Spanien neu entdecken: Ein Land voller Schätze - séduction Magazin Germany
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Spanien neu entdecken: Ein Land voller Schätze

Von Kathrin Buschauer 02/04/2026
Credit: Alamy
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Spanien zählt zu den liebsten Reisezielen der Deutschen. Was man dabei oft vergisst: Es kann so viel mehr als Strand. Die wahre Faszination der iberischen Halbinsel offenbart sich auf kulturelle und kulinarische Weise – vom Baskenland bis Andalusien.

Er beschwört unweigerlich Bilder von Meer, Menschen mit Sonnenbrand und frittierten Tapas herauf: der Urlaub in Spanien. Das wird dem Lieblingsurlaubsland der Deutschen aber nicht ansatzweise gerecht. Um das andere – und auch das neue – Spanien zu erforschen, blicken wir deshalb erst mal ins Inland. Da präsentiert sich Spanien kosmopolitisch, kulinarisch interessant und trotzdem weiterhin sympathisch-bodenständig.

Credit: PR Centre Pompidou
Überraschend: Málaga, eigentlich für Sonne und Strand bekannt, gibt nun kulturell Gas, etwa mit einem Ableger des Centre Pompidou aus Paris, Credit: PR Centre Pompidou

Auch die Hauptstadt liegt mittendrin – und wird oft für das Laissez-faire Barcelonas verschmäht. Natürlich zu Unrecht. Kaum eine andere europäische Metropole vereint so viele Michelin-Sterne, Avantgarde-Küchen und exquisite Grandhotels auf so engem Raum wie Madrid. Und bleibt dabei stets auf erfrischende Art nahbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten am besten zu Fuß erkunden lassen: vom Palacio de Cibeles mit Wes-Anderson-Vibes von 1919, einem Meisterstück des Eklektizismus, bis zur berühmten Prachtstraße Gran Vía, deren Jugendstilfassaden dem Palast nachzueifern scheinen. Denn einer der großen Vorteile Madrids ist die enge Vernetzung seiner urbanen Knotenpunkte. So kann man sich durch die historischen Gassen treiben lassen – ein Cortado am Morgen auf der Plaza Mayor, ein kurzer Abstecher zum Mercado de San Miguel zwischendurch, am Abend ein Theaterbesuch oder ein Glas Wein in einer versteckten Neo-Tapas-Bar.

Welcome to the… Der 27 Club des Palace Hotels in Madrid – hier trifft man sich in gediegener Atmosphäre zu ausgezeichneter Mixology und inspirierendem Austausch, Credit: Marriott International
Das Wohnzimmer einer Suite des the Palace, Credit: Marriott International
Grand Zeitgeist: La Cúpula ist der spektakuläre Restaurant- und Barraum im The Palace, Madrid. Credit: Marriott International

Zum anderen ist es die selbstverständliche Koexistenz von Gegensätzen, die Madrid so aufregend macht. Fine-Dining auf Michelin-Niveau liegt oft nur wenige Schritte von traditionellen Tavernen entfernt, in denen seit Jahrhunderten in denselben Holzöfen Spanferkel und Lamm zubereitet werden. Dieses Zusammenspiel aus Tradition und zeitgenössischem Flair spiegelt sich auch in den großen Adressen der Stadt wider. »The Palace Hotel Madrid« verkörpert dabei einerseits die klassische Opulenz vergangener Epochen – mit hohen Glaskuppeln, Marmorböden und maßgeschneiderter Tapisserie –, ist aber nach einer sorgfältigen Restaurierung, die 2025 abgeschlossen wurde, zugleich fest in Madrids kosmopolitischer Gegenwart verankert. Währenddessen versteht sich das »Rosewood Villa Magna Madrid« als emblematische Hommage an die aristokratische Historie der Stadt mit modernem Twist: kunstvoll kuratierte Suiten, inspiriert von der diskreten Grandezza des frühen 20. Jahrhunderts, verbinden sich in der charismatischen Residenz am Paseo de la Castellana nahtlos mit einem modernen, urbanen Lifestyle.

Highlight: Das Museo Picasso Málaga in der andalusischen Geburtsstadt des Künstlers ist eine der bedeutendsten Picasso-Sammlungen der Welt. Darüber hinaus bietet das Museum regelmäßig temporäre Ausstellungen und ein vielfältiges Programm aus Bildung, Forschung und kulturellen Aktivitäten, Credit: Museo Picasso Málaga
Alt und neu: Der Kern des Museo Picasso ist ein Renaissance-Palast, dahinter ergänzt ein Erweiterungsbau um klare, kubische Formen, Credit: Museo Picasso Málaga
Große Kunst: Das Museo Picasso zeigt über 200 Werke aus den verschiedensten Schaffensphasen des Meisters, Credit: Museo Picasso Málaga

Von der kastilischen Hochebene, auf der Madrid liegt, sind es rund 500 Kilometer bis nach San Sebastián. Im Norden, wo Spanien deutlich grüner, kühler und landschaftlich rauer wird, schmiegt sich die moderne Küstenstadt an den Golf von Biskaya. Schon seit Jahren gilt das Baskenland als eine der spannendsten Genussregionen Europas. Und Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch heißt, ist zweifellos ein Mekka der Haute Cuisine: Kulinarische Exzellenz muss hier nicht inszeniert werden, sie entsteht scheinbar ganz selbstverständlich. Die Stadt mit den eindrucksvollen Belle-Époque-Fassaden zählt zu den Orten mit der höchsten Dichte an Michelin-Sternen pro Einwohner weltweit. Bereits in den 1970er-Jahren leitete die Bewegung der »New Basque Cuisine«, inspiriert von der französischen Nouvelle Cuisine, den entscheidenden kulinarischen Wandel ein. Traditionelle baskische Gerichte wurden dabei durch neue Techniken, überraschende Zutatenkombinationen und Interpretationen kühn weitergedacht – stets mit dem Anspruch, die kulturelle Identität des Baskenlandes hervorzuheben und gleichzeitig Innovationsgeist zu demonstrieren. Fine-Dining-Ikonen, wie das Drei-Sterne-Restaurant »Akelarre«, das in spektakulärer Lage über dem Atlantik thront, stehen für die kreative Küche der Provinz Gipuzkoa. Gleichzeitig entfaltet sich die kulinarische Seele San Sebastiáns in den Gassen der imposanten Altstadt in all ihrer Vielfalt. In hippen Pintxo-Bars trifft traditionelle baskische Küche auf urbane Barkultur. Serviert werden hier fast ausschließlich Pintxos – kleine, kunstvoll arrangierte Häppchen auf einer Scheibe Baguette, die von einem Spieß zusammengehalten werden. Das Spektrum reicht von einfachen Kombinationen mit Schinken und Idiazábal-Käse bis hin zu aufwändigen Gourmet-Kreationen, die den hohen kulinarischen Anspruch der Region widerspiegeln. Und um die Vielfältigkeit Spaniens noch einmal zu verdeutlichen, kommt jetzt der Perspektivwechsel ganz in den Süden – dorthin, wo das vorab bemühte Stereotyp von endlosen Handtuchreihen jahrzehntelang kultiviert wurde. Am goldenen Küstenabschnitt der Costa del Sol liegt Málaga – lange Ferienhochburg mit vertrautem Immergleich; heute aber eine der kulturell einflussreichsten Städte Andalusiens. In den letzten Jahren hat sich die Stadt nämlich jenseits der Beachclubs zu einer anspruchsvollen Kulturdestination gewandelt. Die Geburtsstadt Picassos kann auch bei Menschen punkten, die an zeitgenössischer Kunst interessiert sind und überzeugt mit einer bemerkenswerten Dichte an Venues. Das Museo Picasso widmet sich dem Lebenswerk des berühmten Malers mit einer hochkarätigen Sammlung, während das Centre Pompidou Málaga – ein Ableger der Pariser Institution – als farbiger Kubus am Hafen schon allein architektonisch ein fantasievolles Zeichen setzt. Dazwischen liegt das Soho-Viertel, das so in Anlehnung an die Viertel in New York und London benannt wurde (offiziell heißt es Barrio de las Artes). Es ist ein buntes Quartier mit großflächiger Streetart, kleinen Privatgalerien und einem geschäftigen Vintage-Markt.

Zeitgenössisch mediterran: Eñe, die Bar in der Lobby des ME Málaga by Melia, überzeugt mit kreativen Drinks und einem entschleunigenden Interieur, Credit: Me Málaga
Sundowner: Vom Rooftop (mit Pool und Bar) des Me Málaga by Melia hat man einen großartigen Blick über die Stadt und auf das Castillo de Gibralfaro, Credit: Me Malaga

Als Ausgangspunkt empfiehlt sich das »ME Málaga by Meliá« in unmittelbarer Hafennähe – ein Hotel, das sich längst nicht mehr nur als Unterkunft versteht, sondern als kultureller Pulsgeber, mit Picasso- und Miró-Originalen im Lobbybereich. Und die dortige Rooftop-Bar mit Livemusik ist ein perfekter Ort, um an der Sonnenküste Spaniens auch den mediterranen Lifestyle nicht zu kurz kommen zu lassen. Ach ja, und 16 Strände, das soll hier nicht vorenthalten werden, gibt es on top. Denn ganz ohne Klischees geht es natürlich auch nicht – vor allem, wenn die Klischees als Kontrast erlebt werden und viele von ihnen darauf ausgelegt sind, unsere Lebensfreude zu steigern.

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