All posts filed under: Stahl’s Stil

Regina_Stahl_Kolumne

Spas(s) at home

Kolumne von Regina Stahl Unter der Vliesmaske bei Kerzenlicht und Champagner in der eigenen Badewanne vor sich hin träumen? REGINA STAHL erwägt die Vor- und Nachteile von Do-it-yourself- und professionellen BEAUTY-RITUALEN „Du hast nur eine Haut, also pass gut auf sie auf“, predigte meine Mutter, wenn ich der Einfachheit halber nur mal so unter die Bettdecke schlüpfen wollte. Ich wurde angehalten, mein Gesicht morgens und abends gründlich zu waschen und anschließend einzucremen, vorzugsweise mit Nivea Creme. Der Begriff Spa, heute ein Beauty-Must für die ganze Familie (ja, es gibt tatsächlich schon Treatments für Kleinkinder), lag in den 50er-Jahren noch in weiter Ferne. Lediglich als Gertraud Gruber 1955 am Tegernsee Europas erste Schönheitsfarm eröffnete, entdeckten Frauen und wissbegierige Kinder wie meine beste Schulfreundin Gina und ich, dass es wohl noch andere Rezepte für schöne Haut geben musste. Nach gemeinsamer Erledigung der Hausaufgaben schlossen wir uns im Badezimmer ein, um uns gegenseitig Gurkenscheiben „zur Erfrischung des Teints“ aufzulegen. Oder wir schrubbten uns das Gesicht mit Seesand-Mandelkleie von Aok leuchtend rot – Vorläufer eines später „Peeling“ genannten Säuberungsprozesses. …

Ilustration_Jasmin_Khezri

Olfaktorische Gelüste

Schon früh entschied meine Nase darüber, ob ich bestimmte Dinge in mein Herz schloss oder kategorisch ablehnte. Ich wollte nicht nur fühlen oder schmecken – nein, in erster Linie wollte ich „mal riechen“, weshalb mich meine Eltern gelegentlich scherzhaft „Mariechen“ nannten. Den Duft von Bananen mochte ich nicht, also aß ich sie nicht bzw. tauschte sie in den Schulpausen gegen etwas anderes ein. Mottenpulver konnte ich nur mit zugehaltener Nase ertragen. Und Geschirrspülmittel fand ich nicht nur wegen ihrer künstlichen Zitronigkeit, sondern vor allem wegen ihres knalligen Plastikauftritts höchst despektierlich – doch davon später. Dagegen liebte ich die grüne Sensation von frisch gemähtem Rasen in unserem Garten. Den Duft von Heckenrosen bei unserer allsommerlichen Ankunft auf Sylt. Die salz- und jodhaltige Luft bei einem Strandspaziergang. Die blühende Heide in den späten Augusttagen. Die morbide Feuchtigkeit bei einem Herbstspaziergang durch den Berliner Grunewald. Die Crispiness des ersten Schnees. Die einlullende Süße von frisch gebackenen Plätzchen. Mein erstes, unvergessenes Parfumerlebnis hatte ich als Kind. Meine Mutter trug – Tierschützer mögen ihr verzeihen – gern Pelze. Und sie …