Körperpflege

Alles zum Trend Clean Beauty

Von Katja Dreissigacker 05/04/2020
Credit: iStock
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Wie bei Lebensmitteln und in der Fashion spielt das Thema Transparenz auch bei Hautpflege eine große Rolle. Wir möchten genau wissen was in den Tiegeln und Tuben steckt, möchten bewusst auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten und trotzdem effektive Wirkstoffkraft genießen. Und genau darum ist Clean Beauty der aktuell gefeierte Trend.

In diesem Überblick erfahren Sie alles, was Sie darüber wissen sollten.

Was genau ist Clean Beauty?

Es gibt bislang keinen festgesetzten Standard, eine allgemeingültige oder gar gesetzliche Definition, was Clean Beauty verbindlich bedeutet. Doch so viel steht fest: Bei Clean Beauty geht es darum, so wenig wie möglich, aber so viele Wirkstoffe wie nötig in einer Formulierung einzusetzen und dabei auf Inhaltsstoffe zu verzichten, die aus unterschiedlichen Gründen als bedenklich eingestuft werden. Einige der Stoffe stehen schon auf der No-go-Liste der Naturkosmetikhersteller, wie zum Beispiel Parabene. Clean Beauty möchte aber noch transparenter sein, außerdem auch beim Thema Anbau der Wirkstoffe auf Fairness achten und bei Produktion und Verpackung auf den Aspekt der Nachhaltigkeit. Kurzum: Es geht in erster Linie um den bewussten Konsum von Kosmetika.

Inhaltsstoffe, auf die bei Clean Beauty verzichtet wird:

Sulfate (wie SLS, SLES und ALS)

Die aus Schwefelsäure gewonnenen Salze, können sowohl reinigen, als auch schäumen und sind deshalb verstärkt in Gesichts- und Körperreinigungsprodukten zu finden. Sie entfernen Schmutz und Fett jedoch oft so aggressiv, dass die schützende Lipidschicht der Haut geschädigt werden kann: Haare und Haut können somit auf Dauer stark austrocknen. Außerdem wirken die chemischen Schaumbildner schnell hautreizend, was Rötungen zur Folge haben kann.


Mineralöle (MOSH, MOAH)

Sie bestehen aus gefiltertem Erdöl, werden unter anderem in Cremes, Lotionen und Lippenpflegestiften eingesetzt. Kurzfristig sorgen sie für einen pflegenden Effekt, dichten die Haut aber ab, so dass sie nicht mehr atmen kann. Außerdem stehen sie im Verdacht krebserregend zu sein.

Parabene

Als Konservierungsstoff eingesetzt stehen Propyl- und Butylparabene im Verdacht, Hormonstörungen auszulösen, weil sie aufgrund ihrer Struktur ähnlich wirken wie das weibliche Hormon Östrogen.

PEG

Hinter diesen Begriffen stecken Emulgatoren, die Wasser und Öl verbinden und damit die Konsistenz von Hautpflege verbessern können. Allerdings können sie auch die Hautbarriere schädigen.

Phthalate

Die Weichmacher können über die Haut aufgenommen werden und in den Körper gelangen, wo sie möglicherweise Störungen des Hormonsystems hervorrufen.

Silikone

Synthetische Silikone können Haut und Haare glätten, fixieren und aufpolstern. Allerdings besteht bei einigen Silikonen die Möglichkeit, dass sie Störungen des Hormonsystems und der Reproduktionstoxizität hervorrufen. Und sie sind, wenn sie mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen, von der Natur nur schwer abbaubar.

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