Ayurvedische Ernährungslehre: Die Basics - séduction Magazin Germany
Ernährungstipps

Ayurvedische Ernährungslehre: Die Basics

Von Pia Scheiblhuber 08/09/2020
Credit: Unsplash

Ayurvedische Ernährung soll eine Wohltat für Körper und Geist sein, entschleunigen und die Lebensenergien ausgleichen. séduction bietet Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Merkmale der ayurvedischen Ernährungslehre.

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Durch die richtige Ernährung physische und psychische Dysbalancen ausgleichen und das Essen zu einem ganzheitlichen Sinneserlebnis machen: Wie das funktioniert, zeigt die ayurvedische Ernährungslehre.

Seit Jahrtausenden wird die ayurvedische Lehre praktiziert. Heute findet sie in vielen Lebensbereichen, von Meditation bis hin zur Kosmetik, eine große Anhängerschaft in der ganzen Welt. Und auch die ayurvedische Ernährungslehre soll Körper und Seele ins Gleichgewicht bringen, zu einer achtsameren und insgesamt gesünderen Lebensweise führen. séduction hat fünf wichtige Grundpfeiler der Ayurveda-Ernährung zusammengetragen.

Essen Sie regional, jahres- und tageszeitenabhängig sowie typgerecht

Im Ayurveda heißt es, dass jene Lebensmittel am bekömmlichsten sind, die aus dem Boden stammen, auf dem man aufgewachsen ist. Auch die Jahreszeit soll die Ernährung beeinflussen: Schwere Mahlzeiten sollen nur mittags und im Winter auf dem Speiseplan stehen, leichte Speisen hingegen morgens, abends und im Sommer. Besonders wichtig ist die typgerechte Ernährung. Diese basiert auf den drei Doshas (Lebensenergien) Vata, Pitta und Kapha. Bei jedem Menschen dominiert eine dieser Doshas. Je nach persönlichkeitsbestimmender Energie sollte die Ernährung so gestaltet sein, dass die Doshas ins Gleichgewicht kommen. Der dynamische, zierliche, aber leicht nervöse und gestresste Vata-Typ sollte sehr regelmäßig essen und vor allem süß, sauer und salzig essen. Bei wem Pitta überwiegt, temperamentvoll, durchsetzungsfähig, aktiv, und ungeduldig ist, sollte auf kühle Speisen und wenig saure und scharfe Lebensmittel setzen. Süße, bittere und herbe Lebensmittel sind ideal. Der langsame, träge und geduldige Kapha-Typ sollte eine leichte Diät verfolgen und am besten scharf, bitter und herb sowie fettreduziert essen.

Üben Sie sich in Achtsamkeit und essen Sie maßvoll

Die ayurvedische Ernährungsweise steht in engem Zusammenhang mit dem ganzheitlichen Wohlbefinden. Im Ayurveda ist das Speisen nichts, das mal so nebenher passiert, zwischen Büro und U-Bahn, zwischen Arbeit und Fitnessstudio. Es wird hingegen Wert auf Achtsamkeit gelegt, denn die Speisen sollten mit allen Sinnen genossen werden. Nehmen Sie sich also Zeit fürs Essen, schaffen Sie eine ruhige Essensatmosphäre und vermeiden Sie Ablenkung jeglicher Art, z.B. durch TV oder Smartphone. Essen Sie auch keine zu großen Portionen. Im Ayurveda wird auf Rohkost, Käse, Fleisch, Fisch und stark Fetthaltiges so gut wie verzichtet. Stattdessen wird auf leicht verdauliche Kost sowie gekochte, warme Gerichte gesetzt.

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Achten Sie auf Ihr Verdauungsfeuer

Die die Verdauung antreibende Kraft, das „Verdauungsfeuer“, wird im Ayurveda „Agni“ genannt. Um dieses nicht zu löschen, sollte man während des Essens nichts trinken. Nehmen Sie stilles Wasser und Tees in den drei- bis fünfstündigen Essenspausen zu sich. Wer doch etwas Flüssigkeit beim Essen braucht, kann zu warmen Getränken greifen. Diese sollten dann aber nur schluckweise verzehrt werden. Ein Glas heißer Kräuter- oder Ingwertee kann das Agni sogar auflodern lassen. Das Verdauungsfeuer brennt mittags am stärksten. Dies ist der Grund, weshalb die Hauptmahlzeit in der Mittagszeit verzehrt werden sollte.

Vermeiden Sie unvorteilhafte Kombinationen

Nicht alle gesunden Lebensmittel sollten nach Belieben miteinander kombiniert werden. Auch wenn Milch zu den wertvollsten Lebensmitteln im Ayurveda zählt, sollten Milchprodukte nicht mit frischen Früchten und auch nicht mit Salzigem oder Saurem verzehrt werden. Nur in Kombination mit Hülsenfrüchten können sie ihre wohltuende Wirkung entfalten. Obst sollte generell separat gegessen werden, da es in Kombination mit anderen Lebensmitteln Gärungsprozesse im Darm in Gang setzen kann. Tierische Eiweiße sollte man nicht untereinander mischen: Fleisch oder Fisch in Sahnesauce oder mit Ei sind beispielsweise tabu. Reis kann hingegen mit allem kombiniert werden. Zu Getreide und Kartoffeln – Lebensmittel, die als süß gelten – wird Gemüse oder Salat gereicht. Heißgetränke mit Alkohol, Joghurt oder Honig sollten gemieden werden.

Essen sie ausgewogen und gut gewürzt

Ausgewogenheit bedeutet im Ayurveda, dass alle sechs Geschmackrichtungen in einer Mahlzeit werden bedient. Dabei ist die empfohlene, verdauungsfördernde Reihenfolge, in der man diese zu sich nehmen sollte folgende: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und abschließend etwas Herbes bzw. Adstringierendes. Als besonders gesundheitsförderliche „Juwelen der Verdauung“ gelten Kräuter und Gewürze. Die zehn Königsgewürze der ayurvedischen Küche stellen Nelken, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Muskat, Pfeffer, Safran und Zimt dar.

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