
Um das Thema Alkohol ranken sich so einige Mythen, Thesen und Halbwahrheiten. Wir informieren.
Wie wirkt Alkohol auf unsere Gesundheit – und was macht ein Drink am Abend eigentlich mit unserer Haut?
Alkohol wird seit Jahrtausenden als Nahrungs-, Genuss- und Rauschmittel genutzt. Bereits in der Antike wurde Wein als Wunderelixier gefeiert, Lebensfreude und Ekstase gingen Hand in Hand mit dem Genuss von Spirituosen. Selbst einen Gott gab es dafür – Dionysos, dem die alten Griechen mit berauschenden Festen huldigten. Wein war aber auch ein Wahrheitstrunk: So geht der viel zitierte Ausspruch „Im Wein liegt die Wahrheit“ auf den Glauben zurück, dass man nicht lügen könne, wenn man ihn trank. Einige dieser Assoziationen haben sich bis heute gehalten und sind mittlerweile auch wissenschaftlich fundiert: Die berauschende und enthemmende Wirkung von Alkohol lässt einen Betrunkenen tatsächlich oft die Wahrheit sprechen.
Anders als früher werden alkoholische Getränke heute allerdings regelrecht auf „Herz und Nieren“ geprüft, gecheckt, wie sie auf unsere Gesundheit wirken. Und auf unsere Schönheit! Der tägliche Konsum eines vollmundigen Rotweins nach Feierabend kann nämlich nicht nur die Leber schädigen – nicht umsonst wird Alkohol von vielen Medizinern auch als Zellgift beschrieben. Trockene Stellen, Unreinheiten und Irritationen: Alkoholkonsum beeinflusst unser Hautbild. Dafür reichen auch schon kleine Mengen aus – Alkohol hat eine diuretische Wirkung, die das Ausscheiden von Urin anregt, was zur Folge hat, dass wir mehr Wasser als gewöhnlich verlieren. Ein paar Gläser zu viel beim Sektempfang oder die Cocktails zur Happy Hour reichen für eine Dehydration der Haut bereits aus. Wer regelmäßig zu viel Alkohol trinkt, treibt darüber hinaus den Alterungsprozess voran und hat ein erheblich erhöhtes Risiko, Entzündungen und andere Dermatosen zu erleiden. Vergrößerte Poren und Pickelchen nach einem feuchtfröhlichen Wochenende sind unschöne Probleme, mit denen wahrscheinlich jeder von uns schon zu kämpfen hatte. Grund dafür ist Acetaldehyd, ein Metabolit, das der Körper beim Alkoholabbau über die Haut ausscheidet. Gleichzeitig werden die Verhornung und die Talgproduktion angeregt. Die Folge: Unreinheiten entstehen deshalb noch einfacher. Zusätzlich enthalten viele alkoholische Getränke einen hohen Zuckeranteil – ein weiterer begünstigender Faktor.
Durch die toxische Wirkung von Alkohol können sich auch andere Krankheiten wie seborrhoische Ekzeme, Rosacea und Psoriasis verschlechtern. Unser Immunsystem ist geschwächt, schließlich wird die meiste Energie in die Verstoffwechslung des Gifts investiert. Entzündungen sowie Infektionen durch Bakterien und Pilze breiten sich einfacher aus. Eine der auffälligsten Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sind aber farbliche Hautveränderungen im Gesicht. Der Genuss von Alkohol regt die Durchblutung an und weitet die Gefäße. Wir erröten schneller und langfristig können sich sogar neue Äderchen bilden.
Wie wirkt man diesen Folgen nun entgegen?
Punkt 1: So wenig Alkohol konsumieren wie möglich. Punkt 2: Die irritierte Haut mit einigen cleveren Pflegetricks besänftigen. Am wichtigsten ist es, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu minimieren. Der Rat, zwischen jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser zu trinken, kommt nicht von ungefähr. Außerdem hilft ein vitalisierender Moisturizer mit Niacinamid und Hyaluronsäure gegen Rötungen und trockene Haut. Ein hydrierendes Face Mist sorgt ebenfalls für Erfrischung (gibt es in praktischen Minigrößen, die in jede Handtasche passen). Am Tag danach gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben: Abschwellende Eye Patches, ein antioxidantienreiches Serum und ein hochwertiger UV-Schutz
sind ein Muss!
Doch auch all die Pflege hilft bei einem ungesunden Lifestyle nicht. Schon allein die Wahl des Getränks beeinflusst viel: Von „gesundem Alkohol“ zu reden klingt zwar paradox, aber ein Tequila ist vegan, glutenfrei und enthält keine Kalorien oder Zucker. Statt zum Cocktail (viel
Zucker und Zusatzstoffe) oder Prosecco sollte bei der nächsten Weihnachtsfeier lieber zu dem Agavenschnaps gegriffen werden – und gleich zum Glas Wasser noch dazu. Klug ist es, Alkohol stets zum Essen zu trinken. So wird die enthaltene Säure abgepuffert und für den Magen bekömmlicher. Um eine Gewöhnung auszuschließen, sollte an mindestens zwei Tagen pro Woche kein Alkohol getrunken werden. Mediziner raten, dass Männer pro Tag nicht mehr als 30 Gramm und Frauen nicht mehr als 20 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen sollten. In einem Glas Wein stecken etwa zehn Gramm, hin und wieder ein Gläschen nach Feierabend kann also ohne schlechtes Gewissen genossen werden.



