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Mehr als nur ein Hashtag: Skin Positivity

Von Pia Scheiblhuber 02/08/2020
Credit: Stocksy
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Unter dem Hashtag #skinpositivity werden jeden Tag mutmachende Posts auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Knappe 80.000 sind es im Moment allein auf Instagram. Der positive, unvoreingenommene und gesunde Umgang mit Hautproblemen hat in der Beauty-Welt eine Welle der Begeisterung ausgelöst.

In einer Welt, die doch oft zu perfekt erscheint, in der es zu oft auf reine Äußerlichkeiten ankommt, scheint sich etwas zu tun: Immer mehr Menschen, vor allem junge Frauen, stehen zu ihrem problematischen Zustand ihrer Haut, akzeptieren ihre Makel und zelebrieren sie als authentischen Ausdruck von Natürlichkeit und Ehrlichkeit. Sie posten Fotos von ihren ungeschminkten Gesichtern mit einer klaren Message an ihre Follower: Ihr seid nicht allein mit euren Hautproblemen!

Klare Botschaft: Perfekt ist nicht normal

Eine Message, die so einfach und klar klingt, deren Tragweite man sich aber in der Welt von Instagram, in der der virtuose Einsatz diverser Filter stets eine perfekte Selbstinszenierung garantiert, erst einmal ausmalen muss. Denn durch die große Menge an Social Media-Posts, von denen uns tagtäglich schöne Menschen mit makelloser Haut entgegenlächeln, ist unsere Wahrnehmung stark beeinträchtigt, ja sogar verzerrt. Das, was eine Ausnahme ist – und zwar perfekte, ebenmäßige Haut – wird uns als normal suggeriert. Doch damit soll nun Schluss sein: Unter dem Hashtag #skinposititity bekennen sich viele zu ihrer Akne oder Pigmentstörung – und regen zu einem Umdenken an.

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Aber es steckt viel mehr dahinter als ein Hashtag. Es ist eine ganze Community, die sich gegenseitig stärkt und Mut zuspricht – und ganz offen über Hautprobleme und der damit verbundenen psychischen Last redet. Denn bei Akne und Co. handelt es sich ja nicht nur um eine Hautkrankheit: Hautunreinheiten oder -unregelmäßigkeiten belasten Betroffene seelisch, da immer noch zu viele Menschen ihr Gegenüber anhand von äußeren Eindrücken beurteilen – und dabei im ersten Moment die innere Schönheit ausblenden. Wahre Schönheit, der Mensch und seine Gefühle stehen bei dieser Bewegung im Mittelpunkt. Social Media mutiert dadurch – zumindest partiell –  zu einer Plattform, die nicht mehr nur ein Schönheitsideal vermittelt, sondern den intensiven Austausch zwischen Menschen fördert, die sich – im wahrsten Sinne des Wortes – in ihrer Haut unsicher fühl(t)en.

Mit Vorurteilen aufräumen

Der offene Umgang mit Hautproblemen wie Akne schließt gewissermaßen nahtlos an die Body Positivity-Bewegung an und soll mit Vorurteilen gegenüber unreiner Haut endgültig aufräumen. Denn oft kann diese einfach nicht so einfach wie gedacht bekämpft werden. So wie die Form des Körpers nicht nur von der Ernährungsweise und der sportlichen Betätigung abhängt, so ist z.B. eine von Akne geplagte Haut oft nicht allein auf eine ungesunde Ernährung oder eine falsche Skincare-Routine zurückzuführen.

Es geht um Ehrlichkeit, Mut und Überzeugung

Es geht nicht darum, die Haut zu ändern, sondern die Art und Weise, wie man seine Haut, mit all ihrer Imperfektion zu akzeptieren und zu schätzen lernt. Dabei zeichnet sich ein klarer Trend ab: User fallen immer weniger auf die zur Schau gestellte, vorgetäuschte Perfektion, herein, die allzu oft zum absoluten Maßstab erklärt wird. Was in der Skinpositivity-Bewegung zählt, sind Ehrlichkeit, Mut und die Überzeugung, dass währe Schönheit nicht mit makelloser Haut gleichzusetzen ist, sondern von Innen kommt und sich in der Ausstrahlung widerspiegelt. Die Bilder von Menschen mit Akne, hyper- oder unregelmäßig pigmentierter Haut von Fotograf Peter de Vito, die auf Social Media für Aufsehen sorgen, sind Manifeste, die genau diese Message überzeugend vermitteln – und die wahre Schönheit in den Mittelpunkt rücken.

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