Seiko legt Uhr neu auf - séduction Magazin
Uhren & Schmuck

Museumsgereift: Seiko legt die „Laurel“ von 1913 wieder auf

Von Jan Lehmhaus 19/01/2023
Credit: PR
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In der Uhrenbranche werden runde Jubiläen groß gefeiert. Das 110-jährige Jubiläum von Seiko ist nicht ganz so rund, markiert aber ein wichtiges Datum, den Bau einer der ersten Serien-Armbanduhren.

Die „110th Anniversary Seiko Presage SPB359“ sieht mit ihren Breguet-Ziffern auf dem Emailleblatt und nicht zuletzt dem ungewöhnlichen Lederband aus wie eine erstaunlich gut erhaltene Antiquität. So authentisch hält sich das jetzt vorgestellte Modell an seine Vorlage, die Seiko „Laurel“ von 1913. Das ist ein wirklich erstaunliches Geburtsdatum. Eigentlich kennt man die Armbanduhren-Geschichte doch so, dass erst Soldaten des Ersten Weltkriegs begannen, sich ihre Taschenuhren an das Handgelenk zu binden und damit nach Kriegsende einen Trend begründeten, der bis heute anhält. Allein, die Japaner waren mit der Serien-Armbanduhr genauso viel früher dran wie Ende der 1960er im Wettbewerb zwischen Zenith und Heuer/Hamilton um den ersten Automatikchronographen. Präsentiert wurde der nämlich am Ende auch von Seiko.

Getarntes Datum

Tatsächlich erinnerte die „Laurel“ und erinnert jetzt auch die „SPB 359“ in vielen Details an historische Taschenuhren. In der Gehäuseform genauso wie mit der kräftigen Zwiebelkrone. Das schimmernde Emailleblatt, 1913 noch Standard bei der Herstellung wertiger Zeitmesser, ist heute eine luxuriöse Rarität, lässt es sich doch nach wie vor nicht maschinell und in großen Stückzahlen herstellen. Auch bei der Beschriftung des Blattes wurde auf jedes Detail geachtet, von der roten 12 bis hin zu den schrulligen Schnörkeln der „4“. Hinzugekommen aber ist ein Stück uhrentechnischer Komfort in Form einer Gangreservenanzeige bei 9 und einem Datum bei 6 Uhr. Um das zu erkennen, muss man vielleicht zweimal hinschauen; es tarnt sich als kleine Sekunde, weil das übliche Fenster die historische Anmutung unterbrochen hätte.

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Die beweglichen Bandanstöße ermöglichen es, die Uhr auf einem authentischen Durchzugsband aus Hirschleder zu tragen. Schon allein deshalb wird der Besitzer die ein oder andere neugierige Frage nach dieser ungewöhnlichen Uhr beantworten müssen – oder vielmehr dürfen. Für 1900 Euro bekommt er eine Menge zu erzählen, sofern er schnell genug ist. Die „SPB 359“ – mit Automatikwerk im 37,5-Millimter-Edelstahlgehäuse – ist auf 2500 Exemplare limitiert.

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