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Beauty Food

Wie wirkungsvoll sind Kollagendrinks tatsächlich?

Von Pia Scheiblhuber 26/07/2020
Credit: Stocksy
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Es gibt einige unangenehme aber doch sehr natürliche Dinge, die man nur ungern akzeptiert: Die Hautalterung gehört da für die meisten dazu. Doch das große Angebot an Beauty-Nahrungsergänzungsmitteln wie Kollagendrinks schüren Hoffnung. Können sie tatsächlich für ein optisch jüngeres Hautbild sorgen?

Die sogenannte Nutri-Cosmetics ist seit ein paar Jahren stark auf dem Vormarsch. Beauty-Elixiere zum Trinken werden in diversen Varianten angeboten. Einer der beliebtesten Schönheits-Booster ist Kollagen, der ganz einfach dank eines täglichen Shots der Haut von innen zu neuer Strahlkraft verhelfen soll.

Was ist Kollagen?

Kollagen ist ein Eiweiß, das im Bindegewebe ein dichtes Netz bildet und somit als fort als eine Art Gerüst dient. Kollagen sorgt für Flexibilität und zugleich Spannung in der Haut, die zu 80 Prozent aus dem Bindegewebsprotein besteht. Mit der Zeit produziert der Körper aber immer weniger davon und die Haut erschlafft. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der auch nicht verhindert werden kann. Doch kann der Aufbau von Kollagen unterstützt werden: Und zwar durch die Aufnahme Aminosäuren (Eiweißbausteinen) und Vitamin C.

Wirksamkeit wissenschaftlich nicht bewiesen

Kollagendrinks sollen von innen zu jenen tiefen Hautstrukturen gelangen, zu denen Cremes nicht durchdringen. In den Drinks sind vor allem Kollagenmoleküle Prolin und Glycin enthalten. Diese beiden Aminosäuren sind nicht essentiell, sie werden also vom Körper selbst hergestellt und müssten nicht über die Nahrung aufgenommen werden. Kollagendrinks sind in der Regel auch mit anderen Wirkstoffen angereichert, wodurch die Wirkung potenziert werden soll. Fakt ist aber: Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Ebenso können solche Nahrungsergänzungsmittel den Alterungsprozess nicht aufhalten. Sie sollen aber die Erhaltung eines schönen Teints unterstützen können – vorausgesetzt, man verfolgt einen gesunden Lebensstil.

Kollagensynthese ist ein komplexer Vorgang

Denn die Kollagensynthese ist ein komplexer Vorgang, der von diversen Faktoren abhängt. Die Drinks versorgen zwar den Organismus mit wertvollen Aminosäuren, die wiederum die Kollagenbildung positiv beeinflussen. Doch Umstände und Angewohnheiten wie Rauchen, Schlafmangel und UV-Strahlung haben einen sehr negativen Effekt auf die Hautalterung, der auch nicht durch Kollagendrinks ausgeglichen werden kann.

Achtung vor Zuckergehalt in Kollagendrinks

Um eine gesunde straffe Haut von innen zu pushen, ist eine gesunde vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung am wichtigsten. Vor allem Vitamin C und E sowie Proteine, Antioxidantien, Zink und Jod und ungesättigte Fettsäuren sollten sich in ausreichendem Maße in der Ernährung wiederfinden, z.B. in frischem Obst und Gemüse, Milchprodukten und Fisch. Zirka zwei Liter stilles Wasser oder ungesüßter Tee unterstützen die gesunde Nährstoffversorgung, die sich auch auf der Haut bemerkbar macht. Ein entscheidender Faktor ist auch der Zuckerkonsum, der die Hautalterung beschleunigen kann. Zuckerendprodukte sammeln sich im Körper an und können vom Körper nicht richtig verarbeitet werden. Diesbezüglich sollte man auch bei Kollagendrinks vorsichtig sein. Denn damit diese gut schmecken und sich leichter in den Alltag integrieren lassen, steckt in manchen Drinks eine ordentliche Portion Zucker. Also immer erst die Inhaltsstoffe checken!

Diese Fakten über Kollagendrinks sollten Sie wissen:

  • Es gibt kein veganes Kollagen. Aus Lupinen können kollagenartige Moleküle gewonnen werden. Diese sind jedoch weniger effizient als aus tierischen Eiweißen gewonnenes Kollagen (aus Schweineschwarte und Fischresten).
  • Einige Präparate enthalten viel Zucker (Glucose).
  • Erst nach ca. einer dreimonatigen Einnahme können unter Umständen Ergebnisse spürbar werden.
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