
Wo die Reise im Sommer hingeht, entscheiden viele Reisende längst nicht mehr nur nach klassischen Katalogen oder Tipps aus dem Bekanntenkreis. Serien und Kinofilme haben diese Funktion übernommen. Sie liefern nicht nur Unterhaltung, sondern fungieren als visuelle Schaufenster für das nächste Urlaubsdomizil.
Wer auf der Suche nach besonderen Orten ist, lässt sich von stimmungsvollen Kulissen inspirieren und bucht genau die Ästhetik, die am Vorabend über den Bildschirm lief. Vier ikonische Häuser zeigen, wie aus Filmlocations begehrte Reiseziele werden.
Der globale Buchungstrend durch „The White Lotus“
Den Auftakt für die aktuelle Welle des Set-Jettings lieferte das Four Seasons Resort Maui in Wailea. Als Schauplatz der ersten Staffel von The White Lotus wurde das Anwesen auf Hawaii rasch zum Gesprächsthema. Die detaillierten Aufnahmen der Suiten und des direkten Zugangs zum Pazifik lösten einen spürbaren Buchungsschub aus. Viele Gäste wollten die gezeigte Kulisse schlichtweg persönlich erleben.
Ein Jahr später verortete HBO die Serie im Mittelmeerraum: Das San Domenico Palace in Taormina, ebenfalls von Four Seasons geführt, diente als Kulisse für die zweite Staffel. Das ehemalige Kloster aus dem 14. Jahrhundert verzeichnete daraufhin ein deutliches Plus bei den Reservierungen. Dabei hat das Haus auf Sizilien eine lange Tradition vor der Kamera: Schon 1960 wählte Regisseur Michelangelo Antonioni die Anlage als zentralen Ort für seinen Klassiker L’avventura. Die Kombination aus historischer Bausubstanz, dem Blick auf den Ätna und der neuen Serienpräsenz sorgt bis heute für Monats-Vorausbuchungen.
Filmkulisse an der Amalfiküste

Auch an der italienischen Westküste greift dieser Effekt kontinuierlich. Das Anantara Convento di Amalfi Grand Hotel verdankt seine Anziehungskraft der anhaltenden Präsenz der Region in internationalen Produktionen – etwa der Netflix-Serie Ripley oder dem Actionfilm The Equalizer 3. Das im 13. Jahrhundert in die Felswand gebaute Kapuzinerkloster bedient die Suche nach Entschleunigung und historischer Architektur. Reisende schätzen hier das klassische Süditalien-Gefühl, das sie aus dem Kino kennen, legen vor Ort aber Wert auf Diskretion abseits der überfüllten Hotspots.
Hollywood in Kanada
Ein Wechsel der Szenerie führt nach Nordamerika: Das Fairmont Banff Springs in Alberta zeigt, dass Set-Jetting auch in den Bergen funktioniert. Das im Stil eines schottischen Schlossguts erbaute Haus im Banff-Nationalpark blickt auf eine lange Hollywood-Geschichte zurück. Bereits 1954 residierte Marilyn Monroe hier während der Dreharbeiten zum Western River of No Return (Fluß ohne Wiederkehr). Später diente die steinerne Kulisse als Hintergrund für den Survival-Thriller The Edge (Auf Messers Schneide) mit Anthony Hopkins und Alec Baldwin.
Auch interessant:
Hotels in ehemaligen Klöstern: Vier außergewöhnliche Häuser in Europa
48 Stunden in Tokio: Die besten Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten
Travel: Kontrastreiche Schönheit in Chile











