Auf Reisen: Regina Stahls Travel-Looks - séduction Magazin
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Auf Reisen: Regina Stahl über Travel-Looks

Von Regina Stahl 10/10/2022
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Bloß keine Ausreden: Stil und Komfort schließen einander auch beim Reisen nicht aus. Regina Stahl über Travel-Looks, Hightech-Materialien und Eyepads, Langstrecken-Flüge im Twinset und die Wahl der richtigen Beinbekleidung.

Mein erster Langstreckenflug führte mich nach New York. Ich war sechzehn und sollte als Austauschschülerin ein Jahr in den USA verbringen. Amerika – das war für meine Familie und mich die große weite Welt. Der damaligen Mode entsprechend wurde ich mit einem Redingote, einem Twinset, einem A-Line-Skirt und Pumps mit Mini-Pfennigabsätzen ausstaffiert. Meine Gastfamilie, die mich am Flughafen Idlewild, dem Vorläufer von JFK, abholte, machte große Augen, denn weiter ging’s im Auto nach Long Island, wo man – es war Juni – die Zeit bis September fast ausschließlich in Polos und Bermudas verbrachte. Fazit: Der Redingote wurde bis zur Rückreise nie wieder angezogen, das Twinset, das während des Fluges einen guten Zweck als Vorläufer des Zwiebel-Looks getan hatte, ebenso in die Warteschleife verbannt. Rock und Pumps hatten wenigstens bei Schulfesten ihren Auftritt, denn im Alltag mussten wir eine Uniform tragen.

Dieser erste Ausflug in die Internationalität sollte mein weiteres Leben bestimmen. Mein Job als Modejournalistin führte mich nach München, von dort aus flog ich zu den In-Places der Fashion-Szene. Paris,Mailand, London und immer wieder New York waren meine häufigsten Ziele. Es war die Zeit der Working Woman, die mit Vorliebe Hosenanzüge zu High Heels trug. Meine Favoriten waren von Jil Sander – Präzision mit jenem Touch Lässigkeit, die man auf Reisen so schätzt. Flog ich zu Fashion-Shootings, wählte ich die Variante Jeans und Lederjacke. Oder bequeme Chinos, die allerdings den Nachteil hatten, dass man nach mehr als vier Stunden Flug ziemlich zerknautscht ankam.

Etwas skeptisch begrüßte ich die Geburtsstunde der adidas-Hose als Reisedress, fand dann aber schnell die Vorzüge dieses Looks heraus: knitterfreies Hightech-Material, bequemer Tunnelgürtel in der Taille, in Kombination mit einem perfekt geschnittenen Blazer – für mich schneidern Dolce & Gabbana nach wie vor die besten –, eine angedeutete Eleganz mit globaler Tauglichkeit. Flache Loafers ziehe ich den derzeit so angesagten Sneakers vor, weil mich beim Body Check das umständliche Schnüren nervt. Ein absolutes Muss, gerade auf Langstreckenflügen, sind jedoch Kompressionsstrümpfe. In Schwarz oder Dunkelblau, jeweils passend zur Hose, sehen sie absolut unauffällig aus, garantieren aber auch nach zwölf Stunden Flug schlanke Waden, Knöchel und vor allem Füße, die mühelos in jeden Schuh passen. Kleiner Tipp mit großer Wirkung: Kompressionsstrümpfe aus einem medizinischen Fachgeschäft ziehen sich vielleicht etwas mühsamer an, haben aber eine wesentlich bessere Wirkung als die Modelle, die in Flughafen-Apotheken angeboten werden.

Ganz wichtig beim Reisen gegen die Zugluft von Klimaanlagen ist ein langer, hauchdünner Kaschmirschal, den man sich nach Belieben mehrfach um den Hals schlingen und notfalls auch als Kuschelkissen zusammenknuddeln kann. Mein liebster Reisebegleiter ist jedoch eine leichte Extratasche mit großem Fassungsvermögen für meine „eiserne Reserve“: T-Shirt und Wäsche zum Wechseln, falls das Gepäckmal ein Transport-Problem hat. Lip Balm gegen ausgetrocknete Lippen (Air Condition!). Eine Feile aus Sandpapier, falls unterwegs mal ein Nagel einreißt. Ein erfrischendes und gleichzeitig pflegendes Face Mist. Ein kleiner Flakon mit meinem Lieblingsduft. Und Mundwasser für frischen Atem – effektiver und ästhetischer als Kaugummikauen. Bei Langstreckenflügen verwende ich gern selbsthaftende, mit Serum getränkte Eyepads für die untere Augenpartie.Da sie transparent sind, fallen sie nicht auf und erschrecken keine Mitreisenden. Kurz vor der Ankunft verschwinden sie im Fach für benutzte Papiertücher. Und mein Spiegelbild sagt mir: Alles richtig gemacht!

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