Cellulite: Wie sie entsteht und was man dagegen tun kann - séduction Magazin
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Körperpflege

Cellulite: Wie sie entsteht und was man dagegen tun kann

Von Pia Scheiblhuber 23/04/2020
Credit: Stocksy
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Sie sind der wohl am meisten verbreitete harmlose Schönheitsmakel überhaupt: Dellen an Oberschenkeln und Po. Die große Mehrheit aller Frauen leidet an Cellulite und versucht, vor allem in der Sommersaison die Orangenhaut zu bekämpfen.

Doch wie entsteht eigentlich Cellulite? Wieso werden Männer weitestgehend davon verschont und wie könnte eine sinnvolle Behandlung aussehen? séduction hat bei Dr. Eva-Maria Meigel, Dermatologin aus Hamburg und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti Aging Medizin e.V., nachgefragt.

Wie entsteht Cellulite?

Mehr als 90% aller Frauen klagen nach der Pubertät über sichtbare Hautveränderungen, vorwiegend im Bereich der unteren Körperhälfte. Diese gehen mit mehr oder weniger ausgeprägter unschöner oberflächlicher Dellenbildung, der sogenannten Orangenhaut, einher. Obwohl die Veränderungen harmlos sind, empfinden viele Befallene die Erscheinungen als belastend. Ursächlich verbirgt sich dahinter eine Eigenheit der Struktur des weiblichen Fettgewebes der Unterhaut (subkutanes Gewebe), das bei Frauen durch senkrecht von der Oberhaut in die Tiefe verlaufende Bindegewebsstränge zerteilt wird. Dies führt zur Entstehung von größeren Fettläppchen. Durch Schrumpfung und Alterung der Bindegewebsstränge wird die Hautoberfläche am Ansatzpunkt der Stränge in der Oberhaut nach unten gezogen. So entstehen die typischen Cellulite-Dellen.

Wieso bekommen Männer keine oder kaum Cellulite?

Das Bindegewebe des Mannes weist eine grundsätzlich unterschiedliche Struktur auf. Das Bindegewebe bei Männern weist horizontal verlaufende Stränge auf, welche die Hautoberfläche nicht beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass durch die Einwirkung des Hormones Testosteron die Hautbeschaffenheit des Mannes viel robuster und stärker ist, ebenso wie der muskuläre Anteil des männlichen Körpers. In seltenen Fällen, wenn der Testosteronspiegel sinkt, z.B. bei einer Hormontherapie, können cellulite-ähnliche Veränderungen auch beim Mann auftreten.

Sind bestimmte Frauengruppen aufgrund bestimmter körperlicher Eigenschaften in besonderer Weise davon betroffen?

Grundsätzlich betrachtet sieht man Cellulite oft durchgehend bei Frauen einer Familie. Dies spricht für eine genetische Prädisposition. Auffällig ist, dass bei Frauen mit dünner Haut die Cellulite schwerer verläuft. Besonders betroffen sind Frauen, die unter angeborener Bindegewebsschwäche leiden, wie z.B. bei der Anlage zur Venenerkrankungen. Ganz ohne Zweifel verschlechtert die Zunahme an Fettgewebe im Laufe der Zeit eine ohnehin schon bestehende Cellulite stark. Somit kann auch eine Schwangerschaft zum Anschwellen des Fettgewebes beitragen.

Inwiefern spielen Ernährung und Bewegung eine Rolle bei der Abschwächung der Orangenhaut?

Falsche Ernährung und mangelnde Bewegung können eine Cellulite auslösen und verstärken. Nicht zuletzt spielt natürlich die Ernährung eine herausragende Rolle. Diäten mit hohem Kohlenhydrat-Anteil führen zu einem Anstieg des Insulins. Die dabei entstehende Hyperinsulinämie stimuliert die Fettentstehung und Ablagerung von Fettzellen im subkutanen Gewebe. Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Nikotin verengen die Gefäße und führen zu einem Blut- und Lymphstau. Mangel an Bewegung behindert die Blutzirkulation und führt zu Ablagerungen von Giftstoffen im Bindegewebe und zu Lymphstau.

Wieso kann Cellulite nicht vollständig beseitigt werden?

Die Ursache liegt im anatomischen Aufbau des Binde- und Fettgewebes der Frau, die durch keine der Behandlungen dauerhaft beseitigt werden kann.

Wie kann man Cellulite effektiv behandeln?

Eine Therapie, die Cellulite auf Dauer oder ganz beseitigt, gibt es nicht. Aber es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Cellulite bessern können. Da es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt, muss die Behandlung auch an vielen Mechanismen ansetzen. Dies erfordert viel Geduld und Ausdauer und ist häufig als Langzeitbehandlung zu sehen.

Was bringen Cremes? Sind spezielle Roller zur Bearbeitung der betroffenen Zonen sinnvoll?

Die meisten Cellulite-Cremes enthalten Methylxanthine wie Theophyllin und Koffein, Vitamin A oder pflanzliche Inhaltsstoffe. Der Effekt dieser Stoffe soll ein Abbau von Fettzellen, ein Abtransport lymphatischer Flüssigkeit oder eine Anregung der Durchblutung sein. Hautdicke und Elastizität sollen verbessert werden. Vitamin A soll die Hautdicke und mechanischen Eigenschaften der Haut verbessern. Eine Analyse aller Studien mit kosmetischen Inhaltsstoffen konnte keine signifikante Wirkung gegenüber Placebobehandlungen nachweisen. Die älteste Behandlung der Cellulite ist die Massage. Untersuchungen zu manuellen oder gerätebasierten Massagebehandlungen zeigen gute Wirkungen. Allerdings muss die Massage regelmäßig durchgeführt werden, denn der erzielte Effekt lässt schnell nach. Die Verwendung von Steinrollern oder anderen Rollgeräten ist wegen der ausschließlich manuellen Anwendung nicht so wirksam wie eine apparative Massage. Es gibt auch noch eine Reihe unterschiedlicher Behandlugsmethoden wie Fettauflösung durch Laser und Ultraschall, Kollagenstimulation und Mesotherapie.

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