massagen vom Shopping aufs Clubbing einstimmen lassen kann. bawahreserve.com

Beach- und Gartenvillen ab 2.000 Euro pro Nacht inklusive Food, Spa-Treatments,Transport mit dem Wasserflugzeug, nichtalkoholische Getränke und sämtliche Wassersport-Aktivitäten

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