
Man hört fast das Klirren der Steigbügel und das Knarren des Leders, doch ein Pferd sucht man in „Into the Horsescape“ vergeblich. Für die neunte Haute-Bijouterie-Kollektion von Hermès hat Kreativdirektor Pierre Hardy die Codes des Reitsports neu interpretiert. Trensen, Lassos, Steigbügel und Hufnägel werden zu skulpturalen Schmuckstücken. So wird aus funktionalem Reitzubehör Haute Joaillerie.
„Das Pferd selbst ist kaum zu sehen, doch seine Symbolik lebt in jedem einzelnen Schmuckstück weiter“, erklärt Pierre Hardy. Für „Into the Horsescape“ setzt der Kreativdirektor ganz bewusst auf das Prinzip der Metonymie: Nicht das Tier selbst steht im Mittelpunkt, sondern Formen und Objekte, die seine Geschichte erzählen. So bleibt das Pferd unsichtbar und bestimmt die Kollektion dennoch bis ins Detail. Dass dieses Spiel mit Andeutungen perfekt funktioniert, beweist Hermès auch mit der neuen Tasche Clou de Forge aus der Herbst/Winter-Kollektion 2026. Ihr Herzstück ist der Verschluss, der die minimalistische Form des ikonischen Clou de Forge-Armreifs zitiert – einer modernen Hommage an das Hufeisen.

Credit: Spotlight Launchmetrics
Hermès und der Reitsport
Die Verbindung zum Reitsport bildet das historische Fundament des Hauses: 1837 gründete Thierry Hermès in Paris eine Werkstatt für hochwertiges Pferdegeschirr und Sättel, die bald den europäischen Adel belieferte. Als die Maison später unter der Leitung seiner Nachfolger an die heutige Stammadresse in der 24 Rue du Faubourg Saint-Honoré zog und sein Sortiment ab den 1920er-Jahren um Lederwaren, Mode und Seidentücher erweiterte, blieben die Equestrian Codes erhalten. Sie gehören seither fest zur DNA von Hermès.
Die neue Kollektion umfasst 90 Schmuckstücke, mit denen Pierre Hardy die Equestrian Codes des Hauses in unterschiedlichen Themenwelten neu interpretiert. Dabei reicht das Spektrum von abstrakten Linien bis zu deutlich erkennbaren Motiven. In „Étreintes“ erinnern geschwungene Formen mit Smaragden und Diamanten an die weichen Bögen einer Trense. „Lasso Disco“ greift dagegen die kreisende Bewegung eines geworfenen Seils auf, die durch präzise gesetzte Baguette-Diamanten sichtbar wird. Und die Schnallen aus der klassischen Sattlerei finden schließlich in „Attelage d’Or“ eine neue Form. Besonders eng ist die Verbindung zur Geschichte des Hauses bei „Sellette“ erkennbar. Für das aufwendig gearbeitete Armband diente ein Miniatursattel aus dem 18. Jahrhundert aus der Émile-Hermès-Sammlung als Vorlage. An anderer Stelle wird selbst ein Detail wie der Hufnagel zum Ausgangspunkt eines Schmuckstücks: „Clou de Forge Lumière“ rückt seine reduzierte Form in den Mittelpunkt. „Galop Hermès“ nähert sich dem Pferd schließlich direkter und greift seine Silhouette skulptural auf.


Optisch setzen die Schmuckstücke zwar ein klares Statement, am Körper bleiben sie jedoch schön anschmiegsam. Dank flexibler Glieder folgen sie nämlich mühelos den Konturen des Körpers.
Auch interessant:
Matter Schmuck: Die Alternative zu Hochglanz
Strahlkraft: Van Cleef & Arpels-Ausstellung im MAK Wien
Bvlgari Octo Finissimo Perpetual Calendar: Ganz in Blau
Uhren mit farbigem Zifferblatt: Diese Modelle passen zum Sommer















