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rockene Lippen sind im Winter unvermeidbar? Nicht, wenn man die sensible Hautpartie mit der richtigen Pflege versorgt. Experten geben für séduction Tipps und klären über das Winter-Lippen-Phänomen auf.

Ein kuscheliger Wohlfühl-Abend Zuhause. Knisterndes Kaminfeuer, heißer Tee und vor allem: zärtliche Küsse. So stellen wir uns gemütliche Winterabende vor. Doch trockene Lippen machen uns da oft einen Strich durch die Rechnung. Denn Lippen werden in der kalten Jahreszeit an der kalten Außen- und der trockenen Heizungsluft schnell spröde. Eine einfache Pflege reicht da oft nicht mehr aus, um die empfindliche Gesichtspartie ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Lippen sind eine besonders empfindliche Hautpartie

Es gleicht schon fast einem Teufelskreis: Im Winter strapazieren Kälte und Trockenheit die Haut sehr stark. Feuchtigkeit verdunstet, die Haut trocknet aus. Da hilft nur cremen, cremen, cremen – bevor man sich wieder der kalten, trockenen Luft aussetzt und die Haut erneut Feuchtigkeit verliert. Dasselbe geschieht mit den Lippen, aufgrund ihrer dünnen Haut sogar auf extremere Art. „Wenn im Winter durch die kalten Temperaturen oder die Heizung die Luft sehr trocken wird, dann reicht die knappe, durch sehr kleine Talgdrüsen zwischen Haut und Lippenrot generierte Fett-Schutzschicht nicht mehr aus und es verdunstet zu viel Wasser aus der Lippenhaut“, erklärt Dr. Philipp Marcel Buck, Facharzt für Dermatologie in Hamburg.  Mit der Zunge über die Lippen zu lecken ist definitiv die falsche Methode, um dem entgegenzuwirken. Das oft reflexartige Anfeuchten durch Speichel verschlimmert die Trockenheit sogar: „Dies führt dazu, dass die Spucke friert und kleine Risse in die Lippenhaut sprengt“, erläutert Dermatologin Livia Zanardo aus Fürth. Stattdessen sollte man sich mit effektiven Pflegeprodukten für die empfindliche Hautpartie eindecken.

Silikone und Mineralöle vermeiden und UV-Schutz nicht vergessen

Ein genauer Check der Inhaltsstoffe beim Kauf einer Lippenpflege ist essentiell. Dr. Buck empfiehlt Urea, ein Wirkstoff, der Wasser bindet und die Feuchtigkeit in der Haut speichert und die dünne Hornschicht der Lippen geschmeidig hält. Zudem seien Zink, Dexpanthenol oder Junghaferextrakt besonders wirksam bei der Abheilung stark ausgetrockneter Haut. Zur Regeneration geschädigter Lippen empfiehlt Hautexpertin Zanardo zudem Produkte mit Manuka Honig und Ringelblume. Zu vermeiden sind rein synthetische Stoffe wie Silikone und Mineralöle: „Diese trocknen die Lippen stark aus und erzeugen eine Art Abhängigkeit, da sie Trockenheit nie richtig beseitigen, wodurch öfter geschmiert werden muss“, erklärt die Dermatologin.

Für einen unbedenklichen Feuchtigkeitskick für zwischendurch empfiehlt Dr. Buck „Med Basic Care“ von La mer (ca. 5 €). Wer zu entzündeten Lippen neigt, sollte nach Meinung des Hautexperten „Jao Lip Balm“ von Jao Brand (ca. 10 €) verwenden. Zanardo schwört auf den Pflegestift „Antioxidant Lip Repair“ von SkinCeuticals (ca. 40 €), eine antioxidative Feuchtigkeitspflege, die Spannungsgefühle langanhaltend lindert. Die Hautexpertin rät, sich auch ab und zu eine Lippenmaske zu gönnen. Die Experten weisen auch auf den nicht zu vernachlässigenden UV-Schutz hin. Da die Lippenhaut sehr dünn ist und über kein vor UV-Licht schützendes Pigment verfügt, ist sie sehr anfällig für Hautschäden. Nicht nur beim Skifahren sollte man deshalb Pflegestifte mit Lichtschutzfaktor verwenden.

All die wohltuenden Helfer gegen trockene Lippen verleihen ein geschmeidiges Gefühl, das man nicht mehr missen möchte. Die logische Konsequenz: Man greift häufiger zur Lippenpflege. Grundsätzlich besteht keine große Gefahr der „Überpflegung“. Dr. Buck weist dennoch auf einen möglichen Negativ-Effekt hin: „Das zu großzügige Auftragen an der Grenze zwischen Lippenrot und Gesichtshaut kann jedoch durch den Wachs- bzw. Vaseline-Anteil der Pflegeprodukte dort eine Ausbildung von Pickeln durch verstopfte Poren hervorrufen“.

Etwas Zurückhaltung bei der Lippenpflege-Anwendung kann also nicht schaden. Auf Zurückhaltung bei der „Lippen-Verwendung“ wollen wir aber verzichten. Nicht umsonst flüchten wir im Winter vor der Kälte draußen in die Heizungswärme drinnen, um mit den Liebsten gemütliche Kuschel-Momente zu genießen, die wir uns mit Küssen versüßen. Mit den Ratschlägen der Dermatologen sind unsere Lippen auch mit Sicherheit „einsatzbereit“ – für besonders zarte Küsse.

Text: Pia Scheiblhuber

Credit: imaxtree; PR

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