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Körperpflege

Clean Beauty: Was steckt dahinter?

Von Redaktion 14/09/2020
Credit: Gorunway
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Clean Beauty heißt der Trend aus den USA, der sich als langanhaltende Bewegung auch in Europa rasend schnell verbreitet. Dahinter steht der Wunsch nach reiner Kosmetik ohne reizende Inhaltsstoffe. Viele Verbraucher treffen immer bewusster ihre Kaufentscheidungen, studieren die Etiketten und fordern transparente, cleane Inhaltsstoffe.

Ingredienzen wie künstliche Farbstoffe, Mineralöle, Silikone  und synthetische Duftstoffe sollen vermieden werden, da sie zu Hautreizungen, Porenverstopfung oder sogar Hormonstörungen und Krebs führen können. Möglichst natürlich, vegan und organisch sollte das Produkt sein. Verpackungen aus recyceltem Material aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – das alles sind Zielsetzungen der heutigen Beautywelt. Aber werden diese Ziele durch den Begriff Clean Beauty abgedeckt?

Was bedeutet Clean Beauty?

Clean Beauty impliziert lediglich, dass einige schädliche Inhaltsstoffe in den Produkten nicht enthalten sind. Nach Inkrafttreten der EU-Claims-Verordnung 655-2013 am 1. Juli 2013 mussten sich die Hersteller etwas Neues einfallen lassen, um ihre Produkte zu bewerben. In dieser wurde nämlich festgeschrieben, dass die Aussage „enthält kein…“ möglichst unterlassen werden sollte. Um trotzdem auszudrücken, dass die Produkte keine schädlichen Inhaltsstoffe beinhalten, wurde das cleane Produkt-Image, was sich in den USA herausgebildet hatte, genutzt, um diese tückische Formulierung zu umgehen. 

Clean Beauty – reine Auslegungssache?

Doch genauso wie die Bezeichnungen, „natürlich“, „sauber“, „grün“ und „hypoallergen“ unterliegt der Begriff Clean Beauty keiner festgeschriebenen Definition. Onlineshops und diverse Marken haben ihre eigenen Clean Beauty-Buttons entwickelt und arbeiten mit ihren ganz eigenen Definitionen. Eins ist jedoch klar – und zwar, was der Begriff Clean Beauty nicht automatisch impliziert. Cleane Produkte sind nicht automatisch natürlich oder vegan. Und der Begriff steht auch nicht für sauber und automatisch verträglich. Das Label Clean Beauty zeigt lediglich an, dass bestimmte, selbst gewählte Inhaltsstoffe nicht enthalten sind. Welche? Das ist noch immer Definitionssache der Marke. Gesetzliche Regelungen und Kriterien zum Schutz des Begriffs gibt es bisher nicht.

Das ICADA Garantie-Siegel

Die International Cosmetic and Device Association (kurz ICADA) versucht Abhilfe zu schaffen. Das ICADA-Garantie-Siegel ist das erste offizielle Verzichts-Garantie-Siegel mit öffentlicher Norm und Inventar vieler kritischer Inhaltsstoffe. Zu diesem Inventar zählt eine sogenannte Blacklist mit über 3.000 kritischen Stoffen. Nur wer keinen dieser Inhaltsstoffe in seinen Produkten verwendet, kann seine Produkte mit dem Clean-Beauty-Label von ICADA  zertifizieren lassen. Das Label ist bei der Produktauswahl ein verlässlicher Wegweiser, wenn es um die Suche nach Clean-Beauty-Produkten geht. Die Selbstauszeichnung der Firmen sind hingegen meist eher leere Worthülsen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Produkte, die nicht mit dem ICADA Garantie-Siegel ausgezeichnet werden können, schlecht oder gar schädlich sind.

Clean Beauty Bewegung als Mindset

Trotzdem kann kritisches Hinterfragen im Zuge der Clean Beauty Bewegung nicht schaden. Auch wenn die von den Firmen selbst zertifizierten Siegel noch kritisch zu betrachten sind, steckt hinter dem Clean Beauty-Movement ursprünglich eine Bewegung des Umdenkens. Gut überlegte Kaufentscheidungen auf Basis der Hautverträglichkeit und dem Schutz der Umwelt zu treffen, ist ein Verhalten, das nicht nur von einem Qualitätssiegel induziert wird, sondern von einem bewussten Mindset zeugt.

Ein Interview mit einer der Clean Beauty-Pionierinnen finden Sie hier.

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